Alleine auf Spotify gibt es mehr als 30 Millionen Songs – die könnt ihr natürlich alle nach Lust und Laune durchsuchten, aber womit anfangen? Wir haben bei Künstler*innen nachgefragt, welche Songs ihre Quarantäne-Soundtracks sind und im Moment rauf und runter gespielt werden. Diesmal: Masego.

Er fordert das Herz zum Tanzen auf und versetzt den Kopf für einen kurzen Moment in Trance: Masego kombiniert sanfte Rap-Lines mit Saxofon-Klängen. Wie das klingt? Nach jeder Menge Leidenschaft, Leichtigkeit und Coolness. Der Musiker selbst nennt das "Trap House Jazz".

Der Sohn von zwei ehrenamtlichen Pastoren – seine Mutter ist Unternehmerin und sein Vater bei der US Air Force – wuchs in einem christlichen Haushalt auf. Als Teenager zog er nach Virginia. Er lernte Klavier und Saxofon zu spielen – und Melodien am Computer zu produzieren. Eine wichtige Rolle bei seiner musikalischen Entwicklung hat dabei immer die Kirche gespielt. Masego hatte durch die Institution nach eigenen Aussagen die Möglichkeit, von talentierten Musiker*innen zu lernen. Mit "Tadow" und FKJ als Feature erlangte er 2017 das erste Mal große Aufmerksamkeit.

Wie er aktuell Musik macht, wie es ihm damit geht, dass die Kirchen in den USA nicht mehr öffnen können und welche Comics er in Quarantäne liest, hat er uns im Interview verraten.

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Masego im Interview

NOIZZ: "I just wanna waste some time" heißt es in deinem Song "Veg Out" – bedeutet das, wir sollen die aktuelle Zeit nutzen und einfach mal so richtig abschalten? Wenn ja, wie funktioniert das am besten?

Masego: Dieses Lied hat viele Bedeutungen. Zum einen beschreibt es den Wunsch, einfach mal nichts zu tun – mit jemanden, dessen Gesellschaft ich genieße. Es beschreibt aber auch die Notwendigkeit, abzuschalten und in dem Moment mit der anderen Person zusammen zu sein und sich allein darauf zu konzentrieren.

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[Anm. der Redaktion: "Waste time" ist mit "Zeit verschwenden" zu übersetzen und in diesem Zusammenhang nicht negativ gemeint] Ich persönlich "verschwende" meine Zeit, indem ich Musik höre, mit anderen Leuten chatte, mir Animes und Cartoons reinziehe – wie beispielsweise "Hunter X Hunter”, “Codename Kids Next Door” – oder eine Sitcoms auf den Siebzigern anschaue.

"Hit you with the same ol’ song " – welchen alten Song hast du momentan wieder für dich entdeckt? Ist dir das Musikhören aktuell vielleicht sogar wichtiger als vor Corona?

Masego: Die ganze Line lautet: "Hit you with the same ol’ song, I know you gon turn that off". Ein altes Lied, das ich zwischenzeitlich mal vergessen hatte, war "Tell me" von "Groove Theory". Es ist ein Klassiker, aber dieses Lied wird von meiner Generation nicht genügend wertgeschätzt und bekommt zu wenig Liebe. Ich denke, Musik ist und war schon immer wichtig. Ich persönlich mache aufgrund der Pandemie mehr Musik – da ich nicht auf Tour gehen kann.

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Deine Eltern arbeiten ehrenamtlich als Pastoren, die Kirche gab dir die Möglichkeit von talentierten Musiker*innen zu lernen. In der USA haben viele Kirchen geschlossen – oder müssen ihre Gottesdienste absagen. Was für Auswirkungen hat das auf dich – und inwiefern schadet das der Musik?

Maego: Ich finde es großartig, dass viele Kirchen den Gottesdienst live streamen und so allen die Möglichkeit bieten, ein Teil davon zu sein. Meine Eltern machen das übrigens auch. Ich glaube nicht, dass das alles der Musik schadet – oder der Musik überhaupt geschadet werden kann.

https://www.facebook.com/watch/live/?v=989112341505901&ref=watch_permalink

Wie hat sich die Art und Weise wie du Musik machst in den vergangenen Wochen verändert?

Masego: Es hat sich nichts geändert. Ich arbeite weiterhin mit meiner Band an neuer Musik und lebe mit ihnen gemeinsam.

Was hörst du dir noch so an: Podcasts, Hörbücher oder doch das gute alte Radio?

Masego: Ich liebe den Podcast “Lets Be Honest” und ich lese gerade ein paar Bücher von Rizzoli für meine künstlerische Inspiration.

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Und ich schreibe viel, um meine nächsten Schritte und Projekte zu planen.

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Quelle: Noizz.de