Wir reisen gemeinsam mit der Band auf einen Glitzerstern.

Ist es ein Auto? Ist es ein Flugzeug? Ist es ein E-Roller?! Nein! Es sind SYTË. Oder genauer: Unsere Band der Stunde aus dem Kosovo. Zumindest wenn wir so ein bisschen melancholisch, bisschen verträumt und etwas uneins mit uns selbst auf Verzauberung hoffen. Geht sogar an regnerischen Herbsttagen, wie ihr euch hier selbst vergewissern könnt:

SYTË das sind Sängerin Nita Kaja, Produzent Drin Tashi, Bassist Fatlind Ferati und Schlagzeuger Granit Havolli. SYTË das ist international: Kaja ist eigentlich aus New York, gefunden haben sich die Bandmitglieder allerdings in Prishtina, Kosovo, wo die Sängerin seit zwei Jahren lebt. Ihr Bandname ist dagegen von der albanischen Sprache inspiriert und bedeutet "Augen". Seit ihrer ersten selbstbetitelten EP im Juli 2018 waren sie dann auch noch international immer mal wieder auf Tour, spielten sich den sogenannten Wolf auf Konzerten und Festivals. Ist hier jemand ein bisschen wurzellos? Vielleicht. Wobei das die Band selbst so nicht sagen würde: Sie sehen sich als typische Kinder einer Generation, die überall zu Hause ist. Die konstante Bewegung ist hier lebensimmanent und findet sich auch in der Dynamik ihrer Musik wieder. Daher schließt Kaja: "Hoffentlich bleiben wir niemals stehen."

Das mit der Musik ging bei allen vieren schon früh los. Bassist Ferati etwa hörte sich die Red Hot Chili Peppers in seiner frühen Jugend an. Seither ist er Bassist, weil da etwas "Klick!" gemacht hat. Sängerin Kaja hingegen hasste es früher zu singen, weil sie dann immer anfangen musste zu weinen. Irgendwann erkannte sie, dass die freigesetzten Emotionen ihr zur Kunst verhelfen. Deshalb schafft sie es auch spielerisch, ernste, emotionale und tiefgründige Texte in glitzernde, luftige Songs zu verwandeln. "Zum Beispiel 'Pink Roses': Der Song ist über mein ungesundes Leben und die Tatsache dass ich extrem besessen von der Vergangenheit eines früheren Partners war. Ich glaube, man würde das beim ersten Hören nicht von diesem Song erwarten." Was sagt ihr?

Ziel der Musik ist es auch, Menschen zu befähigen, sich ihrer eigenen Gefühle wieder etwas bewusster zu werden. Kaja merkt an, dass wir alle immer dazu angehalten werden, gute Vibes zu versenden – ihrer Meinung nach ist das vollkommen unrealistisch immer gut drauf zu sein. Sie fordert deshalb: "Erlaubt euch selbst wütend zu sein, etwas zu hassen oder sogar eifersüchtig zu sein." Die Gefühle kann man dann super kreativ verarbeiten, etwa in Kunst. So wie SYTË zum Beispiel. Gar kein falscher Ansatz: Wenn man ein reges Innenleben hat, kann man auch etwas daraus machen, statt alles zu unterdrücken. Finden wir gut. Vor allem, wenn die Kompositionen dann so klingen, wie hier: Federleicht, mit starken Anleihen zu Funk und Jazz, mit eingängigen Refrains und unermüdlicher Energie.

Zum Ende unseres Gesprächs haben wir dann auch noch die wirklich wichtigen Fragen gestellt:

Noizz: "Wenn ihr ein Löwenfisch wärt, wie würdet ihr heißen?"

Nita: "Leo Queen: Aquatic Edition"

Drin: "Kenti Jeck"

Fatlind: "Sharoken"

Granit: "DJ Kthetrra"

Wir haben nicht nach Begründungen gefragt, finden das aber alles fast genauso großartig, wie die Tatsache, dass das zweite Album von SYTË voraussichtlich noch dieses Jahr erscheint. Wir können es kaum erwarten.

Quelle: Noizz.de