Ihre Songs klingen charming und relaxt.

Wer zum Teufel bringt in der heutigen Zeit noch so etwas wie eine Doppel-EP heraus? Nun gut, im Fall von Hazel English ist die Doppel EP „Just Give In / Never Going Home“ auch eher eine Art Debüt-Album, bloß mit zwei unterschiedlichen Grundstimmungen – weshalb für die 25-Jährige der Begriff „Doppe-EP“ wohl passender erschien.

Der perfekte Sommertag

Sommer, das ist für viele Eis essen, entspannt in der Sonne liegen und jede Menge Spaß mit Freunden. So ähnlich sieht das auch Hazel English: „Mit dem Fahrrad durchs Grüne fahren, Vintage shoppen und einem guten Café essen gehen – das wäre für mich der perfekte Sommertag.“

Ja, denn Vintage-Sound hört man ihren Liedern schon ein wenig an. Verträumt und wie ein etwas zu langsam eingestellter Schallplattenspieler mit etwas dumpfen Sound.

The Smiths als Inspiration

Trotz all der schönen, sanften Melodien, trägt Hazel English Musik aber auch etwas düster-melancholisches in sich. Kein Wunder, denn zu ihren Lieblingsbands gehören The Smiths oder The Cranberries – und die sind nicht gerade bekannt für ihre freudigen Texte.

Trotzdem schafft es Hazel, dass ihre Songs unglaublich leicht klingen – obwohl sie über Probleme singt, die alle von uns so haben: Liebeskummer, was mache ich nur mit meinem Leben, wo zieht es mich hin – der übliche Alltags-Mist eben.

More Like You

Ein Paradebeispiel dafür ist der Song „More Like You“: „It’s so funny how you live your life/ Always trying on a new disguise/ And you lie to yourself all of the time/ You rely on the safety of denial“ - in schönere Worte hätten wir das nicht fassen können.

Mehr als 8 Millionen Spotify-Plays

Die Hype-Machine lief bei Hazel English bisher allerding eher zaghaft an: Für Stereogum oder den NME haben war Hazel zwar fester Bestandteil der Hotlist für 2017 so richtig ausgerastet ist aber keiner. Dabei hatte erste Single „Never Going Home“ – die ihren Umzug von Australien nach Kalifornien thematisiert – über 8 Millionen Plays auf Spotify gesammelt.

Dabei hat die Wahlkalifornierin auf ihrem ersten Album nicht mit irgendwem zusammengearbeitet: Hinter der Doppel-EP steckt niemand geringeres als die Produzenten Jackson Philipps und Justin Raisen (Angel Olsen, Sky Ferreira).

Hazel arbeitete in einem Buchladen

Dahinter verbirgt sich eine lustige Anekdote. Während Hazel noch kreatives Schreiben in Australien studierte (was ihre guten Lyrics erklärt), arbeitete sie nebenbei als Aushilfe in einem Buchladen. Eines Tages verirrte sich, mit einem kaputten Synthesizer unterm Arm, Jackson Philipps in den Buchladen.

Weil Hazel wissen wollte, was es mit dem kaputten Synthesizer auf sich hat, den Philipps eigentlich zur Reparatur bringen wollte, kamen beide ins Gespräch. Daraus entstand eine musikalische Zusammenarbeit. Allein das wäre für viele schon Grund genug aus dem Häuschen zu sein. Bei Hazel English wirkt diese Geschichte fast schon normal.

Liebe zum Akustischen

„Ich möchte niemals einen Song schreiben, den man nicht auch in einer stripped-back Version spielen kann,“ erklärt sie über ihr Musik machen. Also eine Liebe zum Akustischen. Das merkt man selbst den etwas spezielleren Stücken auf der EP, wie „That Thing“ an.

Ideal für das Sommer-Wochenende

Trotz allem bleiben die Songs von Hazel English vor allem eins: sehr charming und sehr relaxt. Ideal also für das Sommer-Wochenende, das jetzt kommen kann.

Hier könnt ihr nochmal das ganze Interview mit Hazel English anschauen.

„Just Give In / Never Going Home“ ist am 12. Mai bei Marathon erschienen.

Quelle: Noizz.de