"Ich bin kein Geschäftsmann, ich bin ein Geschäft, Mann."

Wo wäre Kanye West heute nur ohne Jay-Z? Wahrscheinlich nicht ganz so groß wie heute. Vielleicht hätte er niemals Kim Kardashian kennen gelernt. Gut für ihn, dass er Jay-Z also kurz vor seinem sechsten Studioalbum "The Blueprint" im Jahr 2001 traf. Vom "Jigga" konnte er sich vor allem eines abschauen: Wie man sich selbst zur Marke macht. Jay-Zs Aufstieg zum Milliardär ist die Essenz des amerikanischen Traums. Auf Musik allein setzt er dabei aber längst nicht mehr.

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Nach oben. Eine andere Richtung kam für Shawn Corey Carter nie in Frage, selbst als die Plattenfirmen in den 90er-Jahren reihenweise die Türen vor dem New Yorker zuschlugen. Er beschloss, im sozialen Brennpunkt der Marcy Projects in Brooklyn nicht mehr nur Drogen, sondern auch seine eigenen CD's zu verkaufen.

Von da an lebte er den sprichwörtlichen amerikanischen Traum

Wenn Jay-Z am 4. Dezember 50 Jahre alt wird, kann er bisher auf eine Karriere zurückblicken, die sich sehen lassen kann. Er ist Mann von Superstar Beyoncé Knowles – die beiden haben ihre Beziehung am Anfang verheimlicht – und ist laut dem Magazin "Forbes" erster Rap-Milliardär der Geschichte – um sich herum hat er ein Imperium aufgebaut.

Seinen Ruf erlangte Jay-Z dabei mit seinem brutal authentischen Frühwerk und Songs wie "Brooklyns Finest". Der große Ruhm aber kam mit Hymnen wie "99 Problems" oder "Numb/Encore" mit der Metal-Core-Band Linkin Park. Doch ginge es nur um seine Musik – die immerhin mit 22 Grammys geehrt wurde –, sein Bankkonto würde bis heute nicht zehnstellig sein.

Wie kaum ein anderer verstand Jay-Z es aber, sich selbst zur Marke zu machen

Einst rappte er im Kanye-West-Song "Diamonds From Sierra Leone": "I'm not a businessman, I'm a business, man" – also "Ich bin kein Geschäftsmann, ich bin ein Geschäft, Mann". Sein Verhältnis zum Geld war dabei nach eigener Aussage immer geprägt vom Wunsch nach sozialem Aufstieg.

"Die meisten Rapper sind am Ende pleite", sagte Jay-Z 2005 in einem Interview dem Magazin "GQ". Statt seine ersten Millionen zu verprassen, investierte er deshalb. Er kaufte Immobilien und Kunst – und macht heute sein Geld mit vielen eigenen Produkten.

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1999 gründete er die Modemarke Rocawear, die er acht Jahre später für 204 Millionen Dollar, das sind umgerechnet etwa 181 Millionen Euro, verkaufte. 2014 erwarb er die Champagner-Marke Armand de Brignac. Der in markanten Metallic-Flaschen verkaufte Schaumwein ist bei amerikanischen Prominenten ein Statussymbol und kostet in der preiswertesten Ausführung mehr als 200 Euro.

Zum Business-Imperium des Rappers gehört auch die Cognac-Marke „D'Ussé“, die Jay-Z gemeinsam mit Bacardi besitzt. Seit 2015 betreibt er zudem seinen eigenen Streaming-Dienst Tidal, an dem weitere bekannte Musiker beteiligt sind. 2013 kaufte der Rapper nach Angaben des Blogs "TechCrunch“ Anteile am Fahrdienst-Vermittler Uber.

Und als sei es mit dem musikalischen und geschäftlichen Erfolg nicht schon genug, heiratete der Rap-Superstar 2008 die nicht weniger ikonische Sängerin Beyoncé Knowles. Gäbe es in den USA einen Königshof, es wäre ziemlich eindeutig, welches Paar auf dem Thron Platz nähme. Stattdessen residieren die Beiden in diversen Luxusanwesen in New York und Los Angeles.

Zuletzt machte Jay-Z auch mit gemeinnützigen Projekten auf sich aufmerksam

So sponserte er Rechtshilfe für Fälle, in denen Schwarze von der Strafverfolgung benachteiligt wurden. Mit der Großspurigkeit kann er es dann aber auch nicht ganz lassen: So berichteten US-Medien erst vor wenigen Wochen, dass Jay-Z den Einladungen an Prominente zur Gala seiner Stiftung - die mittellosen Jugendlichen die Ausbildung bezahlt – jeweils eine Rolex beilegte.

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Doch wie kann man es dem Jungen aus Brooklyn verdenken, der mit “Empire State of Mind“ eine New-York-Hymne schrieb, die so groß wurde wie seine Heimatstadt? Einem, aus dem ein Mann geworden ist, der weiß, in welche Fußstapfen er tritt: “Ich bin der neue Sinatra, und weil ich es hier geschafft habe, kann ich es überall schaffen. Ja, sie lieben mich überall.Also: Happy Birthday, Jay-Z!

[Text: Zusammen mit dpa/ Benno Schwinghammer/sw]

Quelle: Noizz.de