„Blueface, Baby ... yeah, a'ight!“

In Deutschland ist er noch kein Thema, in den USA gibt es seit einigen Wochen kaum ein anderes: Rapper Blueface. Der 22-Jährige hat es im Herbst 2018 geschafft, durch seinen Song „Respect my Crypn“ zum viralen Meme zu werden und sich darauf aufbauend zum aktuell angesagtesten Newcomer zu profilieren. Aber was ist dran am Hype und warum überhaupt der ganze Wirbel?

Blueface rappt so eigen, dass er mit „Respect my Crypn“ direkt zum Meme wurde. Er trifft teilweise nicht einmal den Takt und seine Flows klingen ungelenk. Dazu kommt seine sich überschlagende Stimme, die das Ganze erst mal zu einem sehr merkwürdigen Gesamtpaket macht.

Aber irgendwie klingt das dann doch ganz schön dope und – was man ihm lassen muss: Sein Rapstyle hat einen krassen Wiedererkennungswert und lässt ihn aus der unübersichtlichen Masse an Rappern der USA tatsächlich herausstechen. Wenn jemand einen Song von Blueface anmacht, dann weißt du hundert prozentig nach den ersten Sekunden, dass es der Kalifornier ist.

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Aber natürlich ist er nicht zum Star geworden, weil er nicht so richtig rappen kann: Blueface hat eine hammer Star-Attitude. Im Video zu „Deadlocs“ (Monate vor seinem Durchbruch) sieht man keinen normalen 20-jährigen Typen ohne Geld: Man sieht einen Superstar; einen Typen, der auf Bühnen, Werbebanner und in Fashionshows gehört.

Dazu kommen Songtexte, die super simple und gleichzeitig total catchy sind:

„Hab mein Gesicht tätowiert – fick auf 'nen Job, wenn ich pleite geh, wird halt jemand ausgeraubt“. Das hat einfach Swag.

Ob und wie lange sich der Hype hält, steht natürlich noch in den Sternen. Aber Blueface macht einen extrem engagierten und ambitionierten Eindruck. Im Interview mit „Everyday Struggle“ Ende Januar erzählt er von seinem Eifer:

„Meine Arbeitsmoral ist einfach richtig gut und war es auch schon immer. Als ich vor ungefähr einem Jahr zum ersten Mal im Studio stand und gemerkt habe, dass ich Rapper sein will, hab ich sofort Vollgas gegeben. Meine komplette Zeit sowie meine Ersparnisse habe ich seitdem in Studio-Sessions gesteckt.“

Das Einzige, was ihm aktuell noch Schwierigkeiten bereite, sei es, genügend Zeit zum Schlafen zu finden.

Blueface hat bereits Features mit G-Eazy, Drake, Lil Uzi und Lil Pump angekündigt. Viel größer kann ein Hype nicht sein, wenn die gesamte A-Liga des Rap-Games nach dir die Finger streckt. Aber wer kann schon wissen, ob wir hier den nächsten Lil Wayne oder bloß eine der unzähligen kurzlebigen Rap-Karrieren vor uns haben ...

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Quelle: Noizz.de