"Wenn mein Sohn stirbt, dann werde ich mich auch umbringen. Bitte, bitte, ich brauche Hilfe.", sagte seine Mutter unter Tränen in einem Interview.

Rapper Kodak Black sitzt gerade eine vier Jahre lange Haftstrafe ab. Erst im November 2019 wurde der 22-jährige Superstar vom FBI verhaftet. Er hatte mit gefälschten Papieren eine Schusswaffe gekauft, die im Nachhinein an einem Tatort gefunden wurde – behaftet mit seinen Fingerabdrücken. Aber das war nur das Ende vom Lied: Seit er 14 ist, kommt und kam der "Tunnel Vision"-Rapper immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt und saß bereits etliche Male im Gefängnis. Der Vorfall der widerrechtlich gekauften Waffe war auch ein Verstoß gegen seine Bewährungsauflagen und hätte auch zu einer Haftstrafe von zehn Jahren führen können.

Obwohl er mit vier Jahren also glimpflich davon gekommen ist, scheint die Situation für ihn gerade zu kippen:

"Sie töten mich hier drin, strategisch und langsam. Ich werde wieder und wieder erniedrigt.", schreibt Dieuson Octave, so Kodaks bürgerlicher Name, auf Instagram. In drei alarmierenden Posts berichtet der Gefangene von mutmaßlicher Misshandlung im Gefängnis, die gezielt ihm, aber auch anderen Sträflingen seitens der WärterInnen widerfährt. Jedenfalls seiner Aussage nach.

>> FBI verhaftet Rapper Kodak Black

On October 29th I was laced with an unknown substance here in Miami, FDC. That substance gave me an out of body experience and had me feeling like I was possessed and dying slowly. Upon this experience i managed to go to the CO’s office to seek medical Attention (As shown on surveillance cameras). I was denied ! This left me in a state of paranoia. Shortly after I got into an altercation with an innate. This same CO who denied me medical attention, proceeded to pepper spray me which instantly impaired my vision and I was oblivious to who was punching and grabbing me repeatedly in the face. Even after I was on the floor they continued to strike me and deploy more people. I was summoning for them to stop while gasping for my breath. This near death experience felt like dogs were tearing at my skin while they were grabbing and beating me while I was under the influence of this unknown substance that mysteriously hasn’t popped up in my Urine analysis and mysteriously the inmate I was fighting with went home the next day. I was beaten so brutally that I had to be taken to the Box in a wheelchair. I have been here for 45 days without commissary, hygiene stressed out and on psych meds. Having to mourn the loss of my brother Juice World behind the doors. Prior to this there were a few inmates who intentionally beat up ... An officer and no charges were filed. Meanwhile I get into a fight with another inmate and this officer jumps in to inflict harm on himself and capitalize on my status as a local celebrity ... I had officers tell me that the CO was ok that night and that he is trying to go this route. Because he self checked himself in the hospital. I have also heard officers tell me that the CO has been back to FDC and bragging that he will get a quarter million from me. I want to shed this light on police brutality and the tactics they use to cover their behinds. #JUSTICEFORKODAK

"Am 29. Oktober wurde mir (hier im Gefängnis) heimlich eine unbekannte Substanz verabreicht. Diese Substanz hat mir das Gefühl gegeben, als wäre ich besessen und würde langsam sterben. Ich habe es irgendwie geschafft, in das Büro der Gefängniswärter zu kommen und nach Medizin zu flehen. Diese wurde mir verweigert, woraufhin ich paranoid wurde. In diesem Wahnzustand bin ich in einen Streit mit einem anderen Häftling geraten.

Der gleiche Wärter, der mir die Medizin verweigerte, kam und sprühte mir Pfefferspray in die Augen. Ich konnte nichts mehr sehen, habe verzweifelt um mich geschlagen und meine Augen gehalten. Selbst, als ich auf dem Boden lag, hat er noch auf mich eingeschlagen. Ich habe, nach Atem ringend, darum gefleht, dass er aufhört. Auf dieser mysteriösen Substanz war das eine Nahtoderfahrung für mich. Komischerweise ist die Substanz nicht in meiner Urinprobe gefunden worden und komischerweise wurde der Häftling, mit dem ich in Konflikt geraten bin, am nächsten Tag entlassen. Der Offizier hat mich so brutal zusammengeschlagen, dass ich in einem Rollstuhl in meine Zelle gebracht werden musste.

