10 Frauen im Deutschrap, die du kennen solltest

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Eine hat sogar elf Millionen Klicks mehr als Kollegahs „Du bist Boss“!

Hip-Hop ist Männer-Mukke? Von wegen. In keinem anderen Musikgenre kommt die Stärke von Frauen so gut zur Geltung wie im Rap. Wenn SXTN, Eunique und Co. in das Mic spitten und zeigen, dass auch Frauen klare Ansagen machen, dann lieben wir sie dafür! Denn sie beweisen, dass sie sich nichts sagen lassen und zurück batteln, wenn es sein muss.

Die Message: Wir Frauen können alles, was Männer machen – wenn nicht sogar besser!

Doch häufig werden Frauen im Rap unterschätzt – oder gar nicht erst wahrgenommen. So hat Hip-Hop immer noch den Ruf des „frauenfeindlichen“ Musik-Genres: Häufig werden Frauen in den Texten nur als Sexobjekte dargestellt, twerken und strippen in Musikvideos in knappen Shorts.

Männlichkeit und Prollgehabe scheint bei vielen Künstlern das einzige Rap-Thema zu sein. Feminismus? Fehlanzeige. Deswegen wird die Sexismus-Debatte im Hip-Hop immer wieder aufgegriffen. Der allgemeine Konsens: Es gibt zu wenig Frauen im Rap – und zu wenig gute. Dabei stimmt das gar nicht.

Das deutsche HipHop-Magazin „Backspin“ hat im Rahmen von Europas größtem Clubfestival, dem Reeperbahn Festival, eine Diskussionsrunde zum Thema „Frauen im Rap – Welche Rolle spielt das Geschlecht?” geführt. Bereits vergangenes Jahr wurde das Thema behandelt. Ende September 2018 ging die Diskussion im Rahmen des Festivals in die zweite Runde.

Es ist gut und wichtig, dass „Frauen im Rap“ thematisiert werden. Doch wie auch im vergangenen Jahr fehlt auch im zweiten Teil der Backspin-Reihe der Stolz. Der Stolz darauf, dass es im Deutschrap viele Frauen gibt, die richtig Gas geben – und die auch dafür sorgen, dass sich weitere in die Welt des Hip-Hops trauen.

Kitty Kat, Miss Platnum, SXTN, aber auch Eunique, Ace Tee, Schwesta Ewa und Haiyti sind mittlerweile fester Bestandteil im deutschen Hip-Hop-Business.

Immer wieder werden sie als Gallionsfiguren, als Vorreiterinnen des weiblichen Raps genannt – dabei gibt es viel mehr talentierte, aufstrebende Rapperinnen, die man kennen sollte. Die Diskussionrunde von „Backspin“ hätte ideal als Plattform genutzt werden können, um auf weitere Künstlerinnen aufmerksam zu machen. Wenn nämlich immer wieder nur davon gesprochen wird, dass es zu wenig weibliche Artists gibt, anstatt neue Namen in die Runde zu werfen, wird es schwer, dieses Meinungsbild zu ändern.

Deshalb haben wir zehn Frauen aus dem deutschen Hip-Hop-Genre rausgesucht, die beweisen, dass es sehr wohl viele gute deutschsprachige Rapperinnen gibt. Von einigen hast du vielleicht schon mal gehört, aber hast ihre Mukke einfach nicht auf dem Schirm – zu Unrecht.

1. Lumaraa

Die 28-Jährige aus Laupheim bei Oberschwaben ist seit mehreren Jahren fester Bestandteil im Rap-Game. Dabei ist Sabine Gerling, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, längst nicht so bekannt, wie sie es eigentlich sein sollte. Dabei hat sie bereits drei Alben veröffentlicht. „Ladies First“ erschien als Mixtape vergangenes Jahr – das bis dato letzte. Lumaraa trat mehrfach bei „Rap am Mittwoch“ auf.

