Und hat für ihre Ansichten die schwammigste Entschuldigung aller Zeiten.

Für Shania Twain läuft es wieder richtig gut: Dabei hatte die 52-jährige Sängerin zwischen 2002 und 2017 pausiert – unter anderem wegen Stimmproblemen. Zwischenzeitlich war unklar, ob Twain überhaupt jemals wieder singen könnte. Doch „Now“, das letzte Album der Countrypopsängerin, landete im vergangenen Jahr direkt wieder auf Platz eins in den USA, Kanada und Großbritannien. Das Comeback ist also geglückt.

Musikalisch könnte es also nach der langen Pause nicht besser laufen. Doch seit Sonntag hat die Sängerin ein Problem. Die britische Zeitung „Guardian“ hatte Twain getroffen und sich mit ihr über ihr Comeback unterhalten: Wie schwer sie die Trennung von ihrem Mann traf, wie glücklich sie nun sei, endlich wieder Musik machen zu können. Wie sehr sie sich auf die kommende Welttour freue. So weit, so normal.

Am Ende des Artikels äußert sich die 52-Jährige dann aber ungewohnt politisch: Twain mag nämlich den US-Präsidenten Donald Trump: „Ich hätte für ihn gestimmt, denn obwohl er ausfällig wird, wirkt er auf mich ehrlich“, gesteht Twain in dem Gespräch. „Willst du straight oder höflich? Es ist nicht so, dass man nicht beides haben könnte. Aber wenn ich gewählt hätte, hätte ich keinen Bullshit gewollt“, sagt Twain weiter. Ihre Stimme konnte sie ihm als kanadische Staatsbürgerin natürlich nicht geben.

Für eine konservative Country-Sängerin ist Twains Haltung nicht unbedingt überraschend. Ähnliche Argumente haben schon etliche Promis angeführt: Trump sagt, wie es ist. Er ist ehrlicher als „normale Politiker“. Was kümmert einen schon Political Correctness? Alles schon oft genug gehört.

Doch natürlich kamen Twains Worte nicht überall gut an. Wenige Stunden nach Veröffentlichung des Artikels ruderte die Sängerin auf Twitter zurück. Und schaffte es in vier Tweets die schwammigste Entschuldigung abzusondern, die es seit langem gegeben hat.

„Meine Antwort war misslich, sollte aber keinesfalls stellvertretend für meine Werte angesehen werden und bedeutet nicht, dass ich (Trump) unterstütze“, heißt es in den Tweets unter anderem, oder auch: „Ich mache Musik, um Menschen zusammenzubringen.“

Dass es genug Gründe dafür gibt, Donald Trump als Politiker, Unternehmer oder Mensch abstoßend zu finden, muss an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden. Dass Shania Twain ihn gut findet, ist befremdlich, aber auch das ließe sich verschmerzen. Aber dann soll sie doch bitte einfach dazu stehen und sich nicht hinter diesem furchtbaren PR-Sprech verstecken.

Twains Absicht ist klar: Bloß nicht auch nur einen Fan wegen den Worten verlieren, schließlich soll die kommende Tour ja nicht in leeren Hallen stattfinden.

Zu schreiben, sie unterstütze den US-Präsidenten nicht, aber zuvor klar zu sagen, sie hätte für ihn gestimmt, passt nicht zusammen. Unabhängig davon, dass Twain nicht für „Bullshit“ stimme. Wobei schon seit Jahren jedem Menschen klar sein müsste, dass Trump der König des „Bullshit“ ist.

Nicht jeder Star muss sich auch große Gedanken zur Politik machen. Menschen, die aber zu ihren Einstellungen und Meinungen stehen, wirken am Ende authentischer, als solche, die nach dem ersten Gegenwind sofort wieder zurückrudern. In ihrer Wankelmütigkeit offenbart Shania Twain charakterlich einige Parallelen zu Donald Trump. Und wer weiß: Wer solche nichtssagenden Aussagen wie Shania Twain treffen kann, hat vielleicht auch in der Politik einen Platz.

Quelle: Noizz.de