So disst Kollegah beim Echo Campino

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Der Rapper konnte es sich nicht verkneifen.

Die einen sagen, die Antisemitismus-Debatte um Kollegah und Farid Bang hätte den Echo endlich wieder spannend gemacht, die anderen fanden schon die Nominierung der beiden Künstler skandalös - dass sie in der Kategorie "Hip-Hop/Urban National" gewannen, sowieso.

[Jetzt abstimmen: Haben Kollegah und Farid Bang den Echo verdient?]

Wie dem auch sei: Ins Auge stach am Echo-Abend vor allem, dass Kolle es sich nicht nehmen ließ, in seiner Dankesrede noch einmal gegen den "Toten Hosen"-Sänger Campino zu sticheln.

Dieser hatte, als er zuvor auf der Bühne stand, Folgendes zur Antisemitismus-Debatte gesagt:

"Ich habe mir viele Gedanken gemacht angesichts des Streits um ein Lied. Ob es sinnvoll ist, überhaupt hier hinzukommen. Der einfachste Weg wäre: Man entzieht sich der Situation, bleibt Zuhause. Ich persönlich glaube aber: Wer boykottiert, kann nicht mehr diskutieren. Wer nicht mehr diskutiert, überlässt das Feld den anderen."

Und: "Ich mache mit den Toten Hosen seit über 30 Jahren Musik. Ich bin ein bisschen vom Fach. Das Stück über das sich alle streiten, kommt aus dem Battle Rap, wo es darum geht, sich gegenseitig zu toppen. Wenn man das bedenkt, relativiert sich alles. Wir sollten keinen tieferen Sinn suchen, wo es keinen Sinn gibt."

Dann: "Im Prinzip halte ich Provokation für gut und richtig. Aus ihr heraus können verdammt gute Sachen entstehen."

Habe Provokation aber eine frauenfeindliche, homophobe, rechtsextreme oder antisemitische Form, würde eine Grenze überschritten, so Campino.

Und weiter: "Ich bin nicht die Bundesprüfstelle und auch nicht die Ethikkommission. Aber ich spreche für alle, die so denken wie ich: Verbote und Zensur sind nicht die Lösung. Ich hoffe, dass wir durch solche Auseinandersetzungen zu einem anderen Bewusstsein finden, was noch erträglich ist und was nicht."

Applaus vom Publikum.

Der Moderator ließ es sich natürlich nicht nehmen, direkt danach zu Farid Bang und Kollegah an den Tisch zu gehen. Letzterer sagte vorerst nur:

Kollegah und Farid Bang wollten live im Saal nicht auf Campino antworten. "Also ich will keine Politik-Debatte drum machen. Wir sind hier, um einen guten Abend zu haben und um zu feiern. Wem das Thema am Herzen liegt, soll uns auf der Aftershow-Party ansprechen."

Dann, als die beiden Rapper in der Kategorie "Hip-Hop/Urban National" den Echo absahnten, sprach Kollegah die Sache in seiner Dankesrede doch noch mal an:

"Ich habe ein kleines Schulreferat vorbereitet und wollte was zur Debatte sagen. Nachdem der Ethikausschuss darüber entschieden hat, sich dann noch als Künstler, der aus derselben Stadt kommt wie wir, als moralische Instanz aufzuspielen und uns an den Pranger zu stellen ist stillos, und gebührt so einem großen Künstler wie Campino nicht. Aber: Als Zeichen des Friedens habe ich die Zeit genutzt und ein schönes Portrait gezeichnet, das ich zu einem guten Zweck versteigern werde."

Dann hielt er das Porträt hoch: Darauf war Campino mit einem Heiligenschein zu sehen.

Das Publikum quittierte diese Aktion mit lauten Buh-Rufen.

Quelle: Noizz.de

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