2. Pilz

Die aus Lübeck stammende Rapperin steht beim Plattenlabel Wolfpack Entertainment unter Vertrag und ist bekannt für ihre Provokationen. Sie erregte zuletzt Aufmerksamkeit, als sie sich bei einem Rap-Battle gegen den muslimischen Rapper Nedal Nib ein Kopftuch aufzog, um ihn zu dissen (NOIZZ berichtete).

3. Leila Akinyi

Leila wurde in Ostafrika geboren und kam im Alter von sechs Jahren nach Deutschland. Sie verbindet ihre Hip-Hop-Tracks mit Gospel und Soul und zeigt so, wie hervorragend weibliche Stimmen im Rap klingen können.

4. Hunney Pimp

Mit ihrem österreichischen Akzent und den Trap-Tracks ist Hunney das weibliche Pendant zu Yung Hurn. Aber mit einer viel lässigeren und geileren „I don't care“-Attitude.

5. Rola

Sie hatte ihren ersten Plattenvertrag bereits mit sechzehn Jahren, war mit ihrer ehemaligen Girlgroup „Sistanova“ die Vorband von Rihanna und begleitet Cro bei seiner „MTV Unplugged“-Tour. „Schaffe es ganz allein, brauche keine Gruppe“, rappt sie in „Zero Fcks“. Demnächst veröffentlicht sie ihr erstes Solo-Album beim Musik-Label Sony. Ein klarer Fall: Rola gehört auf deine Playlist – spätestens, seitdem wir sie interviewt haben!

6. Antifuchs

Wie Pilz ist auch Antifuchs beim Plattenlabel „Wolfpack Entertainment“ unter Vertrag. Die Rapperin mit der Fuchsmaske erregte das erste Mal 2013 bei einem Battlerap-Turnier Aufmerksamkeit, bekannt wurde sie durch YouTube. März 2018 erschien ihr erstes Studioalbum „Stola“.

7. Loredana

Ihr Video zu „Sonnenbrille“ hat schon über 31 Millionen Klicks! Und spätestens mit „Bonnie & Clyde“ featuring Mozzik hat die Schweizerin mit albanischen Wurzeln sich im Deutschrap-Business einen Namen gemacht. Trotzdem wissen die meisten immer noch nicht, wer die schöne Blondine eigentlich ist. Wir sind uns sicher: Das dauert nicht mehr lange.

8. DeFranzy

Als „Geschichten mit Beat“ beschreibt die Berlinerin ihre Tracks. Sie ist Teil des Hip-Hop-Labels „Springstoff“, das sogar von einer Frau geleitet wird, nämlich von Anna Gross. Mit einer Mischung aus Pop, Elektro und Rap bringt DeFranzy einen neuen Sound mit sich. „Schön rotzig und irgendwie ungewöhnlich“, so Radio Fritz über die Rapperin.

9. Pyranja

Pyranja zeigt, dass man auch noch mit 40 nicht zu alt ist, um Rap-Tracks rauszuballern. Bekannt wurde sie 2006, als sie bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest für Mecklenburg-Vorpommern antrat. Auch sie ist beim Label „Springstoff“ unter Vertrag.

10. Mine

In ihrem Musikvideo zu „Essig und Zucker“ sieht man Mine, wie sie ihren Track in Gebärdensprache übersetzt. Jasmin Stocker, wie die Sängerin mit bürgerlichem Namen heißt, ist besonders für ihre gefühlvolle, sanfte Stimme bekannt, die hervorragend zu Rap-Strophen passt. Bestes Beispiel ist dafür die Single „RomCom“ mit Fatoni.

Vom dreckigen Slang von Pilz bis zu der eher rhythmisch-melodischen Stimme von Rola: Diese Powerfrauen servieren dir deutschsprachigen Rap mit Geschmack. So zeigt Loredana in ihrem Video zu „Sonnenbrille“ mehr Style und Swag, als ihn je ein Deutschrapper haben wird. Kollegah, der Boss? Loredanas Musikvideo hat über 11 Millionen Klicks mehr. Yung Hurn? Wir hören ab jetzt nur noch Hunney Pimp!

Themen

Backspin, Frauen im Rap, Reeperbahn Festival Deutsch-Rap Frauen im Rap
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