Das Berliner Techno-Label hat uns in den Mellowpark mitgenommen.

In unserer Reihe "Häng with the Gäng" hängen wir, wie der Name nahelegt, mit Berliner Gangs ab - Jungs und Mädels, die gemeinsam was anstellen. Das Clubkultur-Mekka Berlin hat diesbezüglich ja einiges zu bieten: interessanten Artists, fleißige Labels und unkonventionelle Konzepte.

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Die Konkurrenz ist groß in Boomtown Techno und der Markt hart umkämpft. Gerade deshalb müssen die Macher besonders kreativ denken und sich irgendwie Abheben von der Masse. Das ist sicher nicht so leicht und erfordert viel kreative Energien.

Diesmal haben wir uns ganz ohne Erfolgsdruck, einfach mal richtig entspannt mit dem Berliner Techno-und House-Label Suspekt Records im Berliner Osten getroffen – und zwar an der Wuhlheide im lässigen Skatepark Mellowpark. Stichwörter: gemütlich Abhängen und Grillen.

Danach: ordentlich absteppen bei der Clubnacht der Veranstalter. Suspekt Records ist nämlic beides: Veranstalter und seit Beginn des Jahres auch Label.

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Natürlich darf neben der vielen Arbeit der Spaß

iq#$rPB7 nicht fehlen, deshalb fährt das Team hinter Suspekt Records einen entspannten Kurs als erfolgreiches Jung-Label. Den Jungs ist vorallem wichtig, die eigene Freundschaft zu bewahren. Von daher lautet das Credo des Abends: Dinge braten, Platten auflegen und Kaltgetränk zischen.

Wie das so aussieht, zeigt ihr Takeover unseres Insta-Kanals vor vier Wochen:

Wer verbirgt sich eigentlich hinter Suspekt Records?

Suspekt Records sind die vier Freunde Lukas Meunier, Anton Johnsen, Thomas Maschitzke und Lucas Tesoin. Das Rezept hinter dem Erfolg ist eben nicht, den Ellenbogenkurs zu fahren, sondern freundschaftliches Networking zu betreiben. Schlicht ein paar Boys, mit denen man gerne abhängt, die Musik abfeiert und so fast ganz nebenbei ein paar gute Geschäfte machen. Easy.

Aber am besten erzählen die Macher das mal selbst:

NOIZZ: Wie habt ihr euch eigentlich gefunden?

Suspekt Records: Das war eher eine spontane Sache, erst mal stand nur der Name und der Wunsch, sich seine eigene Plattform zu geben. Wir sind ja auch ausnahmslos alle Musiker. Erst nach und nach haben wir gemerkt, was da für eine unglaublich spannende Aufgabe auf uns wartet und was für ein Potenzial diese birgt.

In Berlin gibt es ja unzählige Techno-und Housepartys. Wie schafft ihr es, euch durchzusetzen bzw. was unterscheidet euch von anderen Techno-Veranstalterinnen und -Labels?

Suspekt Records: Wir versuchen, bei unseren Veranstaltungen eine große Abwechslung und Diversität zu erreichen und dabei gleichzeitig das Branding aufrecht zu erhalten. Jedes Mal unbekannte, befreundete und etablierte DJs, die  auch zu unseren Partykonzepten passen.

Das heißt: Diese zu einem einzigartigen Line-up zusammenzubringen, wird natürlich von Mal zu Mal schwieriger, aber bisher hat das immer geklappt. Zudem ist der Motor hinter dem Ganzen immer noch die Freundschaft zwischen allen Beteiligten, das hält jetzt mittlerweile schon zwei Jahre an und ist nicht so selbstverständlich, wie man denken könnte.

Was denkt ihr, warum man euch in der Szene so schätzt, obwohl ihr doch noch relativ jung seid?

Suspekt Records: Das ist tatsächlich die klare Rollenverteilung. Jeder ist für seine Themengebiete zuständig und kümmert sich mit Hingabe um diesen. Wenn ein Label von innen gut gepflegt ist, merkt man das auch nach außen. Wir sind, glaube ich, ein Inprint, auf dass sich Clubs wie Künstler gleichermaßen verlassen können, wir liefern ab.

Unserer zweites Standbein ist, denken wir, die Unterstützung junger, talentierter aber bis dato noch unbekannter Künstler. Wir wissen selbst alle ganz genau, wie schwer es ist, einen Fuß in die Tür zu kriegen, weshalb wir es Leuten, die es verdient haben, einen kleinen Schub zu bekommen, ein wenig einfacher machen wollen. Und davon gibt es weltweit nun mal eine ganze Menge, wie unser nächstes Release aus Buenos Aires ganz gut zeigen wird.

Richtig gute Freunde ...

Suspekt Records: Das sind wir definitv. Argentinien liegt ja nicht gerade um die Ecke.

Ist euch denn das gemeinsame Abhängen mit den Artists und dem Team vor euren Events immer so wichtig wie heute im Mellowpark?

Suspekt Records: Wir wollen eine Bindung zu den Acts aufbauen, die wir buchen, oft entstehen dadurch auch Freundschaften. Wir wollen gemeinsam einen tollen Abend haben, und das ist einfach die perfekte Möglichkeit, um sich aufeinander einzustellen und auch ein bisschen Networking zu betreiben.

Musik ist immer noch etwas sehr Emotionales, und Künstler nur als Geschäftspartner zu betrachten, unterminiert die Kunst an sich. Außerdem können wir natürlich auch noch vieles von etablierten Künstlern lernen. Manche von ihnen sind ja schon Jahrzehnte im Geschäft und kennen den ein oder anderen Trick.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft oder wie sehen eure Ziele aus?

Suspekt Records: Es soll alles ein wenig professioneller werden, ohne dabei die Liebe zur Musik zu vergessen. Seit diesem Jahr können wir uns dank einiger Releases auch schon ein Label nennen. Wir wollen außerdem neue Aufgaben bewältigen wie zum Beispiel ein Open Air auf die Beine stellen, eine UG gründen und ein Studio anmieten. Es soll alles ein bisschen durchdachter werden, obwohl das natürlich auch einen ganz neuen Berg von Arbeit bedeutet.

Die nächste Veranstaltung von Suspekt Records ist am 14. Juli im Berliner Anomalie Art Club.

Quelle: Noizz.de