„400 years? That sounds like a choice.“

Wir befinden uns mitten in der Yeezy Season: Nachdem Kanye West seinen Twitter-Account reaktiviert und einige neuen Alben aus seinem Dunstkreis angekündigt hat, sorgt er jetzt mit einem neuen Interview bei TMZ für Aufsehen.

Beim Klatschportal sprach West über die Rolle Donald Trumps für die HipHop-Welt, seine Selbstwahrnehmung und den Status Quo der schwarzen Community, auch in Bezug auf Gedankenfreiheit.

Der Amerikaner kam dabei auf das Thema Sklaverei und sagte dazu etwas, was in der Regel für einen Instant-Skandal sorgt: Dass Schwarze in den USA über Jahrhunderte hinweg Sklaven der Weißen waren, läge in ihrer eigenen Verantwortung. Wörtlich sagte West: „400 Jahre? Das klingt nach einer Entscheidung.“

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Diese Aussage blieb auch in der Redaktion von TMZ nicht unbeantwortet. Mitarbeiter Van Lathan stand auf und konfrontierte Kanye West mit seinem Unmut. In seiner sehr differenzierten und in den sozialen Medien gelobten Reaktion bezeichnet Lathan Kanyes Aussage als „Fernsein von Gedanken“ und weist ihn daraufhin, dass die schwarze Gemeinschaft noch heute unter den Spätfolgen der Sklaverei leide.

[Mehr dazu: Will Kanye West wirklich US-Präsident werden?]

Das Narrativ, nach dem Schwarze an ihrer Unterdrückung zumindest teilweise selbst Schuld sind, gehört seit Ewigkeiten zum Standard-Repertoire der extremen Rechten in den USA. Dass Sklaven immer wieder gegen ihre Herren aufbegehrten – und damit ja letzten Endes erfolgreich waren – wird dabei unter den Tisch gekehrt.

  • Quelle:
  • Noizz.de