Den Livestream, die Finalisten und alle Highlights findest du hier.

Das Halbfinale von #Raptags 2019 ist durch! Die fünf Finalisten stehen fest! Bis es soweit ist, startet am vergangenen Samstagabend aber erst einmal die Zitterpartie für zehn Halbfinalisten. Sie müssen sich im Berliner Fluxbau auf der Chapter-ONE-Bühne beweisen. Zeigen, was sie on stage wert sind. Ihr Ziel: die Jury überzeugen – und einem der fünf Mitglieder unter die kompetenten Fittiche gelangen.

Moderatorin Visa Vie, "HipHop.de"-Journalist Aria Nejati, "Backspin"-Redaktionsleiter Kevin (als Ersatz für "Backspin"-Chefredakteur Niko Hüls), Battle-Rapper Punch Arogunz und Rapper Milonair nehmen sich aus dem Halbfinale jeweils ein Talent mit – um es fürs Finale fit zu machen. NOIZZ ist live dabei.

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Welches Jury-Mitglied sich welchen Kandidaten schnappt, welcher Finalist am meisten überrascht, warum das Konzept #Raptags aufgeht und den Livestream der Show findest du hier:

1. Die Atmosphäre

Wir stehen vor dem unscheinbaren Fluxbau und wissen erst einmal nicht, was uns wirklich erwartet. Von außen lässt sich nichts von dem erahnen, was sich in der Location gerade abspielt – höchstens die Ansammlung an Benzern auf dem Bürgersteig könnte verraten, wer sich gerade im Keller unter unseren Füßen die Klinke in die Hand gibt. Auf einer Treppe steigen wir hinab in eine Welt, die pulsiert vor jungen Rappern, die sich mit einer ordentlichen Portion Testosteron, Schweiß und Leidenschaft auf die Bühne stellen und sich beweisen wollen.

Viele haben ihre Crew dabei, die sich vor dem Auftritt nach vorne drängt. Bier fliegt durch die Luft des kleinen Raums. Halbfinalist Aladdinio bringt die Masse mit seinen einprägsamen Beats zum Dancen und Frayo hat die allertreusten Boys am Start, die am liebsten einen Moshpit starten würden, wenn das der Space erlauben würde.

Niemand ist respektlos der Konkurrenz gegenüber, und wer keinen Bock mehr auf stickigen Rap-Wettbewerbs-Vibe hat, der verzieht sich auf die Terrasse und spuckt kurz in die Spree. Vibe 10/10.

2. Das #Raptags-Konzept rockt

Richtig nice ist das Konzept des Abends – wie ein Poetry-Slam, nur mit Rappern. Über rund zwei Stunden siehst du insgesamt zehn verschiedene Künstler, die sich und ihren Sound präsentieren. Zwischen jedem Mini-Gig dann eine kurze Moderation und ein bisschen Feedback von dieser starken und bunten Jury. Wenn dir einer nicht so megagut gefällt, gehst du kurz eine rauchen oder hälst dein Glas unter den Aperol-Zapfhahn.

3. Eine wirklich solide Top 10

Eine richtig positive Überraschung: Tatsächlich keiner der zehn Kandidaten ist wack oder fehl am Platz. Von Fusko über Aladdinio bis Deno stehen da durchweg talentierte Typen auf der Bühne. Das macht Bock und zeigt auch, dass es in Deutschland viele nice Nachwuchskünstler unterm Radar gibt. Manche haben auch schon echt starke Songs am Start, andere haben im Studio vorher vielleicht eher durchschnittlich abgeliefert, aber dafür eine krasse Bühnenpräsenz mitgebracht. Vom Unterhaltungsfaktor auf jeden Fall super.

4. Ein Überraschungs-Finalist mit Babyface

"Ich habe ganz am Anfang gesagt, dass ich Leute sehen will, die anders sind, dass ich keinen Einheitsbrei sehen will. Ich mach's kurz und schmerzlos – ich will Crush im Finale" – uuuund Stille. Nachdem Jury-Mitglied Aria Nejati den Jüngsten im Bunde, Rapper Crush, ins Finale holt, bleibt der Applause erst einmal aus. "Ich weiß, es ist überraschend. Ich will mit dem Jungen ins Studio, und es wird der größte Hit", schickt der "HipHop.de"-Journalist hinterher. Der Applaus folgt, die Überraschung bleibt.

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Schließlich muss sich der 16-Jährige nach seinem Auftritt vor allem anhören, seine Texte seien nicht ganz altersgerecht, er würde von Dingen rappen, die er selbst noch nicht erlebt hat. So heißt es in seinem Track "UNIKAT": "Komm wir fliegen einfach weg, hab bisschen Cash parat." oder "Ich hau dich windelweich und hole Gewinne rein für die Crew."

Und trotzdem: Crush kann mit seiner Bühnenpräsenz glänzen. Dass er in so jungen Jahren vor einer so branchen-relevanten Jury performt, muss man ihm anrechnen. Und wer weiß: Möglicherweise beweist Aria Gespür und nimmt gerade den Hip-Hop-Teenie-Star von Morgen in seine Obhut.

5. Die fünf Finalisten

Frayo: Der Live-Act des Abends. Keiner hatte mehr Power und Präsenz auf der Bühne. Sein lila Aufzug ist auch hängen geblieben. Swaggy.

Jury-Coach: Visa Vie.

Crush: Der jüngste Rapper im Rennen. Die Performance hatte noch Luft nach oben, seine Songs aber krasses Hit-Potenzial.

Jury-Coach: Aria Nejati.

Xristos: Solide Rapskills mit ordentlich Bumms in den catchigen Old-School-Vibes. Vom Sound damit ein kleiner Ausreißer aus den sonst eher modernen Raps in der Runde.

Jury-Coach: Milonair.

Monochrom: Monochrom sind ein extrem harmonisches Duo. Die beiden Boys kriegen es irgendwie hin, moderne Beats, Kopfnicker-Flows, Schwung nach vorne und eine chillige Atmo unter einen Hut zu bringen.

Jury-Coach: Kevin Backspin.

Deno: Schnelle Technik-Flows auf 808 und Gangsta-Synthies. Denos Flows machen richtig Druck und erinnern ein bisschen an den britischen Grime. 

Jury-Coach: Punch Arogunz.

Hier geht's zum Livestream des #Raptags-Halbfinales:

Quelle: Noizz.de