In unserer Interview-Reihe "Allein zu Haus" zeigen Künstler*innen und Musiker*innen ihr Zuhause und erzählen, was sie gerade jetzt in der Corona-Krise bewegt. In dieser Folge hat uns die Singer-Songwriterin Mxmtoon einen Einblick in ihren Alltag gegeben. Bekannt wurde die 19-Jährige über TikTok, inzwischen verzaubert sie die Musikszene aber mit ihrem handgemachten Dream-Pop.

Maia ist 19 Jahre alt, kommt aus Kalifornien und hat mehr als eine Million Follower auf TikTok. Dort nennt sie sich Mxmtoon, aber ihre eigentliche Leidenschaft ist nicht TikTok, sondern das Songwriting. Im vergangenen Jahr hat sie ihr Debütalbum "The Masquerade" veröffentlich und konnte mit ihren fesselnden Dream-Pop-Hymnen, die zum Großteil in ihrem Schlafzimmer entstanden sind, Kritiker und Fans in ihren Bann ziehen.

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Aber nicht nur musikalisch ist Mxmtoon ein echtes Talent: Für ihr neustes Werk, die EP "Dawn" hat sie zusammen mit sieben verschiedenen Zeichnern jeden Song auf der EP illustriert. Auch eine Art, der Corona-Langeweile zu begegnen.

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Eigentlich lebt Maia im New Yorker Stadtteil Brooklyn – die Stadt in den USA mit den meisten Coronafällen. Bevor die Ausgangssperre verhängt wurde, ist Maia wieder zurück zu ihren Eltern nach Kalifornien gezogen. Temporär wohlgemerkt. Wie es ist, wieder zurück zu Mama und Papa zu ziehen und was die neuen Routinen mit ihr anstellen, hat sie uns im Interview verraten.

So denkt Mxmtoon nach rund 44 Tagen in Corona-Isolation:

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NOIZZ: Wie lange bist du schon in Isolation – und vor allem: Wie kommst du damit zurecht?

Maia (Mxmtoon): Heute ist der 44. Tag – glaube ich ... nicht, dass ich sie zählen würde! Ich bin wieder zu meiner Familie und unseren vier großartig verrückten Haustieren gezogen. Ich bin wirklich froh, mit ihnen zusammen zu sein!

Was genau bedeutet "Isolation" in deinem Fall? Gibt es eine Gruppe von Menschen, die du noch siehst, machst du also Ausnahmen?

Meine Familie und ich haben fast einen Monat gewartet, bis wir uns getraut haben, die Familie meines Onkels zu besuchen. Sie wohnen wirklich nicht weit weg von uns. Sie haben zwei Kinder – und mit denen jetzt gerade in dieser Situation klar zu kommen, ist fast so, wie ein Soldat inmitten dieses Chaos in der Welt zu sein. Aber das sind die einzigen anderen Menschen, die wir sehen. Wir halten das in unserer Familie mit der Isolation sehr strikt. Einmal die Woche gehen wir einkaufen im Supermarkt, gehen mit den Hunden Gassi. Aber ansonsten bleiben wir, so gut es geht, drinnen.

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Magst du es, zu Hause zu sein oder gibt es etwas, dass du besonders vermisst?

Am Anfang fand ich es gar nicht so schlimm – aber ich glaube, wir werden noch lange in diesem Zustand bleiben müssen. Ich bin total introvertiert, deswegen war das mit dem nicht nach draußen gehen und sich nicht so krass sozial auszutauschen, für mich nicht so das Ding. Ich glaube, was es für mich besonders schwer macht, ist die Tatsache, dass ich erst im Januar umgezogen bin – und jetzt bin ich in meine Heimatstadt zurückgeflogen, um jetzt, wo die Welt sich verändert, bei meiner Familie sein zu können. Es ist verrückt: Vor zwei Monaten habe ich ein neues Kapitel in meinem Leben gestartet, ich war aufgeregt, wollte viele neue Dinge angehen – und jetzt hat das Leben eben einen anderen Plan. Aber wir versuchen, alle damit klar zu kommen. Wir versuchen, einfach von Tag zu Tag zu leben.

