Wer verdient an Shindys neuem Album: Er, Bushido oder Abou-Chaker?

Laura Wolfert

HipHop. Popkultur.
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Shindy in seinem Musikvideo "Dodi" Foto: Friends with money / YouTube

Womöglich ist der Rapper nicht so unabhängig, wie er gern wäre.

Nach zwei Jahren Stille meldet sich Shindy zurück: Er reaktiviert seinen Instagram-Account und veröffentlicht in der Nacht von Donnerstag auf Freitag das Musikvideo zu „Dodi“. Es ist wohl gleichzeitig auch die erste Single seines neuen Studioalbums. Laut Amazon erscheint sein fünfter Longplayer namens „Drama“ am 10. Mai dieses Jahres – unter seinem eigenen, frisch gegründeten Label „Friends with Money“.

Man könnte meinen, Shindy hat nichts mehr mit seinem Ex-Label Ersguterjunge und somit Bushido und Arafat Abou-Chaker zu tun. Aber ist der Rapper wirklich so unabhängig, wie er gerne wär? Oder muss er jede Menge Kohle abdrücken, um unter seinem Namen weiter Musik zu machen?

>> „Dodi“: Shindy droppt erstes Musikvideo nach zwei Jahren

Shindy will sich zurückziehen, kann aber nicht

Shindy war von 2013 bis 2018 bei Ersguterjunge unter Vertrag – damals ein Label von Bushido und Clan-Chef Arafat Abou-Chaker. Shindy ist für das Label ein wahrer Gewinn: Alle seine Soloalben „NWA“, „NWA 2.0“, „Fuck bitches get money“, „Dreams“ sowie „Classic“, das Kollabo-Album mit Bushido, waren Chartstürmer.

Doch am 28. Mai 2018 gibt Bushido öffentlich bekannt, dass er sich von seinem Partner Arafat Abou-Chaker gelöst hat. Goldjunge Shindy steht zwischen den Fronten: Bushido und Arafat Abou-Chaker streiten sich um ihn. Er zieht sich nicht nur aus dem Streit zurück, sondern komplett aus dem Musikbusiness.

>> Schüsse, Razzia, Anzeige: Der Streit zwischen Bushido und Arafat Abou-Chaker

Shindy lässt zwei Jahre lang nichts von sich hören und lebt in seiner Heimat Bietigheim. Laut einem Interview in der Debüt-Ausgabe von Jérôme Boatengs Zeitschrift „BOA“ will sich der Rapper anscheinend von sämtlichen persönlichen und plattenvertraglichen Bindungen mit Ersguterjunge lösen. Das Problem: Er kann das wohl nicht so einfach.

„Nach der Papierform darf Shindy kein neues Album ohne Ersguterjunge produzieren“, heißt es in dem Interview. Warum, wird nicht weiter ausgeführt.

Auch der Radiosender „bigFM“ behauptet, dass Abou-Chaker weiterhin hinter Shindys Rapkarriere steht.

Abou-Chaker hat sich wohl die Rechte an dem Künstlernamen „Shindy“ gesichert

Der Clan-Chef hat sich dem Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamts zufolge im Oktober vergangenen Jahres die Rechte an dem Namen und der Wortmarke „Shindy“ gesichert. Dabei sind aber nicht gleich alle Produkte mit dem Namen geschützt. Man muss eintragen, für welche Waren und Dienstleistungen das Recht am Künstlernamen gilt. Abou-Chaker hat das für eine ganze Reihe getan:

„Herunterladbare digitale Musik; Herunterladbare digitale Musik aus dem Internet; Herunterladbare digitale Musik, bereitgestellt im Internet über MP3-Sites; Herunterladbare digitale Musik, bereitgestellt über das Internet; Herunterladbare digitale Musik, bereitgestellt über MP3-Internetsites; Herunterladbare digitale Musik, bereitgestellt über MP3-Internetwebsites; Herunterladbare Musikaufzeichnungen und herunterladbare Videoaufnahmen mit Musik. Sowie Streaming von Daten; Streaming von Ton- und Bildmaterial im Internet; Streaming von Ton-, Bild- und audiovisuellem Material über ein weltweites Computernetz; Streaming von Tonmaterial im Internet; Streaming von Video, Audio und Fernsehen und Streaming von Videomaterial im Internet.“

Das bedeutet: Jegliche Einnahmen, die der Künstlername „Shindy“ mit Musik erzielt, gehören wohl erst mal Abou-Chaker. Da der Rapper aber nun weiterhin Musik veröffentlicht, arbeitet er offenbar wieder mit dem Clan-Chef zusammen. Laut „big.FM“ hat Shindy im Oktober 2012 selbst schon mal seinen eigenen Künstlernamen schützen lassen. So gehen alle erzielten Gewinne von Merchandise-Produkten an ihn, die unter dem Namen „Shindy“ verkauft werden.

>> Jetzt schreibt sogar die größte US-Zeitung über Bushido und Berliner Clans

Shindy hält sich weiterhin mit Äußerungen zurück

Der Rapper hat sich noch nicht konkret zu dem Streit zwischen Bushido und Abou-Chaker geäußert. Auf einem Instagram-Post von Bushido ist allerdings zu sehen, wie er und Shindy kürzlich gemeinsam essen waren. Dazu schreibt Bushido: „Wir waren in der Vergangenheit gut miteinander und das bleiben wir auch in Zukunft. Egal, was kommt. Hat mich sehr gefreut.“

>> Bushido hat sich mit Shindy getroffen

Ende gut, alles gut? Wer tatsächlich der Gewinner ist und Geld mit Shindys Musik verdient, bleibt offen. So schreibt der Rapper unter seinem vorletzten Post auf Instagram: „Es ist nicht die Zeit um sich zu irgendwelchen Nebensächlichkeiten zu äußern. Genießt die Musik, genießt die Show.“

Jedenfalls ist Shindy wohl trotz seines eigenen Labels „Friends with Money“ nicht so unabhängig, wie er es vielleicht sein möchte. „Ich habe das Gefühl die [Bushido und Abou-Chaker] denken: Wer mich am Ende gewinnt, gewinnt auch den Krieg“, sagt er in dem Interview mit „BOA“. Dabei sollte der einzige Gewinner am Ende doch Shindy selbst sein.

Quelle: Noizz.de