Kunst in Zeiten von Corona: Kein Jubel, keine Zugabenrufe – James Blunt und Gianna Nannini hält das nicht ab. Beide spielen trotz der Pandemie Konzert, wenn auch ohne Publikum. Das könnte der neue Standard werden.

Alle reden gefühlt nur noch über das neuartige Coronavirus. Das wirkt sich nicht nur auf unsere Gesundheit aus, sondern zeigt auch Auswirkungen auf die Wirtschaft. Logisch, denn es bleiben ja immer mehr Menschen zuhause. Aber auch auf die Kulturszene wirkt sich die Pandemie aus. Fast überall in Deutschland sind mittlerweile Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauer untersagt wurden, um eine Verbreitung des Virus einzudämmen. Reihenweise werden Konzerte, Theaterperformances und Ausstellungen sowie Festivals und auch Fußballspiele abgesagt.

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Das wollen einige Künstler nicht hinnehmen und nutzen die moderne Technik, um doch für ihre Fans performen zu können. Damit sie wenigstens irgendwie dabei sein können und nicht ganz im Corona-Isolationsblues versauern. So etwa der britische Sänger James Blunt. Der sollte gestern nämlich eigentlich ein Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie spielen. Das Konzert musste vor leeren Rängen stattfinden.

Vor Blunt sind damit die 2.100 Sitze in der Elbphilharmonie frei geblieben – ein Geisterkonzert. "Solche Konzerte dürften das Modell der Zukunft sein - definitiv aber für die nächsten Monate, wenn das Virus das öffentliche Leben beeinträchtigt", sagt Blunt kurz vor dem Konzert.

Hier kannst du James Blunt Konzert in voller Länge sehen:

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Mit dem Gedanken ist er nicht alleine. Die italienische Rocksängerin Gianna Nannini hat ein "virtuelles Konzert gegen Corona-Einsamkeit" angekündigt, das sie live aus ihrem Haus in Mailand über ihren Instagram-Account übertragen wird. Die Sängerin wurde in den 80er Jahren mit Songs wie "Bello e impossibile" bekannt. Italien ist wegen der Ausbreitung des Coronavirus' bereits Sperrzone.

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Die in ihrer Heimat überaus populäre Sängerin will somit ein Zeichen setzen, denn das Schlimmste an dem Virus sei die damit einhergehende Einsamkeit, schrieb sie auf Twitter. Aufgrund von Quarantänemaßnahmen und den verhängten Sperrzonen und Verboten von Veranstaltungen, sowie geschlossenen Läden, seien viele Italiener zunehmend isoliert.

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Viele Veranstaltungen werden auch auch einfach abgesagt

In Deutschland begrenzen Theater oder Konzerthallen bereits die Besucherzahlen oder sagen Großveranstaltungen ab. So auch in Berlin. Dort will man aber ebenfalls Livestreamlösungen umsetzen. Der RBB will die Aufführung von Georges Bizets "Carmen" aus der Staatsoper Unter den Linden ebenfalls als Livestream zu den Menschen bringen.

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Das Kölner Gürzenich-Orchester hat sein Konzert am Dienstagabend ebenfalls ohne Publikum aufgeführt. Per Livestream aus der Kölner Philharmonie konnten Zuschauer trotzdem dabei sein.

[Text: Zusammen mit dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de