Jaden Smith ist mehr als nur „der Sohn von“

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Ein Plädoyer für den Filius von Hollywood-Star Will Smith.

Wenn man auf Google News nach Jaden Smith sucht, trifft man vor allem auf eine Schlagzeile: „Jaden Smith und Tyler, the Creator sind tatsächlich ein Liebespaar!“ Den medialen Wahnsinn um seine Sexualität hat der Musiker kürzlich selbst losgetreten. Auf einer Festivalbühne bezeichnete er sich lauthals als Boyfriend des Rappers. Danach noch einmal auf Instagram und anschließend in einem Radio-Interview.

So viel Presse gab es für den Sohn von Hollywood-Star Will Smith lange nicht mehr. Als Rapper lief es für den Kalifornier zuletzt – und ehrlicherweise erstmals – im Jahr 2017 gut.

Seine Single „Icon“ erreichte in Kanada und den USA Gold-Status. Als Schauspieler sorgte er das letzte Mal 2010 für glückliche Kinobesucher, als Kung-Fu-Schüler in „Karate Kid“. Danach wurde er für seine schlechte Schauspielleistung in „After Earth“ mit einer Goldenen Himbeere ausgezeichnet.

Wohl auch deshalb ist Jaden Smith in den Köpfen vieler immer noch nur „der Sohn von .... Ein Rich Kid, dass dank seiner berühmten Eltern an ein paar geile Film- und Musik-Deals gekommen ist. Das mag sogar stimmen. Der 20-Jährige ist trotzdem viel mehr.

Ein Plädoyer für „den Sohn von“

1. Jaden zeigt Gender-Klischees den modischen Mittelfinger

Der Typ weiß genau: Viele halten seinen Kleidungsstil für unpassend – es ist ihm komplett egal. Schon länger sah man den Bruder von Willow Smith in ellenlangen Shirts herumlaufen, die locker als Rock hätten durchgehen können. 2016 tauchte er dann in einer Kampagne von Luxuslabel Louis Vuitton auf. In einem Rock für Frauen.

Im Interview mit dem „Nylon Magazine“ erklärte er kurze Zeit später, welche Vision hinter der gender-neutralen Werbung steht:

Wissen Sie, in fünf Jahren, wenn ein Kind mit einem Rock zur Schule geht, wird es nicht geschlagen und die Kinder werden nicht sauer auf ihn sein. Es ist einfach egal. Ich nehme die Last auf mich, damit meine Kinder und die nächsten Generationen von Kindern denken, dass bestimmte Dinge normal sind, die vor meiner Zeit nicht erwartet wurden."

>> Mehr dazu: Jaden Smith bleibt dabei, dass Tyler, The Creator sien Boyfriend ist

Natürlich werden Jahrhunderte von geschlechtsspezifischen Denkens nicht durch Jaden Smiths Outfit-Wahl vom Tisch gewischt. Ein mutiger Schritt und ein wichtiges Signal in die Gesellschaft ist diese Aktion trotzdem.

2. Musikalisches Durchbeißen trotz viel zu großer Fußstapfen

Stell dir vor, dein Vater ist Will Smith. Er ist nicht nur einer der erfolgreichsten Filmschauspieler Hollywoods und landete in den Neunzigern mit seiner Hauptrolle in der Serie „Der Prinz von Bel-Air“ einen weltweiten Hit. Der heute 50-Jährige schaffte es auch in die Charts, mit ganzen neun Alben. Eines davon, „Big Willie Style“, wurde in den USA mit zehnfach Platin ausgezeichnet. Viele andere mit Gold.

>> Mehr zum Dad: Die 13 freshesten Momente aus „Der Prinz von Bel-Air“

Eine harte Messlatte, die wie ein bedrohliches „Das wirst du niemals erreichen“ in leuchtenden Großbuchstaben allgegenwärtig über einem schweben müsste. Und tatsächlich auch über Jaden schwebte. Schließlich konnte er mit seinen musikalischen Eskapaden nicht annähernd an den Erfolg seines Vaters anknüpfen. Außer eben 2017, als er mit „Icon“ den Godlstatus erreichte.

Kein Übernacht-Erfolg, der „dem Sohn von“ in den Schoss fiehl, als er mal Lust auf Musikmachen hatte: „Ich saß im Studio seit ich sieben bin – und die Leute haben bis in diesem Jahr keinen einzigen meiner Songs gemocht. Also ist das gerade eine wirklich verrückte Erfahrung für mich. Ich hab einfach versucht, Musik zu machen, die Leute verstehen“, erzählte er im Radio-Interview mit „Power 106 Los Angeles“.

Die anderen Tracks waren jedoch keine Chart-Raketen wie „Icon“. Die Messlatte schwebt wohl wieder.

3. Jaden Smith weint in seinen Videos

In den Musikvideos von Jaden Smith gibt es keine arschwackelnden Bikini-Babes, kein Alphatiergehabe, keine geworfenen Fuffies. Stattdessen macht er in „I don’t wanna cry“ das, was ihn am verletzlichsten zeigt:

Er weint – und bricht damit weiter Gender-Klischees auf.

Und zu guter letzt wäre Jaden Smith mit seiner Beziehung zu Tyler, the Creator einer der ersten Mainstream-Rapper, die sich geoutet haben. Und davon brauchen wir im historisch schwulenfeindlichen Hip-Hop ohnehin noch viel mehr.

Ein Hoch auf „den Sohn von“.

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