Wir verraten dir, was davor passierte.

Kollegah, der Imperator, der King, der Überboss und Absolute, Selfmade-Millionär, "Alpha Music Empire"-CEO, Multi-Gold und Platin-Künstler, Echo-Gewinner und vieles mehr, hat seinen YouTube-Kanal offline genommen, sämtliche Posts auf Instagram gelöscht und stattdessen ein Kinderfoto samt mysteriösem Statement veröffentlicht. Was genau los ist, wird daraus nicht wirklich klar. Wenn man den Trubel der letzten Tage und Wochen zusammenbastelt, kann man die Geschichte aber ganz gut selber rekonstruieren. Aber erst mal Kolles Statement!

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"Als ich klein war, hätte ich mir niemals erträumt, dass mein Weg einmal so groß werden würde, wie er wurde. Mit mehr Erfolg kamen aber auch mehr Probleme, Feinde und am Ende Verrat aus dem engsten Kreis. Ich wollte immer allen Leuten um mich herum helfen und etwas für die Zukunft aufbauen. Das tat ich nach bestem Gewissen und mit reiner Absicht. Was im Internet über mich seit den letzten 15 Jahren verbreitet wurde und wird, auch all die Lügen, nehme ich mit erhobenem Haupt hin, denn ich weiß, wer ich bin und die Wahrheit hat kein Verfallsdatum. Ich wünsche allen Ex-Alpha-Künstlern das Beste auf ihrem weiteren Weg. Ich werde mich nun um familiäre Angelegenheiten kümmern und die anderen Baustellen. Es wird aufgeräumt. Bis dahin wünsche ich meinen loyalen Supportern das Allerbeste und danke euch für eure Treue, in guten wie in schlechten Zeiten. Ein Mann kann 100 Jahre leben, und darf 100 Jahre lang Fehler machen, aber niemals denselben Fehler zweimal, und das werde ich nicht tun."

Das liest sich ein bisschen so, als gäbe es Kolles Label Alpha Music Empire jetzt nicht mehr. Außerdem spannend: "Verrat aus engstem Kreis". Was es damit auf sich hat, weiß noch niemand.

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Die Vorgeschichte

Beim Boss lief es zuletzt nicht mehr ganz so gut. Ein letztes Highlight seiner Karriere war noch sein Bestseller-Buch "Du bist Alpha: Die 10 Boss-Gebote" im Jahr 2018. Das verkaufte sich massenweise. Danach wollte er eine Pause mit Musik machen und sich auf sein Coaching-Programm konzentrieren: das "Alpha Mentoring". Das lief nicht ganz so gut. Bei einem von langer Hand geplanten Event verlangte er beispielsweise teilweise mehrere Tausend Dollar für ein Ticket. Seinen Fans war das zu teuer. Kollegah musste das Event abbrechen und wurde zum Meme. Dann kam auch noch eine verdeckte Reportage von "VICE" und "BuzzFeed" online, die aufgedeckt hat, dass das "Alpha Mentoring" voll die Abzocke ist. Dazwischen bastelte Kolle in seinem kruden Verschwörungstheorie-Format "Para? Normal!" Stück für Stück am Alu-Hut. Für abstoßende Schlagzeilen sorgte dann noch sein Signing "Jigzaw", der sich mit diversen medialen Schlammschlachten unter der Gürtellinie immer wieder ins Scheinwerferlicht bugsierte.

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Das aktuelle Drama

Versuchen wir mal, ein bisschen Überblick zu schaffen.

Wo wir gerade schon bei Jigzaw waren: Der ist im aktuellen Drama natürlich auch inbegriffen. Im Internet sind nämlich einige Sprachnachrichten von WhatsApp geleaked worden. Zum Beispiel einige, in denen Jigzaw und Rapper Farid Bang sich aufs Übelste beleidigen. Neu hochgeladen am Ort der Freude und zuverlässiger Berichterstattung: auf Twitter.

Kann man öfter "Hurensohn" in einer Nachricht sagen? Ich glaube, nicht.

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Dann gab es noch einen "Beef" zwischen Kollegah und dem Rapper Summer Cem. Ebenfalls unklar ist, was genau da los war. Fakt ist: Die beiden sind nicht mehr down miteinander. In seiner Instastory äußerte sich KC folgendermaßen: "Ich weiß nicht, warum, aber er (Kollegah) macht momentan alles falsch." Außerdem sagte er, dass er "ja nicht mit jedem befreundet sein muss."

Dann der Höhepunkt: WhatsApp-Nachrichten aus dem Alpha-Chat wurden geleakt. Die sind online nicht mehr zu finden. Wie man aber beispielsweise auf "hiphop.de" lesen kann, forderte Kollegah darin seine Signings auf, Capital Bra und Samra in ihrer Musik zu dissen. Die beiden seien ihm ein Dorn im Auge.

Jetzt ist erst mal alles auf Eis gelegt. Kollegah will sich um seine Familie und "andere Baustellen kümmern". Weiß man, ob man mit ihm fühlen soll, oder soll man lieber glücklich sein, dass er und seine archaischen Männlichkeitsvorstellungen, sein hirnrissiges Weltbild, sein immer wieder geschickt vertuschter Antisemitismus und der ganze Rest endlich ein bisschen von der Bildfläche zu verschwinden scheinen? Vermutlich beides.

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Quelle: Noizz.de