We want more!

„Faggot hate when you gettin’ money like athletes“, rappt Jay-Z 2001 auf seinem legendären Album „The Blueprint“. Es ist nicht das erste Mal, dass der US-Rapper das Wort Schwuchtel in seinen Lyrics als Schimpfwort nutzt. Jahre später spricht er sich für die gleichgeschlechtliche Ehe in den USA aus. Auf seiner letzten Platte „4:44“ thematisiert er vergangenes Jahr dann sogar das Coming-out seiner eigenen Mutter.

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Die Entwicklung von Rappern wie Jay-Z zeigt: Wir stehen heute nicht mehr am Anfang, wenn es um Gerechtigkeit für die LGBTQ-Community geht. Auch nicht im Hip-Hop. Dass das Genre historisch schwulenfeindlich ist, ändert aber auch ein Jay-Z mit lesbischer Mutter nicht. Massenhaft homophobe Texte sorgen dafür, dass sich die ersten Artists erst Jahre, nachdem Jay-Z seine Faggot-Lyric im Song „Heart of the City (Ain’t No Love)“ gespittet hat, outen. Allen voran Frank Ocean. Der Rapper aus Kalifornien macht im Jahr 2012 mit seiner Sexualität reinen Tisch.

Seitdem ist viel passiert. LGBTQ-positive Songs von Künstlern wie Macklemore oder Rapper Murs tragen dazu bei, dass Queer auch im Hip-Hop irgendwann – hoffentlich – nichts Besonderes mehr ist, sondern Normalität.

Zum LGBTQ-Selbstverständnis tragen natürlich und vor allem die Künstler bei, die sich dazu entscheiden, trotz Karriere-Risiko zu ihrer Sexualität zu stehen.

Diese LGBTQ-Artists solltest du deshalb kennen:

US-Rapperin Azealia Banks

Banks spricht nicht viel über ihre Sexualität, identifiziert sich aber klar als Bisexuelle. Im Interview „The New York Times“ im Jahr 2012 machtw die „212“-Interpretin klar warum. Sie will nicht in eine Schublade gesteckt werden: „Ich versuche nicht die bisexuelle Lesben-Rapperin zu sein. Ich lebe nicht nach den Regeln anderer.“

US-Rapperin Brooke Candy

Auch Brooke Candy spricht sich offen gegen das Genre „Queer Hip-Hop“ aus. „Was mich mit diesen aufstrebenden schwulen Rapper so stört, ist, dass sie ein neues Genre kreiert haben. Warum, zum Teufel, gibt es ein neues Genre für die gleich klingende Musik?“, so die 29-Jährige im Interview mit „The Guardian“.

Brooke selbst ist pansexuell. Im Gegensatz zur Bisexualität, die sich auf zwei Geschlechter beschränkt, können Pansexuelle sexuelle oder romantische Gefühle gegenüber jeder Geschlechtsidentität entwickeln.

US-Rapper Lil Peep

Der Musiker starb im November 2017 an einer vermuteten Überdosis Xanax und Fentanyl. Wenige Monate vor seinem Tod outet sich der „Falling Down“-Interpret als bisexuell auf seinem Twitter-Account.

US-Rapperin Princess Nokia

Princess Nokia, die im echten Leben Destiny Nicole Frasqueri heißt, schaffte ihren Durchbruch 2016 mit ihrem Song „2016“. Lange vor ihrem kommerziellen Erfolg macht sich die New Yorkerin aber bereits einen Namen in der Gay-Szene der US-Metropole. „Ich bin ganz nah an der queeren Community aufgewachsen. Ein queeres Kind zu sein und auszugehen – das war einer der wichtigsten Teile meines Lebens und der Beginn meiner Musikkarriere“, erklärt sie 2017 im Gespräch mit „OUT“. Frasqueri bezeichnet sich als „sexually fluid“, also sexuell nicht festgelegt.

US-Rapper iLoveMakonnen

Im Jahr 2014 erlangt iLoveMakonnen mit Rap-Star Drake als Feature auf dem Track „Tuesday“ weltweite Bekanntheit. Damals ahnt noch niemand, dass sich der 29-Jährige drei Jahre später via Twitter als schwul outen würde.

Eine unvollständige Liste weitere Artists, die sich selbst zur LGBTQ-Community zählen:

  • Frank Ocean
  • Young M.A.
  • Le1f
  • Fly Young Red
  • Cupcakke
  • Cakes da Killa
  • Majesty
  • House of Ladosha
  • Mykki Blanco
  • Zebra Katz
  • Jipsta
  • Angel Haze

In Deutschland warten wir übrigens noch auf unser erstes Hip-Hop-Coming-out. Ja, wir haben Juicy Gay. Der ist zwar nicht schwul, trägt mit seiner Namenswahl aber definitiv zur Normalisierung bei. Ein Hoch auf Juicy!

Quelle: Noizz.de