Vor diesem Vorfall habe ich mitbekommen, wie andere Gefangene einen Wärter zusammengeschlagen haben, ohne, dass das juristische Folgen hatte. Währenddessen habe ich Streit mit einem Gefangenen und sofort kommt dieser Offizier dazu und will Kapital daraus schlagen, weil er weiß, dass ich ein reicher Star bin. Er will mich nun wegen schwerer Körperverletzung auf 250.000 Dollar verklagen – obwohl ich von anderen Wärtern weiß, dass er direkt nach dem Vorfall normal auf seiner Position gearbeitet hat. Ich möchte hiermit Licht auf die Brutalität der Polizei und ihre Taktiken werfen, diese zu verstecken", schreibt Kodak am Ende des Posts, den er im Dezember 2019 auf Instagram veröffentlichte.

Lieutenant F. Arroyo has been very vindictive towards me and I have a strong feeling it has something to do with me being set up, laced, bruised and brutally beaten two weeks before my court date. There is a big conspiracy going on in this building on Me. Santiago Torres is using her position wrongfully in Miami FDC and is abusing her authority. She has been writing falsified incident reports on me, to take phone privileges that I get once a week while in solitary. Also, doing anything to take my gain time so that I come home literally when I am supposed to. One morning, she pulled me out my cell to tell me she is going to “Take my pretty little girlfriend off my visitation list’. For no other reason but to add insult to my distress. Not being able to see my significant other while locked away in this hell hole. Also, I was denied visit with my mother on December 23, two days before Christmas. Not only does my incoming mail take an average of a month To get to me but they are messing with my outgoing mail as well. My family hasn’t received none of my letters for the holidays. Which is borderline cruel and unethical, but as if all this is not enough, on December 31 New Year’s Eve to be exact, I was handed an empty tray for breakfast. I brought it to their attention, but nothing was done for me. Since the camera shows them entering a tray through my flap, but meanwhile there is nothing in my tray when i. opened it. They are strategically killing me slowly in here. I have been humiliated over and over again. I am highly disappointed in the way they have treated not only me, but all the other inmates in this facility. With their self serving agenda they will always side with their fellow officers whether right or wrong.

Weiter heißt es: "Oberleutnant F. Arroyo verhält sich mir gegenüber sehr rachsüchtig und ich habe das starke Gefühl, dass das auch etwas damit zu tun hat, dass ich hier zwei Wochen vor meinem Gerichtstermin planmäßig auf Drogen gesetzt und brutal zusammen geschlagen wurde. In diesem Gefängnis gibt es eine große Verschwörung gegen mich. Santiago Torres missbraucht ihre Position und Autorität. Sie verfasst falsche Führungsberichte über mich, damit ich meine wöchentlichen Telefonate nicht führen darf.

Eines Morgens kam sie in meine Zelle, um mir zu sagen, dass sie meine 'kleine, niedliche Freundin von meiner Besucherliste streicht' – nur, damit sie mir im Anschluss "Beleidigungen" als Fehlverhalten aufschreiben kann. [...] Sie hat auch den letzten Besuch meiner Mutter gestrichen – zwei Tage vor Weihnachten.

Nicht nur, dass meine einkommenden Mails über einen Monat brauchen, bis ich sie schließlich lesen kann, sie pfuschen mit meinen gesendeten Mails genauso rum. Meine Familie hat keinen meiner Briefe erhalten, die ich ihnen für ihre Urlaubszeit geschrieben habe. Nicht nur das: Am 31. habe ich einen leeren Teller zum Frühstück erhalten. Ich habe das angesprochen, aber sie haben nicht reagiert. Sie töten mich hier drin, strategisch und langsam. Ich werde wieder und wieder erniedrigt."

Bisher gibt es für seine Anklagen keine Beweise. Sollte er aber recht haben, dann nutzen seine WärterInnen ihre Machtposition auf brutale und illegale Art aus. Seit dem 23. Januar ist Kodak übergangsweise in einem anderen Gefängnis. Seine Anwälte und seine Mutter wussten von der Verlegung nichts, die zufällig an dem Tag stattfand, als sie einen Besuchstermin hatten. Sie vermuten eine gezielte Verlegung, damit er keine Gelegenheit bekommt, mit seinen juristischen Verteidigern zu kommunizieren.

"Wenn mein Sohn stirbt, dann werde ich mich auch umbringen. Bitte, bitte, ich brauche Hilfe", sagte seine Mutter am selben Tag unter Tränen in einem Interview.

Am 14. August 2022 soll Kodak wieder auf freien Fuß gelangen.

>> Warum Rapper Kodak Black fast 4 Jahre ins Gefängnis muss

Quelle: Noizz.de