„Mein Ziel ist, die Welt zu retten“

Mein Ziel ist, die Welt zu retten [...]“, erklärte Kollegah Anfang des Monats im Interview mit „Backspin“. Vor drei Tagen folgte seinen Worten die erste Tat und der Boss veröffentlichte ein Video, in dem er auf Tötungsstationen für Straßenhunde in Ungarn aufmerksam macht und schließlich selbst einen Hund aus einem dortigen Tierheim rettet.

Nun hat er sich mit seinem Signing Gent, der selbst aus dem Balkan stammt, in den Kosovo begeben, um dort einer armen Familie eine Eigentumswohnung zu schenken. Finanziert von Spendengeldern, aufgerundet aus eigener Kasse.

Die Familie besteht aus einem Ehepaar, einer Oma und sieben Kindern. Sie leben von Sozialhilfe - 75 Euro pro Monat. Kindergeld gibt es im Kosovo nicht. Ihr aktuelles Haus ist nicht mehr als eine Baracke und liegt ab vom Schuss im Brachland. Dass die Familie unter einem annehmbaren Existenzminimum lebt, ist offensichtlich.

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Und sie sind kein Einzelfall. In Kosovo lebt knapp ein Drittel der Bevölkerung in absoluter Armut. Viele dieser Menschen sind Opfer des Kosovokriegs in 1998 und 1999.

Mit der neuen, sanierten, renovierten und möblierten Wohnung hat die Großfamilie nun eine Existenzgrundlage, die ihnen niemand mehr nehmen kann. Keine Frage: Kollegah hat mit seiner Aktion einigen Menschen und vor allem Kindern eine neue Perspektive geschenkt.

„Dieser Blog hier soll [...] ein Zeichen sein für das Miteinander, für die Menschlichkeit, für das Zusammenhalten unter den Völkern sein“, schließt Kollegah das Video. Eine schöne Botschaft.

Kollegahs neues Album „Monument“ kommt am 27.11. heraus. Das erwähnt er auch während des Kosovo-Ausflugs. Bereits im letzten Jahr gab es große Empörung, als der Boss mit seiner ebenfalls wohltätigen Reise nach Palästina Werbung für sein damaliges Album „Imperator“ machte.

Die Frage, inwiefern sich Kollegahs sonstiges Auftreten als rücksichtsloser Egomane mit seinem neuen Image als Weltretter beißt, drängt sich auf. Auch, dass seine Wohltätigskeits-Aktionen immer nur im Zuge seiner Promophasen stattfinden und er die Spendenaktionen als Werbefläche für seine Musik nutzt, wirft Zweifel auf seine eigentlichen Intentionen.

Quelle: Noizz.de