„Platin war gestern“: So dissen Kollegah und Farid Bang den Echo, Helene Fischer, Frauen

Sabine Winkler

Indie, Kaffee & Liebe
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Das mit dem Echo haben die beiden wohl noch immer nicht verkraftet ... Foto: Jörg Carstensen / dpa dpa Picture-Alliance

Und wir tun es nicht noch einmal.

Nicht JBG war gestern, nein, „Platin war gestern“ – so heißt das neue Album von Farid Bang und Kollegah. Damit man beide Alben aber nicht vergisst, werden beide Titel möglichst oft  in den 15 (!) Songs untergebracht. Hach, wie schön.

Und klar, wir alle sind gespannt darauf: Worüber rappen die zwei denn diesmal? Dass sich die sensationslüsterne Presse-Meute natürlich auf ihre Zeilen stürzen würde war Kollegah und Farid Bang natürlich schon von Anfang an klar – und so kommt es in „G-Modelle“ zu der sehr inter-referenziellen Zeile: „Ey, Reporter recherchier'n und suchen fieberhaft nach Zeil'n. In meinen alten Songs, ja nice, die Streamingzahlen steigen.“ Jo. Genau deswegen und nur deswegen.

Eigentlich sollte man an dieser Stelle fast aufhören, sich weiter durch „Platin war gestern“ durchzuhören. Aber nach dem ganzen Echo-Eklat überwiegt dann doch der Ethos. Und ja, scheiße Mann, wir wollen wissen, über wen oder was der Boss und der Banger so rappen.

Haben sie den Echo-Abend mittlerweile verkraftet? Mitnichten. Was sonst so geht, wir haben die krassesten Zeilen und Anspielungen für euch rausgesucht (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Aber eins steht fest: Schlager-Rap wird es bei den beiden nie geben. Dafür gibt es einfach zu viele Helene-Disses.

Was Farid Bang und Kolegah noch so über den Echo zu sagen haben

In „Sturmmaske“:

„Für die letzten Echo-Gewinner der Rap-Geschichte. Wenn ich die Zeitung aufschlag', les' ich einen Skandal. Bei dem jeder über mich redet, doch keiner mich fragt.

Große Massenhysterie wie im Kalten Krieg. Sie geben Echos zurück wie ein Waldgebiet. Früher hatten wir nur YouTube-Hype. Heut sind wird in jeder Kuhdorf-Zeitung bis zur New York Times.“

InAll Eyez On Us":

„Niemals, guck, was aus Deutschland wird, Bruder. Nur Boykotte und Zensur'n, keiner, der hinter uns steht“ aus: Sturmmaske. Sie wollen uns mundtot machen (hey), sie fordern den Echo-Verweis. Nackenschellen für Journalisten, dann habt ihr auch ma' paar Verbände am Hals (hey).

Eure Hetzkampagnen stützen sich auf nichts. Wie euer Knochenmark, denn ihr seid rückgratlose Bitches. Irgendwann rappen wir nichts mehr, irgendwann sprechen wir nichts mehr.“

In „Nuklearer Winter"

„Machte Hammercurls, bevor ich den Echo entgegennahm (ey). Beim Echo wollten sie, dass ich bald hinter Gittern rhyme. 60-Jährige, die mir Mittelfinger zeigten. 60-Jährige wollen uns abschieben, Bitch.

Und hören erst auf, wenn zwischen uns ein Knastriegel ist Düsseldorfer Sprücheklopfer, ich bleib' Ghettoprolet. Und eine Kugel auf dich, als wärst du die Echo-Trophäe, Bitch.“

In „Vanderlei Silva"

„Onanier ich auf die Zeitung, als wär's Klopapier. Weil ich kein'n Fick geb' auf das Zeug, das behinderte Medien streu'n. Alles mickrige Schäden, Mois, nichts linderte den Erfolg. Denn ihr beeinflusst mit eurer Pisse nur den im Volk.“

In „G-Modelle“

„Und das Echo-Thema wurd' breitgetreten wie Kickboxerbeine.“

In „Geister, die du riefst“

„Sie hören mich beim Echo, als würd' ich in Wald reinrufen (ey). Ich will Rapper seh'n, nicht im Escalade. Sondern in Mordvermissten-Anzeigen. Ich bin dort, vernichte Beweise. Was auch Journalisten beschreiben (yey) Und vor dem Richter wird scheiße, bis zum Haupttag zittern. Ich soll für den Mord bezahlen wie bei Auftragskillern (ja).“

Der gesamte Song „Echo in der Hood“:

Wen sie so dissen

Die AfD und die Geissens in „Sturmmaske“: „Mit dem linken Handrücken auf AfD-Wähler. Hau' den Nazi und Ehemann von Carmen zum Pflegefall.“

