An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.
Rammstein kapitulieren vor Deutschland.

Musikalisch aufregend ist bei der neuen Rammstein-Single Deutschland nun wirklich nichts. Alles wie gehabt, wie gewohnt. Das Video dazu: Ein cineastisch-inszeniertes Spektakel, das bereits im Vorfeld heftigst diskutiert wurde.

Vor allem wegen einer Szene, in der die Band in der für NS-Konzentrationslager typischen Häftlingskleidung am Strang stehen.

Und was sehen wir in dem Video wirklich?

Wir sehen soviel visuellen und kontextuellen Input, den man vielleicht erst nach 20 Mal schauen, wirklich entschlüsseln kann. Fast zehn Minuten geht das epische Comeback in Videoform. Das knallt. Es ist ein Streifzug durch die düstersten Kapitel der deutschen Geschichte, die bildstark, zum Teil übertrieben in Collagen, inszeniert werden.

Da fliegt zum Beispiel die Atomrakete durch das Konzentrationslager, die vorerst gehängten KZ-Häftlinge ballern ihre Naziwärter später weg wie in einem blutrünstigen Tarantino-Streifen. Der Zeppelin Hindenburg explodiert aufs Neue, Mönche essen Sauerkraut und Würste in Gedärmform aus dem Körper einer schwarzen Germania. Am Ende ist eben der Rammstein-Frontsänger Lindemann auch ohne Kopf im Schoße der Germania, die symbolträchtig im Rollstuhl sitzt.

Und Rammstein ziehen das Fazit:

Deine Liebe ist Fluch und Segen. Deutschland! Doch meine Liebe, kann ich dir nicht geben.

Plakativer geht das nicht mehr. Rammstein gehen an die Grenzen und vermischen alles, im historischen Kontext zu einer Orgie an alldem, was schlecht ist oder schlecht sein kann am Deutschsein. Sie wollen eine Debatte loslösen, provozieren, klar.

Man kann der Band noch nicht mal vorwerfen, dass die brachialen Gewaltdarstellungen keinen künstlerischen Mehrwert haben oder vollkommen losgelöst von ihrer Message sind. Das unbehagene Gefühl, das aber, gerade in der Holocaust-Szene, Rammstein vielleicht ein bisschen zu weit gegangen sind, bleibt. 

Quelle: Noizz.de