"Für mich ist das einfach nur eine politisch korrekte Art, das 'N-Wort' zu sagen."

Tyler, the Creator hat mit seinem Rekord-Album "Igor" den Grammy 2020 für das beste Rap-Album bekommen. Das von Kritikern hochgelobte Album konnte die Jury mit seinem einzigartigen künstlerischen Ausdruck überzeugen. 2019 konnte sich das um die Kunstfigur "Igor" gesponnene Projekt vom 28-jährigen Tyler in den Charts gegen DJ Khaleds "Father of Ashad" durchsetzen und landete auf Nummer Eins.

Eine historische Eins: Es war das erste Mal in der US-amerikanischen Musikgeschichte, dass ein Solokünstler mit einem Album auf der Pole-Position landete, das er zu 100 Prozent selbst produziert, gemixt und gemastert hat.

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Eigentlich ein cooles Zeichen, wenn ein Album wie "Igor" einen Grammy gewinnt. Ein Zeichen, dass kreative Avantgardisten belohnt werden und man auch als industrieller Außenseiter mit dem Preis nach Hause gehen kann. Bei einem Interview nach der Verleihung kritisierte Tyler seine Preisgeber trotzdem scharf und warf ihnen Rassismus vor.

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"Immer, wenn wir – und mit 'wir' meine ich Leute, die so aussehen wie ich – Musik machen, die Genres sprengt, werden wir in die Kategorie 'Rapper Urban' gepackt. Und ich mag das Wort 'Urban' nicht. Für mich ist das einfach nur eine politisch korrekte Art, das 'N-Wort' zu sagen. Und ich frage mich, warum wir nicht einfach in 'Pop' sein können", antwortet Tyler auf die Frage, wie er zu seinem Preis steht.

Auf der anderen Seite freue er sich extrem, dass Künstler wie er, die nicht im Radio stattfinden und in einer komplett anderen Blase existieren als der Mainstream, einen so großen Preis wie den Grammy gewinnen können.

Mit seiner Kritik steht der in Kalifornien geborene Rapper nicht allein da

Der quasi unmittelbar vor der Preisverleihung gekündigte CEO Deborah Dugan, steht aktuell in Rechtsstreit mit den Grammys. Sie hat die Institution wegen Korruption, sexuellen Übergriffen und vielem mehr angezeigt. Und auch Rap-Mogul P. Diddy warf den Awards in seiner Redezeit Rassismus, Diskriminierung und Mangel an Vielfältigkeit vor: "Leute, ihr tötet uns hier, Jahr für Jahr."

  • Quelle:
  • Noizz.de