Nochmal die Geissens in „Mitternacht 2“: „Guck dir Carmen an, uns zu dissen war ein Riesenfehler.“ Und: „Ab jetzt geht es mit der Geiss bergab wie der Ziegen-Peter“

Rin: „Weil ich ihn mit einer Bitch verwechsel', ficke ich diesen Rapper RIN.“ In „All Eyez On Us“

„Das ist Rap, hier bin ich, und nicht irgendein RIN, der Boss. Besser, du kriegst das in dein'n Hinterkopf wie dein'n Hipsterzopf. Sonst wird auf ein Blutbad eingestimmt. Blanke Wut begleitet mich, als wär' ich Super-Saiyajin. Was Romantik? In mein'n Flitterwochen splittern Knochen (yeah).“ In „Mitternachtt 2“

Die BILD: „Denn die BILD-Journalisten wollen die Masse manipulier'n wie 'ne Testokur.“ In „All Eyez On Us“

Die Medien generell: „Die Medien, sie wollen mich ficken, und tun, als ob ich Rassist und Vergewaltiger wär'.“ In „Schuldig bei Verdacht“

SIXTN: „Ich hab' mehr Rapper gefickt als die Weiße von SXTN.“ In „Angriff ist für immer“

„Kann sein, dass ich irgendwann diese SXTN-Ische ma' donner und sie den Kopf senkt wie die Sixtinische Madonna.“ In „Geister die du riefst“

„Mache Millionen und das Koks-sniffende Mondgesicht von SXTN.“ In „Boss und Banger“

187 Strassenbande: „Deutsche Kanaks biten zu viel 187-Sound Realtalk, mein Wagen teurer als ein Einfamilienhaus aus Ausnahmezustand.“

Helene Fischer: „Was uns mit Helene verbindet? Jeder will uns ficken.“ In „Nuklearer Winter“

„Helene meint, dass wir für Rap kein'n Respekt verdienen. Eine Frage, hast du schon mal einen Text geschrieben? (hä?) Oder mal selbst entschieden (hä?) (...) Was zieh' ich an auf Bühnen? Nein (nein), du musstest nur den richtigen Mann verführen.“ In „G-Modelle“

Shindy: „Ich werd' Shindy wegen Raubmotiv aus dem Auto zieh'n. Drei Stunden später liegt der Hund bei der Autopsie. Sie fanden sein'n Kadaver mit Tesafilm am Mund (...) Shindy kriegt zwei Tritte an den Schädel (eins, zwei). Und kann dann den dritten nicht mehr zählen (yeah). Zahlt ihr mal weiter Schutzgeld, was ihr nicht rafft, ist. Gibt 'ne Kuh keine Milch mehr, wird sie geschlachtet.“ In „Der letzte Krieg“

Wo sie latent antisemitisch werden:

In „All Eyez on Us“:

„Wir zwei sind ein Bündnis for life, der Körper klar definiert. Im Gegensatz zu eurem Verständnis von Künstlerfreiheit (Künstlerfreiheit)“

In „G-Modelle":

„Ich verteil' paar Highkick-Bretter und treffe den Freiwild-Sänger“

Wie sie zu Frauen, so ganz im Allgemeinen stehen:

In „All Eyez on Us“:

„Die einzige Frauenbewegung, die ich respektiere, ist Twerken (yeah)“

In „Schuldig bei Verdacht“

„Ich bang' diese Nutte, sie macht den Dick zu 'nem Schwellkörper. Tagelang ficken, der Dauerlärm macht den Hotelpförtner zum Selbstmörder (bang)“

In „G-Modelle“

„Ich machte deine Mademoiselle zum Aktmodell (yeah). Bange die Kleine, während mein Butler still und brav in der Ecke steht und mein Sakko hält (yeah).“

„Lasse die Schlampen bügeln, sie bügelt mein gelbes Gewand. Nicht weil ich frauenfeindlich bin, sondern weil ich's selber nicht kann“

In „Tetris mit Batzen Scheinen“:

„Bitches machen vom Bentley Fotos, stellen sich drauf, dancen Go-go“

„Nutten, die ich ficke, haben mindestens Doppel-F wie das Fendi-Logo.“

Und wie ist das Fazit?

Ja, vielleicht gibt es jetzt einen Diss gegen mich. Manches von „Platin war gegen gestern“ verstehe ich ja auch. Die Probleme, die eine ganze Generation mit Migrationshintergrund hat, werden plakativ auf den Tisch geknallt. Für viele viel zu platt, so dass sie nicht mehr ernst genommen werden. Aber manches geht eben auch einfach zu weit. Aber gut, auch Farid und Kollegah haben die AfD als größten Feind.

Wer „Platin war gestern“ a.k.a. PWG hören und sich ein eigenes Bild machen will, kann das hier tun:

Quelle: Noizz.de

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