In der Interview-Reihe "Allein zu Haus" zeigen Künstler*innen und Musiker*innen ihr Zuhause und erzählen, was sie in der Corona-Krise gerade bewegt. In Vol. 3 sprechen wir mit KLAN.

KLAN sind ja aus der anspruchsvollen, deutschen Popszene nicht mehr wegzudenken. Und das ist auch sehr gut so. Die Brüder Stefan und Micha Heinrich stecken hinter dem Bandnamen und haben dieses Jahr ihr zweites Album "Winterseite" veröffentlicht – das allseits gefiel. Klar wollen Fans und Freunde der guten Deutschpoetik sich die Jungs auch mal live ansehen. Etwas, das nach so einem Albumrelease meistens recht gut geht. Vor allem mit dem eigentlich anstehenden Festivalsommer.

Corona sei dank ist das ja erst einmal nicht möglich. Ganz KLAN-like nehmen die Jungs das alles aber auch ein bisschen sportlich. Eine Situation wie diese ist ja auch irgendwie ein bisschen eine Herausforderung. Und bisher meistern KLAN diese recht gut: Sie produzieren weiterhin, machen Live-Streams, reparieren Bäder und sind vor allem eines: Nicht gelangweilt.

Was sie uns sonst noch so erzählt haben, über ihre Isolation, könnt ihr in unserem Interview nachlesen:

NOIZZ: Wie lange seid ihr schon in Isolation und wie geht es euch damit?

Stefan: Krass, ich glaube, es ist schon fast ein Monat. Wow.

Micha: Ging schnell rum! Irgendwie haben wir uns gut beschäftigt (lacht).

Stefan: Yes! Ich produziere unsere Musik, für mich ist es eher eine Entlastung, dass alle gerade etwas runterfahren. Ich liebe Musik so krass, spür grad 'nen geringeren sozialen Druck, kann gut arbeiten - und fühl mich dennoch gut verbunden.

Mode in Zeiten von Corona: Bademantel Couture.
Neukölln Frühstück – alles wie immer.

Was genau bedeutet "Isolation“ in eurem Fall? Trefft ihr bestimmte Leute immer noch? Macht ihr Ausnahmen?

Stefan: Wir leben beide in WGs, wir haben unsere Mitbewohnerinnen und uns, sind nur ab und an in der Wohnung des anderen, wenn wir arbeiten müssen. Ich nehm die Kontaktbeschränkungen schon sehr ernst und den Rest der Familie und FreundInnen und KollegInnen sehen wir nur virtuell. Aber ich habe gestern mit der Band gezoomed und schon öfter mit KollegInnen und Freunden! Das tut gut!

Vorbildlich: Mindestabstand in Michaels WG wird eingehalten.
Corona hat ja auch schöne Seiten: Mehr Zeit für Kuchen!

Wie gefällt es euch, so viel zu Hause zu sein? Was vermisst ihr am meisten?

Stefan: Ich finds echt ok. Es fühlt sich für mich an, als ob mein Produzentenlife, die selbst gewählte Isolation, einfach mal ok ist. Ich muss mich nicht entscheiden, ob ich auf die Party geh oder den Song noch geiler mische. Ich trink ein Bier via Facetime und mach danach bis morgens um 6 den Mix fertig. Aber frag mich in nem Monat nochmal, dann lauf ich bestimmt auch im Kreis.

Michael: Mir fällt's schon schwer. Echte menschliche Wärme, die Konzerte, das pralle Leben. Der Festivalsommer! Puh. Aber wir machen das Beste draus.

Joggen: Stefans Corona-Hobby Nummer 1

Habt ihr irgendein DIY-Projekt angefangen, jetzt wo ihr zu Hause seid und viel Zeit habt?

Michael: Wir haben unser Bad renoviert, außerdem hab ich paar wichtige Film Classics nachgeholt. Ansonsten haben wir mit KLAN gerade so schön viel zu tun, spielen Streaming-Konzerte und machen sehr viel von Zuhause, beinah mehr als zuvor.

Stefan: Voll! 1000% KLAN! Ich bring dieses Jahr zusätzlich noch eine EP raus. Mit Josi Miller.

>> Tätowierer Florian Hirnhack allein zu Haus: Über Lieblings-Spots, #LeaveNoOneBehind und Interieur-Projekte

Stefan auf seiner Couch vor dem Konzert-Stream.
Freigang beste Gang!

Wenn ihr einen Wunsch frei hättet: Was sollten wir alle als Lektion aus dieser Krise mitnehmen?

Stefan: Wissenschaft ist King – Verschwörer und Populisten bringen niemanden weiter, wenn die Kacke am Dampfen ist. Vernunft siegt, Solidarität ist größer als Hass, in der Krise halten die meisten Menschen zusammen. Und scheiß auf Kapitalismus und auf Gucci Sandalen, wir sind alle gleich, brauchen Liebe und menschliche Wärme.

>> King Mami allein zu Haus: Über Lieblings-Spots, nacktes Kochen und Single-Releases während Corona

  • Quelle:
  • Noizz.de