Eine Stunde lang wirklich relaxter Sound direkt aus München ...

Lukas Ebeling alias Bogus Trumper ist eine Hälfte von INRS aus München und packt seine Plattentasche leichter, wenn er mit seinem DJ-Partner Bocaj auflegt.

Podcast und Interview für Emotional Content musste er allerdings alleine bestreiten.

Emotional Content: Lukas, wie kommst du zu deinem Pseudonym „Bogus Trumper“?

Lukas: Zu Bogus Trumper komme ich durch meinen Lieblingsroman, den ich in der Phase, wo ich mir Gedanken über ein Pseudonym gemacht habe, las.

Emotional Content: Fred „Bogus“ Trumper, der Protagonist in John Irvings Roman „The Wather Method Man“, wirkt oft so, als ob er Entscheidungen vor sich her schiebt. Wie einfach (oder schwer) fällt es dir, deine Plattentasche zu packen?

Lukas: Das ist von Veranstaltung zu Veranstaltung ganz unterschiedlich, je nachdem, ob ich schonmal in dem Rahmen aufgelegt habe, es ein neues Umfeld ist und ob ich den ganzen Abend auflege oder eine fixe Zeit spiele.

Emotional Content: Welche Platten hast du immer dabei und warum?

Lukas: Ich habe egal was ich mir vornehme aufzulegen immer eine oder zwei meiner derzeitige Lieblings-LP’s oder Compilations dabei. Beispielsweise derzeit “Sky Girl” von Efficient Space.

Emotional Content: Wie unterscheidet sich das Plattentasche packen, wenn du alleine oder mit deinem DJ-Partner Bocaj auflegst?

Lukas: Ich packe lockerer, wenn wir zu Zweit auflegen, man kann fragen welche Richtung der Andere mitnimmt und hat einfach insgesamt mehr Sachen. Alleine überlege ich mir penibler, was ich wann spielen könnte, beides hat seine Vor- und Nachteile.

Emotional Content: Welche Absprachen trefft ihr?

Lukas: Da wir jede Woche recht viel zusammen auflegen, treffen wir – außer Genre Richtungen – recht wenig Absprachen, es macht es interessanter, da man quasi dem Anderen beim Auflegen seine neuen Sachen zeigt.

Emotional Content: Wie würdest du reagieren, wenn ihr gleichzeitig die selbe Platte auflegen wollt?

Lukas: Das ist bisher selten passiert, wir schauen grob, dass wir eh wenig doppelt kaufen und wenn sind das meistens Sachen, die man für sich selbst haben möchte und nicht primär fürs Auflegen.

Emotional Content: Vergangene Woche hast du zum ersten Mal bei tageins in deiner alten Heimat Freiburg aufgelegt. Wie war das für dich?

Lukas: Es hat mir sehr viel Spass gemacht, es war ein entspannterer tageins Abend mit guter Stimmung. Mir war es sehr wichtig, dort aufzulegen, da ich während meiner Schulzeit regelmäßig selbst dort als Gast war.

Emotional Content: In der ersten Stunde legt man dort meist für sich alleine auf. Wie gestaltest du diese Zeit?

Lukas: Mit langsameren eher stimmungsbezogeneren Sachen, wenig 4-on-the-floor.

Emotional Content: Worin liegt für dich die Kunst des „Warm-ups“?

Lukas: Um die Gäste abzuholen. Mir geht es da eher um die Stimmung und darum, das Ganze interessant zu machen. Ich mag Warm-Ups sehr und mir kommt es meist freier vor, man muss Nichts.

Emotional Content: Wie reagierst du, wenn die ersten Gäste die Tanzfläche betreten?

Lukas: Ich glaube, ich freue mich, es nimmt die Ernsthaftigkeit.

Emotional Content: Wie spontan bist du beim Auflegen?

Lukas: Ich probiere verschiedene Genre aus und schaue, wie sie ankommen, was aber auch zu schnellem Zurückrudern führen kann. Ich versuche spontan aufzulegen, habe aber immer meinen Backup-Pool an Sachen, die ich mir im Vorfeld überlegt habe.

Emotional Content: Wann hört bei dir der Spaß am Auflegen auf und das Auflegen wird zur Arbeit?

Lukas: So bald ich das Gefühl habe, ich spiele nur noch für die Gäste und nicht mehr auch für mich.

It’s Not Rocket Science / INRS

Hinter It’s Not Rocket Science stehen Lukas Ebeling, 22, und Jacob Braito, 23. Ebeling, ursprünglich aus Freiburg, und Braito, der eigentlich aus Wien kommt, haben sich 2013 in München kennen gelernt.

Dort studieren beide Wirtschaftsinformatik. Ende 2015 sind sie mit ihrem Musik- und Auflegeprojekt INRS an die Öffentlichkeit getreten. Seit Sommer 2016 haben sie jeden Mittwoch eine Sendung auf dem Münchner Onlineradio Radio 80000.

Zum Blog „Emotional Content“

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Quelle: emotionalcontent.org