Was ist dein Lieblingsplatz zu Hause und warum?

Am liebsten bin ich draußen auf der Terrasse oder in meinem eigenen Zimmer. Ich sitze wirklich oft draußen und röste Marshmallow, während ich mir Podcasts anhöre. Ich genieße diese Zeit, weil sie nur für mich ist. Mein Zimmer ist auch eine Art "safe place". Hier werde ich kreativ, schlafe, esse und tanze manchmal einfach so alleine, mitten in der Nacht. Beide Orte helfen mir, nicht irrezuwerden, vor allem wenn du noch sieben andere Familienmitglieder um dich herum hast.

Die Terasse, auf der Maia Marshmallows isst und Podcasts hört.
Die Aussicht aus ihrem Zimmer

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Maias kreativer Space in ihrem Zimmer

Hast du irgendwelche Do-it-yourself-Projekte gestartet, jetzt, wo du zu Hause bist und mehr Zeit hast?

Daran denke ich die ganze Zeit! Aber schon seltsam: Irgendwie macht mich die Isolation müder und träger als sonst, wenn ich normal zur Arbeit gehe und dann wieder nach Hause komme. Nun sitze ich, wenn ich nicht an irgendwas arbeite, oft einfach nur rum und schaue TV. Ich wäre so gerne der Quarantäne-Typ, der die ganze Zeit spaßiges Zeug mach und kreative Projekte startet, während man von zu Hause aus arbeiten kann. Aber in Wirklichkeit bin ich nur ein Couch-Potato, der gerne Videogames zockt und "The Office" schaut.

Was ist dein bester Rat, um mit der Isolation fertig zu werden?

Routinen! Behalte dir so viele bei, wie du nur kannst. Ich hab vieles, was ich sonst in meinem normalen Alltag untergebracht habe, schleifen lassen – egal ob das jetzt spazieren gehen war oder sich einen Kaffee um die Ecke zu holen. Aber wenn man in so einer Stimmung ist, dass jeder Tag irgendwie ineinander übergeht, ist es gerade wichtig, gewisse Dinge einfach durchzuziehen. Ich glaube, das hilft einen, im Inneren ein bisschen zur Ruhe zu kommen, bei all dem Chaos. Es gibt Zeit, nachzudenken. Für mich geht das ganz gut mit Meditieren!

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Wenn du einen Wunsch hättest: Was sollten wir alle als Lektion aus dieser Krise mitnehmen?

Jeden Moment bewusst zu leben. Nur weil die Welt um uns herum schrecklich und unklar ist, können wir trotzdem alles bewusst erleben, denn wir haben nur diese eine Zeit, in der wir leben. Ich glaube, viele Menschen sehen die Isolation gerade als eine Art Pause von der Welt, in der wir sonst leben. Aber so muss das doch gar nicht sein! Man kann seine Zeit so vielfältig nutzen! Nimm dir Momente, um einfach nur Mal mit deinen Gedanken da zu sitzen, dir darüber klar zu werden, was dich glücklich macht und was nicht und nimm das mit, für alles, was noch kommen mag!

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Hier kannst du Mxmtoons EP "dawn" hören:

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Während Maia versucht, in der Coronaisolation nicht durchzudrehen und sich bei Laune hält, hat sie, wie bereits erwähnt, auch eine neue EP veröffentlicht. Sie heißt "Dawn" und ist lange vor der Covid-19-Pandemie entstanden. Die sieben Songs sind vielleicht der perfekte Soundtrack, um einfach mal los zu lassen, und sich Tagträumereien hinzugeben. Und gerade das kann man jetzt gut gebrauchen! Im Herbst soll dann die Schwester-EP "Dusk" kommen.

  • Quelle:
  • Noizz.de