Die Norweger wollten eigentlich nur gemeinsam Bier trinken ...

The Modern Times haben am heutigen Freitag ihr neues Album "Algorythmic Dance Music" heraus gebracht und wir sagen: Anhören. Am besten bei alten Chicken Wings und lauwarmem Bier. Für mehr braucht es gar nicht reichen. Auf die Fresse bekommt man von der Band dennoch.

"I should take my job more seriously...(...) I should do something with my life", heißt es im Song "Stuck At Work" – sind ja wirklich hübsche Konjunktive, die sie da von sich geben. Meine Fresse, wenn man sich wirklich immer danach orientieren würde, was man eigentlich müsste und sollte, wäre das Leben vor allem eins: Korrekt aber ziemlich öde. Wissen auch The Modern Times und legen eine ziemlich eindeutige Haltung an den Tag:

Nehmt euch doch alle nicht so ernst!

"Wir haben angefangen Musik, zu machen, weil wir miteinander abhängen und Bier trinken wollten", erklärt Sänger Magnus. The Modern Times sind tatsächlich gemeinsam irgendwo im norwegischen Hinterland aufgewachsen und fanden sich schon ohne Musik ganz gut. Das mit der Band kam dann irgendwie zufällig. Das merkt man: Wenn man die Jungs live sieht, ist man vor allem begeistert von der Dynamik der Band. Die Songs tun natürlich ihr Übriges.

Mit unvergleichlichem Gespür für Melodien, die immer ein bisschen daneben sind, und schiefen Texten gebettet in, sagen wir, herausfordernden Harmonien, machen The Modern Times aus Norwegen großartigen Slacker-Pop. Was sie dabei unvergleichlich gut hinbekommen ist das mit der Ironie.

Ironie und ein Stinkefinger für die gesamte Welt

So richtig weiß man nämlich nicht, ob die das alles ernst meinen, was sie da so beschaulich in die Mikros rotzen. "Wir schreiben über das, was uns interessiert. Und zwar ziemlich straight. Wir mögen keine Metaphern", macht Magnus klar. Seine Stimme changiert immer zwischen totalem Ausfall, ungehaltenen Tönen und kindlicher Naivität.

Das ist einerseits hübsch und andererseits vollkommen einnehmend. Am Ende des Tages machen The Modern Times nämlich einfach großen Spaß, wenn man ihnen dabei zusehen kann, wie sie der gesamten Welt den Stinkefinger hinhalten – und verschmitzt wegschauen, wenn sie dabei erwischt werden.

So, und bevor irgendwer meckert, die Jugend würde zu wenig politisch sein oder einfach nicht genug Aussagen formulieren, sagen wir mit The Modern Times: "Ja, stimmt. Fick dich!" Danach holen wir uns lauwarmes Dosenbier beim Späti und stimmen mit ein, wenn The Modern Times ihren Song "The World Needs More Parties" singen, weil sie dabei einfach Wahrheiten formulieren: "The world needs more parties at least thats what I think, cause I need an excuse for having a drink!" – damit ist dann alles gesagt.

Danke. Tschüß.

The Modern Times spielen wenige Gigs in Deutschland:

9.10. Hamburg im Pocca

10.10. Berlin im Cassiopeia

Das Album "Algorythmic Dance Music" erscheint am 30. August bei Jansen Records. Es ist überall zu hören, wo man Musik halt so herbekommt.

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Quelle: Noizz.de