Frank Ocean hat vergangene Woche zwei neue Singles veröffentlicht, die uns Hinweise auf ein neues Album geben!

Manchmal verwundert es, dass die Erde nicht für einen Moment stillsteht, wenn Frank Ocean neue Musik veröffentlicht – wie in der vergangenen Woche. Übertrieben? Kein bisschen, denn auch mit diesen zwei Tracks hebt der Musiker nicht nur seinen markanten Stil aus den Angeln, sondern auch die Musikwelt. "Dear April" und "Cayendo" sind zwei akustische Songs, die schon eine Weile herumgeisterten, bis Ocean sie nun endlich auf Spotify pünktlich zu besungenem April online stellte.

Zuvor waren sie Songs als Remix auf seiner exklusiven Queer-Party PrEP+ in New York gespielt worden und anschließend hatte man sich die Songs inklusive der Akustikversion schon als limitierte Vinyl bestellen können. Damit werden Vermutungen um ein neues Album laut. Mittlerweile ist es vier Jahre her, dass das musikalische Genie uns mit "Blonde" zu Tränen rührte und zum zweiten Mal die R’n’B-Szene maßgeblich veränderte!

Dabei fasst "Dear April" ziemlich gut zusammen, warum Frank Ocean so wichtig für die Musik ist und wieso er uns immer wieder berührt. Da ist natürlich seine Stimme, die ziemlich klar aber auch wahnsinnig durchlässig ist. Ocean hat etwas von einem Schauspieler, denn es ist nie nur Rap, oder nur bloßer Gesang. Es sind immer, immer, immer Emotion, die wir hören. Dabei ist es dann auch mal egal, wenn etwas gezogen wird, nicht zu 100 Prozent in den Rhythmus passt oder hinterherhinkt. Hinzu kommen die kleinen Doppelungen und Ebenen, die Ocean seinen Vocals hinzufügt.

Seine Musik zeugt außerdem von einer besonders filmischen Qualität. Mit dem wabernden, flirrenden Sound, dem Ein- und Ausfaden der schleppenden Beats wie in "DHL", schafft Frank Ocean feine Nuancen und Stimmungen, die einen augenblicklich in seine nostalgische Welt ziehen. Als der Song ganz unerwartet im vergangenen Herbst erschien, wurden bereits erste Stimmen laut, die auf ein neues Album hofften. "DHL" und die kurz darauf folgende Single „In my room“ zeigten auf dem Cover jeweils eine Reihe kleiner, schwarzer Symbole. Diese zeigten bereits die Posen, die Ocean auf den Cover-Fotografien einnahm und auch die zwei neuen Singles sind mit eben jenen Symbolen gekennzeichnet. Vier der 17 Symbole sind nun also schon veröffentlicht. Dass das ein klares Zeichen für ein neues Album sein könnte, scheint nicht an den Haaren herbei gezogen zu sein.

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Klanggewordene, glänzende Melancholie

Wir brauchen ein neues "Frank Ocean"-Album. Obwohl der Musiker uns die vergangenen Jahre immer wieder mit einzelnen Singles überraschte, ist klar, dass Oceans Emotionalität und all sein Songwriter-Talent sich auf Albumlänge so viel besser ausbreitet, als in einem einzelnen Song. Wir wollen uns einlullen lassen, in seine wunderbar lyrischen Geschichten eintauchen, uns in den Worten verlieren und von der Musik aus dem Leben gerissen werden.

Auf "Blonde" und "Channel Orange" brilliert jeder Song zwar für sich, aber schaffte es Frank Ocean bisher meisterlich, einen einheitlichen Ton auf großen, ambitionierten Alben zu finden, die all Versprechen halten und die dezidierten Stimmungen eindrücklich vermitteln - wehren ist absolut zwecklos! Und weil wir uns nach Franks Traurigkeit sehnen, die all unsere Melancholie bündelt und in klangegewordene, glänzende Schönheit verwandelt, brauchen wir diesen verdammten "Frank Ocean"-Longplayer! JETZT!

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Quelle: Noizz.de