Xavier Naidoo wurde wegen eines Videos mit rassistischem Inhalt aus der DSDS-Jury geworfen. Zunächst hieß es "vorerst", nun schließt der Sender die Rückkehr des Musikers komplett aus.

Seinen Job in der DSDS-Jury ist er los und aus der Politik erntet Xavier Naidoo auch Kritik: Der Musiker, der mit Liedern wie "Dieser Weg“ und "Sie sieht mich nicht“ jahrelang zu den erfolgreichsten in Deutschland gehörte, bekommt gerade heftige Rassismus-Vorwürfe um die Ohren. Grund: Unmissverständliche rassistische und politische Textzeilen in einem Video. Er selbst bestreitet vehement rassistischer oder ausgrenzender Überzeugung zu sein, doch der Fernsehsender RTL plant die komplette restliche Staffel von "Deutschland sucht den Superstar“ ohne Naidoo in der Jury.

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Warum erklärt Naidoo nicht, wie sein Video gemeint ist?

Die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Annette Widmann-Mauz, kritisierte den Sänger für seine Äußerungen und forderte eine weitere Erklärung. „Solch ein Video ist angesichts der derzeitigen Bedrohung durch Rechtsextremismus brandgefährlich“, sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Wenn Xavier Naidoo sagt, er sei falsch interpretiert worden, dann sollte er noch einmal für alle nachvollziehbar erklären: Was können Hörer hier falsch interpretieren?“ Recht hat Widmann-Mauz: Immer wieder behauptet Naidoo, Rassist zu sein – nur um dann in seinen Songtexten oder dem aktuell kursierenden Video genau das Gegenteil zu beweisen. Kleiner Reality-Check für Naidoo: Zu sagen man sei kein Rassist hat Null Bedeutung, wenn man sich permanent verhält wie ein Rassist.

Der Juror Xavier Naidoo sitzt beim Finale der RTL-Castingshow «Deutschland sucht den Superstar 2019

Hier das Video:

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Auch der Fernsehsender RTL sah nach Naidoos Stellungnahme offenbar weiteren Klärungsbedarf und nahm den Sänger aus der DSDS-Jury. Naidoo bleibe dem Sender viele Antworten schuldig, zudem seien weitere Videos aufgetaucht, die in eine ähnliche Richtung gingen, hieß es in einer Stellungnahme des Senders vom Mittwochabend. Die übrigen Jury-Mitglieder Oana Nechiti, Pietro Lombardi und Dieter Bohlen sollen nun am Samstag zu dritt in der Jury sitzen, hieß es. „Wie es bei den weiteren Liveshows aussieht, werden wir zeitnah bekannt geben.“

Nicht das erste Mal, dass Naidoo Rassismus vorgeworfen wird

Schon in den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Irritationen über Äußerungen von Naidoo gegeben. Etwa als der Norddeutsche Rundfunk (NDR) den Sänger 2015 für den Eurovision Song Contest (ESC). Nach heftiger Kritik zog der Sender die Entscheidung zurück. Naidoo hatte sich gegen die Kritik gewehrt: "Mit meinem ganzen Wesen stehe ich für ein weltoffenes und gastfreundliches Deutschland und einen respektvollen sowie friedlichen Umgang miteinander“, wurde er damals vom NDR zitiert. Ein Jahr zuvor hatte er bei einer Demonstration sogenannter Reichsbürger, die die staatliche Ordnung in Deutschland ablehnen, gesprochen - und später betont, er habe mit den "Reichsbürgern“ nichts zu tun.

Naidoos Statement zu den Vorwürfen:

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In dem nun aufgetauchten Video geht es um Textzeilen wie diese: "Ich hab' fast alle Menschen lieb, aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt, dann muss ich harte Worte wählen. Denn keiner darf meine Leute quälen.“ Wer das Video wann ins Netz stellte, ist unklar.

Naidoos Stellungnahme unzureichend für RTL

In seiner Stellungnahme schrieb Naidoo: "Auch meine Familie kam als Gast nach Deutschland und hat sich natürlich an Recht und Moralvorstellungen des Gastgebers gehalten.“ Diese Selbstverständlichkeit solle für alle gelten - auch, wenn nur ein sehr kleiner Teil dies missverstanden habe. Was oder wen genau er damit meint, präzisierte der Sänger nicht, sondern schrieb weiter: "Aber gerade dieser kleine Teil belastet alle anderen, die hierdurch in "Sippenhaft“ genommen und durch eine erschreckende Zunahme an Gewaltakten in Gefahr gebracht werden.“

RTL verkündete zwar bereits am Mittwoch, Naidoo aus der DSDS-Jury zu nehmen - erst einen Tag später hieß es aber, dass dies für die gesamte laufende Staffel gelte. Der Musiker sei auf das Angebot des Senders, "seine missverständlichen und widersprüchlichen Aussagen plausibel zu erklären, bis heute nicht eingegangen“.

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[Zusammen mit: dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de