Der DJ legt bei der NOIZZ-Party in Berlin auf – und verrät uns, wie viel Drum'n'Bass noch in ihm steckt.

Am Samstag, 7. Oktober 2017 steigt unsere nächste Feier im Berliner Club Burg Schnabel (unbedingt bei Facebook zusagen!). Headliner ist Sam vom Elektro-Duo Umami, Support kommt vor allem vom Label Empore, zu dem auch Christoph Vogel gehört.

Kommt unbedingt zur nächsten NOIZZ-Party in Berlin! Foto: Noizz.de

Wir haben vor seinem Gig noch mal schnell mit ihm gesprochen!

NOIZZ: Christoph, du machst seit 15 Jahren Musik und hast dich dabei stilistisch immer wieder verändert – von Rap über Drum'n'Bass hin zu Deep House und Techno. Was waren die Auslöser für diese Veränderungen?

Christoph Vogel: Tatsächlich sind es nur kleine, natürliche Veränderungen in meinem Leben – ob diese Umstände maßgeblich daran Anteil haben? Vermutlich ein wenig. Es hat aber auch mit Interesse an verschiedenen Musikstilen zu tun. Die technischen Möglichkeiten, die es mittlerweile gibt, sich auszudrücken, haben sicherlich auch Anteil daran.

Abgesehen davon: Ich war und bin immer interessiert an guter Musik, egal in welche Richtung das geht. So hält man das Ganze interessant für sich.

Du bist mittlerweile Vater zweier Kinder. Wie hat dich das verändert – ausgehtechnisch und musikalisch?

Christoph: Ich glaube, man setzt Prioritäten anders. Eventuell trinkt man ein Bier weniger, damit man am nächsten Tag auch wieder fresh ist und Zeit mit der Familie verbringen kann. Ich kann aber sagen, dass ich eher selten ausgehe – da muss schon jemand kommen, der mich aus der Höhle lockt ...

Die Arbeitsweise hat sich eher verändert. Ich versuche, effizienter und zielorientierter zu arbeiten. Das klingt jetzt natürlich total nach Selbstoptimierung, aber andererseits will ich ja auch Sachen fertigstellen und dabei allen gerecht werden.

Was nun genau meine Musik verändert hat, vermag ich nicht zu sagen – das ist ja auch eher subjektiv. Vermutlich ist die Summe aller Dinge, die einem im Leben so passieren, Schuld daran. Kinder haben einen großen Anteil, das denke ich schon.

Wie viel hast du noch mit deinen alten Weggefährten aus der Drum'n'Bass-Zeit zu tun?

Christoph: Ich habe nach wie vor guten Kontakt zu meinem Drum'n'Bass-Weggefährten DJ Matik, mit dem ich in der Vergangenheit auch die meisten Platten gemacht habe. Unsere Familien verstehen sich gut, die Kinder spielen miteinander. Wir sehen uns leider viel zu selten, was sehr schade ist.

Auch zu unserem Labelchef „the green man“ aus Köln (er betreibt das Label Basswerk) besteht nach wie vor eine gute Verbindung. Wir tauschen Ideen aus und so weiter. Ich bin sogar Patenonkel der Kinder vom Green Man und Dj Matik! Man kann also schon von einer D&B-Family sprechen. Da bin ich ganz klar verwurzelt, und mein Herz schlägt immer noch für Bassmusik.

Inwiefern beeinflusst deine alte Drum'n'Bass-Zeit deine gegenwärtigen Produktionen?

Christoph: Da liegt alles begraben, glaub ich. Es fängt beim Sampling an und hört bei Basslines auf.

Und was inspiriert dich musikalisch zur Zeit am meisten?

Christoph: Inspiration geben mir neue Samples oder gute neue Musik, die mich kickt. Es muss sich dabei nicht auf Techno oder D&B beschränken – von London Grammar bis zu Foals ist alles dabei, was mir gefällt. Schön ist es natürlich auch, wenn man Musik von Leuten bekommt, die man kennt und schätzt, zum Beispiel vom „Empore“-Label. So was befruchtet und motiviert mich total, eigenen Sound zu machen.

Whats' next? Welchen Musikstil knöpfst du dir als nächstes vor? Merkst du schon irgendwas?

Christoph: Ich merke so ein Zwicken im großen Zeh. Entweder wird's morgen regnen (meist tut es das im Norden) oder ich mache ein neues Edit für das Liveset am kommenden Samstag.

Ansonsten werde ich für die nächste Empore V/A einen Track beisteuern, an meiner nächsten „Empore“-EP arbeiten, das Ambient-Projekt voran bringen, die D&B-Familie wieder reaktivieren ... Ich hab viel vor!

Christoph Vogel: Soundcloud

Christoph Vogel: Facebook

Quelle: Noizz.de