Insgesamt brauchte der Künstler 4,5 Liter seines eigenen Bluts

In der Kunstwelt gab es ja eigentlich schon alles. Denkt man. Und dann kommt jemand und macht mit seinem Blut Musik. Kein Witz, der Künstler Dmitry Morozov hat sich selbst für die Installation „Until I Die” über 18 Monate hinweg 4,5 Liter Blut abgezapft.

Zum Vergleich: Ein Mann von circa 70 Kilogramm hat nur etwa fünf bis sechs Liter Blut! Noch während der Uraufführung ließ er sich nochmal 20 Milliliter Blut abnehmen.

Insgesamt 4,5 Liter Blut ließ sich Morozov abzapfen Foto: Dmitry Morozov / http://vtol.cc

Das von ihm abezapfte Blut brauchte der Künstler für eigens dafür entwickelte Batterien, die dann aus dem Blut Strom erzeugen. Der Strom wiederrum geht an ein kleines algorithmisches Synthesizer-Modul, das mit einem Lautsprecher verbunden ist. So entstehen dann die Klänge aus dem Blut.

Damit die Anlage auch funktionierte, musste Morozov das Blut mit distilliertem Wasser auf insgesamt sieben Liter strecken. Aber selbst dann war die Musik ein kurzes Vergnügen, denn die Installation lief nur acht Stunden. Allerdings sollte sie auch nie ewig halten: Vielmehr sollte das Projekt symbolisch für den körperlichen Verfall stehen.

Das Blut-Projekt soll die körperliche Vergänglichkeit zeigen Foto: Dmitry Morozov / http://vtol.cc

Alles in allem ist Blut-Techno eine auf vielen Ebenen verstörende Angelegenheit. Allein die Menge des Bluts und der Prozess des Abzapfens sind irgendwie einfach eklig. Dazu kommen dann auch noch die schaurigen Klänge in Kombination mit den Frankenstein-Apparaturen. Ein perfekter Alptraum.

Das Projekt soll an Experimente aus dem frühen 20. Jahrhundert erinnern Foto: Dmitry Morozov / http://vtol.cc

Quelle: Noizz.de