Darauf geht es auch um ihren Kampf mit der Persönlichkeitsstörung Borderline.

Madeline Juno veröffentlichte am 6. September ihr nunmehr viertes Solo-Album "Was bleibt". Ja, die Deutsch-Poetin ist erst 24 Jahre alt und ist neben ihrem eigenen recht beeindruckenden Repertoire auch als internationale Songwriterin für andere Künstler erfolgreich.

Seit Ihrem Durchbruch mit "Error" im Jahr 2014 zeigt uns Juno wie das geht, mit den melancholischen, eingängigen Popsongs voller Tiefgang und bedeutungsvollen Lyrics. Nicht anders ist es nun auf "Was bleibt": Die gebürtige Offenbacherin setzt 100 Prozent auf ihr Gefühl. Ohne Filter, ohne Metaphern zwischen den Zeilen und bekommt das ganz ohne Kitsch hin. Selbst wenn es die volle Ladung Liebeskummer wie im Song "Grund genug" gibt: "Ich stopf das Loch in meinem Herz, schluck noch ne Pille für den Schmerz. Will keinen Schlaf verlieren. Ich will Entzug von dir. Ich wring meine Taschentücher aus, was von dir übrig bleibt, muss raus."

Der Kampf mit dem Gegenüber und der Kampf mit sich selbst: Wer ist schwerer zu besiegen? Eine Antwort hat Juno meistens auch nicht, aber darum geht es auch gar nicht. Ihre pointierten Reisen ins Ich sorgen nämlich bereits dafür, dass sich in einem etwas regt: Man sich selbst hinterfragt, Emotionen mal ganz nah ran lässt, einen ehrlichen Blick auf sich selbst zulässt. So wie Juno: Sie schafft es mit sanfter Stimme und Gehör für Details Themen anzupacken, um die viele andere Musiker im großen Spotlight noch einen Bogen machen: psychische Erkrankungen wie Borderline, für die es kein Allheilmittel gibt und mit der in unserer Zeit extrem viele Menschen zu ringen haben. "Ich renn auf Zeit, oder steh erst gar nicht auf. Kein zwischendrin, nein, ich bin an oder aus. Ich sag zu viel, oder nicht ein Wort. Gehör nur dir oder laufe fort." ("Borderline")

Wird aber nicht nur traurig, bei Madeline Juno. Die feinen Beats sprudeln einem jedenfalls auch ganz gut entgegen etwa bei "Schwarz Weiß" – hier wird aus Mitwippen auch mal selbstverloren durch die Wohnung tanzen.

Um das Ganze nun auch noch mit handfesten Zahlen zu garnieren: Eine halbe Million monatlicher Hörer auf Spotify und mehrere 100.000 Klicks auf ihren YouTube-Videos zeigen, dass das mit den vielen Gefühlen ankommt – und die Hörenden genau da abholt, wo es vielleicht manchmal wehtut, wo es schwierig wird, wo einfach mal alles laut gesagt werden muss. Am Besten geht das halt mit hübschen Melodien und süßen Klängen. Halt wie bei Madeline Juno und "Was bleibt".

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Im Oktober könnt ihr die Sängerin live auf ihrer Deutschland-Tour sehen.

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Quelle: Noizz.de