In der Nacht von Sonntag zu Montag hat es im Berliner Stadtteil Westend einen Polizeieinsatz gegeben: Rapperin Shirin David hat dort ein Musikvideo mit 70 Leuten gedreht – anscheinend dachte sie, die Corona-Regelungen gälten für alle anderen, aber nicht für sie. Oder steckte Kalkül dahinter?

Für alle, die verdrängt haben, dass wir uns in einer weltweiten Pandemie befinden, hier noch mal die zwei wichtigsten Corona-Regeln der Stadt Berlin, die gerade von jedem halbwegs bei Sinnen seienden Menschen eingehalten werden sollten:

  1. "Jede Person hat die physisch sozialen Kontakte zu anderen Menschen auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Bei Kontakten ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten."
  2. "Öffentliche und nicht öffentliche Veranstaltungen, Versammlungen, Zusammenkünfte und Ansammlungen dürfen nicht stattfinden, soweit sich aus dieser Verordnung nichts anderes ergibt."

Shirin sind die Corona-Regelungen egal

Relativ klare Worte oder? Anscheinend nicht für Shirin: Die Musikerin drehte am Sonntag das Musikvideo zu ihrer neuen Single "Hoes up G's down" in einer Villa im Berliner Stadtteil Westend – mit 70 Leuten. In ihren Insta-Stories postete die 25-Jährige mehrere Clips, die Dutzende Boys und Girls bei einer fingierten Poolparty zeigten.

Screenshot von Shirin Davids Insta-Story

Mundschutz? Kommt bei solchen Aufnahmen natürlich nicht gut – und auch ein Mindestabstand hätte den sexy Vibe der Szenen wohl zerstört, weshalb Shirin die Corona-Regelungen einfach ignorierte. Dass die Polizei die Veranstaltung gegen Mitternacht schließlich stoppte, weil sich Nachbarn über die laute Musik aufgeregt hatten, schien die Rapperin keineswegs zu stören. Den dementsprechenden Tweet der Polizei teilte sie gleich noch mit in ihrer Story – à la "Schaut her, wie badass ich bin".

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Ignoranz oder ein geplanter Publicity-Stunt?

Shirins Management bestätigte der "Bild" den Einsatz. Dem Bericht zufolge wurden 72 Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz geschrieben und eine Anzeige wegen zu lauter Musik ausgestellt. Zu Einzelheiten wollte sich das Management wegen des laufenden Verfahrens demnach nicht äußern.

Warum macht man so was? Fühlt sich die Sängerin mittlerweile einfach so geil, dass sie denkt, sie stehe über den Gesetzen? Oder war die ganze Aktion Kalkül? Ein geplanter Publicity-Stunt? Scheint am naheliegensten, denn am Dienstag kündigte Shirin auf Instagram an, dass ihr neuer Song am Donnerstag um 23:59 Uhr erscheint. Dass sich das Video durch den Polizei-Skandal (der gerade schön durch die Presse geht) natürlich alle anschauen werden, spielt da natürlich perfekt in die Promo-Phase. Und das Bußgeld? Peanuts für das Label.

Screenshot von Shirin Davids Insta-Story

Fazit: So sicher man sich sein kann, dass Shirin wieder richtig abliefert – den eigenen Erfolg über Regeln zu stellen, die vielen Menschen das Leben rettet, ist definitiv nichts, auf das man stolz sein sollte.

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Quelle: Noizz.de