Und trotzdem funktioniert die Mischung.

Gerade als man sich gefragt hat, was eigentlich mit Eunique passiert ist – nach ihrer riesen Album-Promo im Frühjahr war es abgesehen von ein paar Festivals erstmal ruhig um die Deutschrapperin – taucht ihr Name wieder in den Song-Releases auf: neben Mortel und Mashanda.

Interessant. Mortel, die selbsternannte „Stimme der Unterschicht“, und Mashanda, die deutsche Mischung aus Kehlala und Sevdaliza am samtig-elektronischen R'n'B-Himmel. Und dann dazu Eunique, die freche provokante Newcomerin mit Affinität zu Autotune und atmosphärischen Intros.

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Wer hat die drei Nudeln eigentlich in einen Kochtopf geworfen? Merkwürdig, aber die Mischung funktioniert. Der Song „Auf Ewig“ ist ein kleiner Vorgeschmack auf sein am 13. Juli erscheinendes Album. Der Vorgeschmack ist gelungen – aber nicht wegen Mortel.

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Das Video eröffnet in einer Kapelle. Eunique lässig im Beyoncé-gemahnenden Formation-Outfit breitbeinig auf der Orgel chillend, Mashanda adrett ganz in Weiß vor ihr. Richtig geil. Und dann – Mortel. In schlaffen Jeanshosen und mit billiger Ghetto-Chain aus dem letzten Jahrzehnt fängt müde an, aus halbgeschlossenen Augen schon zehntausend Mal gehörte Lines zu „rappen“.

„Gebe nicht nach / Bin für die Szene zu hart / Leb' in den Tag / Bruder häng' täglich im Park.“

Dazu schlaffe generische Handzuckungen, während er sich die Hose hochzieht. „Cool“.

Doch dann die Hoffnung: Mashanda mit wirklich fetzig-eingängigem Refrain über Jazz-Harmonien, vermutlich der Beitrag von Co-Produzent J.S. Kuster, der zusammen mit Bulenzho den Beat für den Song gebastelt hat.

Eine zweite Strophe darf Mortel dann auch noch loswerden (irgendwo ist es ja schließlich noch sein Song), und dann liefert Eunique zum Ende hin noch einmal richtig ab. Mit bedrohlicher Gang im Hintergrund wimmeln ihre Bars vor verdammt guten Lines. Nur eine davon:

„Vorsicht, hier gibt es Regeln / Nummer eins lautet: Mach mehr aus die’m Leben / Nummer zwei: Niemals im Leben ergeben / Drittens: Dich juckt nicht, was andere reden“

Alles in allem ein sehr gut produziertes Video voller Glitch-Effekten und 90s-Vibe inmitten eines dunklen, gefährlichen Farbkonzepts. In Sachen Inhalt können wir aber gerne darauf hoffen, dass Mashanda und Eunique Mortel ein bisschen inspiriert haben, mehr Feuer hinter seine Worte zu stecken. Genau das fehlt dem Rapper auf diesem Track nämlich leider.

  • Quelle:
  • Noizz.de