In unserer Interview-Reihe "Allein zu Haus" zeigen Künstler*innen und Musiker*innen ihr Zuhause und erzählen, was sie gerade jetzt in der Corona-Krise bewegt. In dieser Folge hat uns die R'n'B-Sängerin Mahalia einen Einblick in ihren Alltag gegeben. Mit Hits wie "I Wish I Missed My Ex" und "Sober" hat die Künstlerin seit ihrer ersten EP vor acht Jahren mittlerweile Millionen von Zuhörer um den Finger gewickelt.

Ich lernte Mahalia vor einigen Jahren kennen, als durch einen puren Schicksalsschlag ihr Arctic-Monkeys-Cover von "Mardy Bum" in meinen Spotify Algorithmus rutschte. Eine butterweiche Stimme, die selbst mit den Worten eines anderen Künstlers ihre eigene Geschichte erzählen kann – es war Liebe auf den ersten Blick.

Seitdem macht Mahalia schon lange keine Cover mehr. Mit ihren eigenen Songs kann sie mittlerweile mehrere Millionen Menschen in ihren Bann ziehen. Ihr Songwriting-Stil hat sich der Zeit gut angepasst. Die akustische Gitarre wechselte sie für Beats ein und legte ein paar Takte aufs Metronom drauf – jetzt ist ihr Sound moderner R'n'B, der das Feeling der feinfühligen Mahalia von 2012 beibehalten hat.

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Mit ihrem wachsenden Erfolg arbeitete sie mittlerweile schon mit Stars wie Ella Mai und Burna Boy zusammen. Doch jetzt ist auch sie, wie die ganze restliche Welt – auf sich alleine gestellt. Sie verbringt ihre Quarantäne mit ihrem Hund Loki im eigenen Studio mit dem Tatendrang, endlich neue Projekte in Angriff zu nehmen. NOIZZ verrät sie, wie sie mit der Angst vor der Einsamkeit klarkommt und was sie am meisten an ihrem Alltag vermisst.

NOIZZ: Wie lange befindest du dich schon in Isolation und wie geht es dir damit?

Mahalia: Es sind mittlerweile acht Wochen. Ich glaube, es geht mir den Umständen entsprechend gut. Meine Emotionen sind zwar ziemlich durcheinander, aber das habe ich auch erwartet! Ich arbeite wieder kreativ. Ich versuche, das Leben so viel zu leben, wie es nur geht und alles zu machen, wozu ich sonst nie komme. Es ist hart aber schlussendlich bringt es mich auch auf den Boden der Tatsachen zurück.

Was heißt "Isolation" für dich? Gibt es eine Gruppe von Menschen, die du noch besuchst? Machst du Ausnahmen?

Wann immer ich das Wort "Isolation" in der Vergangenheit gehört habe, habe ich es mit Einsamkeit verbunden, isoliert von allen anderen. Obwohl das in dieser Situation auch zutrifft, ist Isolation momentan auch eine Art, zu helfen. In einer Welt, wo alles außer Kontrolle ist, fühlt es sich gut an, wenigstens eine Sache kontrollieren zu können!

Wie gefällt es dir, die ganze Zeit Zuhause zu sein? Was fehlt dir am meisten?

Das Ding ist, ich bin jemand, der kaum Zuhause ist – das ist also alles ziemlich besonders für mich. Wenn ich zu lange unterwegs bin, dann vermisse ich mein Zuhause so sehr, dass ich es kaum abwarten kann, auch nur eine einzige Nacht dort zu verbringen. Zwar habe ich mir das Zuhausesein nicht in dieser Art vorgestellt, aber es ist wunderbar, hier zu sein. Ich vermisse es aber mittlerweile trotzdem, unterwegs zu sein. Ich vermisse es rauszugehen und zu tanzen!!! Ich vermisse meine Mutter und meinen Vater, lol! Ich vermisse alles, das ich jetzt nicht habe ...

Hast du irgendwelche Projekte angefangen, jetzt, wo du mit so viel Zeit alleine Zuhause bist?

Ich habe vor ein paar Wochen mein eigenes Video gemacht für einen meiner neuen Songs! Er heißt "BRB" und ich bin echt stolz darauf. Ich hab einfach ganz viele Videos von meinem Handy genommen und sie in iMovie bearbeitet. Ich habe es so geliebt, das alles selber machen zu dürfen!

Was ist dein bester Rat für alle, die in Isolation sind?

Fokussier dich einfach auf die Sachen, die du kontrollieren kannst – so wirst du nicht verrückt! Was du zum Abend essen wirst, was du lesen/gucken willst. Mit wem du reden kannst. Es sind kleine Dinge, aber es hilft dir, dich auf diese Sachen zu konzentrieren und nicht auf die Sachen, die du nicht hast.

Wenn du einen Wunsch hättest: Was sollen wir alle von dieser Krise lernen?

Ich habe das Gefühl, dass Menschen in diesen Zeiten mehr verbunden sind als zuvor. Es fühlt sich so an, als würde jeder sich wirklich kümmern um die, die um sie herum sind. Ich sehe Menschen in meinem Wohnhaus, die ich nie zuvor gesehen habe, und ich habe mehr Gespräche mit Fremden als je zuvor! Ich hoffe, wir lernen alle, etwas langsamer zu leben und nicht durchs Leben zu hetzen.

Was sind deine Lieblingsorte Zuhause und warum?

Mein Schlafzimmer. Das ist mein Safe Place.

Mahalias Bett

... außerdem wo auch immer mein Hund Loki ist. Ich habe sie bekommen, kurz bevor wir in Lockdown gegangen sind, und ich bin so in sie verliebt! Sie ist immer bei meiner Seite.

Mahalias Hund Loki

Und mein kleines DIY-Home-Studio.

Mahalias Home-Studio

Dort kann ich kreieren. Niemand geht mir hier auf die Nerven!

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Quelle: Noizz.de