Den Newcomer kennen wir schon, jetzt geht's richtig los.

Die Aufwärmphase ist vorbei bei Maz. Der junge Rapper aus Luxemburg hat ja nun auch echt lange genug Zeit gehabt, um sich von allen toll finden zu lassen. Wir haben ihn bereits in einem größeren Porträt als das neue große Ding angekündigt, und jetzt kann auch mal mehr kommen: Butter bei die Fische uns so. Aber eigentlich war sowieso klar: Mit Maz kommt großer und verdammt guter Hip-Hop aus dem Süden Europas, der uns alle so richtig den Boden zum Einbrechen bringt. Und das frisch und neu – und endlich auch ohne dabei sexistisch, stumpf oder ignorant sein zu müssen.

So: What's not to like?! Ja gut – das einzige was man an MAZ je hätte kritisieren können, war die Tatsache, dass der Junge immer noch nicht genug Musik rausgehauen hat. Aber das ändert sich genau jetzt. Maz erste EP ist auf dem Markt – wir sagen: Glückwunsch! "Sleepwalker" heißt sie. Und wie wir es von dem Rapper gewohnt sind, ist das alles eine ziemlich treibende Melange aus Cloud Rap, hypnotisierendem Sprechgesang, Themen die uns auch alle ein bisschen angehen und ordentlichen Rhythmen, die es einem schwer machen, das ganze nicht richtig nice zu finden.

Wir haben zum aktuellen Release noch mal nachgefragt, bei Thomas Faber, wie Maz bürgerlich heißt und wollten wissen, was es denn eigentlich auf sich hat mit dem Schlafwandeln. Ein kleines Resümee zum Ende des Jahres gibt es obendrein.

NOIZZ: 2019 war ja schon ein gutes Jahr für dich. Was war das beste?

MAZ: Es war ein gutes Jahr, es ist so viel passiert. Ich kann gar nicht sagen, was das Beste war. Aber es gab einige Höhepunkte, zum Beispiel als Support Act von Nicki Minaj und Juice Wrld zu performen. Dann die ganze "Sleepwalker Tour" an sich und generell der krasse Support von all diesen tollen Menschen die an mich glauben und Bock auf meine Musik haben.

Beschreib in drei Worten deine heute erscheinende Sleepwalker EP.

Dark. Musikalisch. Ehrlich. (#MAZK)...ich glaube, das trifft es ungefähr.

Warum Schlafwandeln? Was hat es damit auf sich?

Ich wollte mit dem ganzen Sleepwalker-Projekt ein kleines Universum erschaffen. Es geht im Prinzip um den Kontrast zwischen Wachen, Schlafen und Träumen. Im echten, wie auch im metaphorischen Sinne. Ich hatte das Bild vor mir, wie ich durch unsere schlafende Gesellschaft wandele, selbst als Träumer, der an etwas Gutes glaubt, an ein besseres Morgen, aber bemerke dass etwas nicht stimmt.

Gibt es etwas an deiner neuen EP, was dich so richtig stolz macht?

Ja sicher, die Songs sind viel musikalischer und teilweise auch akustisch. Das ist alles einfach viel reifer und ausgeklügelter als das, was bisher so passiert ist. Einige Texte sind, glaube ich, gut gelungen und die Produktion ist stark. Meine Stimme hab ich auf ganz neue Art und Weisen benutzt und ich fange jetzt an richtig zu zeigen wer Maz wirklich ist.

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Ein Teil dessen, wer Maz wirklich ist, bekommt man auf seinen Konzerten ganz gut mit. Auf diese freut sich der Musiker schon. Die anstehenden Feiertage verbringt er allerdings erst mal in Ruhe bei Freunden und Familie, denn: 2019 war ein ziemlich turbulentes Jahr. Maz war viel unterwegs und mal bisschen zu Hause abhängen und ganz gediegen ins neue Jahr starten dürfte allen Beteiligten gut tun. Geht im nächsten Jahr ja auch wieder weiter, und dafür sollte man sicherlich seine Kräfte reservieren. Wir freuen uns auf jeden Fall und hören noch mal die EP durch.

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Quelle: Noizz.de