Fußgänger geht Kollegah an: „Du hast einen Hass gegen Juden“

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Kollegah und Niko von Backspin im Interview Foto: Backspin / YouTube

Und weitere wichtige Momente aus dem großen Kollegah-Interview der Backspin.

Für alle, die Kollegah lieben – und für alle, die ihn verurteilen: Der Rapper gibt in einem großen Interview mit dem Hip-Hop-Magazin „Backspin“ Antworten auf offene Fragen. Chefredakteur Niko Hülls spricht mit Kollegah offen über die Antisemitismus-Vorwürfe und sein kommendes Album „Monument“.

Niko schlendert mit ihm so knapp zwei Stunden durch Düsseldorf. Falls du aber nicht die Zeit hast, dir das ganze Video anzuschauen, haben wir dir die drei wichtige Momente aus dem Video zusammengefasst:

1. Kollegah möchte die Welt retten

Dieses Mal soll es in dem Interview mit Niko weniger um die Kunstfigur Kollegah gehen – sondern viel eher um Felix Blume, so wie der Rapper mit bürgerlichem Namen heißt.

Auch das neue Album „Monument“, das am 7. Dezember erscheinen soll, baut darauf auf: „Es hat den Anspruch, das ‚real-talkigste‘ zu sein, das ich je gemacht habe“, so Kollegah. Damit meint er, dass es ehrlicher wird und sich auf das Wesentliche konzentriert: „Ich wollte dieses Mal ein Album machen, bei dem die Musik im Vordergrund steht – und nicht die Promophase.“

Dabei hat Kollegah in den vergangenen Monaten jede Menge Promo betrieben: So hat er unter anderem sein erstes Buch „Das ist Alpha – die 10 Gebote“ veröffentlicht, das sogar Thilo Sarrazin von der Bestsellerliste stieß.

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Auf die Frage von Niko, ob denn alles zu Gold wird, was er macht, widerspricht der Rapper ihm ein wenig. Für ihn zählt es anscheinend nicht, ob seine Platte Goldstatus erreicht – sein Ziel ist ein anderes:

„Mein höchstes Ziel ist, diese verfickte Welt zumindest ein Stück besser zu machen. […] Ich sage dir, mein Ziel ist es, die Welt zu retten. Das klingt total utpisch – aber das ist mein Ziel. Und wenn ich nur ein Zehntel davon erreiche. Vielleicht nur ein kleines Dorf, dann ist mir das schon lieber, als wenn ich es gar nicht gemacht hätte“, so Kollegah.

2. Kollegah wird von einem Passanten Antisemitismus vorgeworfen

Der Rapper äußerte sich gelegentlich gegen die Boulevardpresse, so auch zuletzt in seinem Trailer zu der Ankündigung seines neuen Albums „Monument“.

Doch gerade als Kollegah sagt: „Ich habe keinen Hass gegen die Medien oder gegen irgendeinen Redakteur – die machen auch einfach nur ihren Job“, äußert sich ein Passant von außen: „Du hast aber einen Hass gegen Juden [...]. Wegen deinen dummen Verschwörungstheorien!“

Als Kollegah ihn darum bittet, näher zu kommen und zu erklären, warum er ihn so bezeichnet, bleibt der Passant stehen: „Wegen deinem Video. Das können wir gerne mal zusammen angucken und analysieren. Ich habe den Namen vergessen, aber ich kann es dir zeigen!“

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Während der Mann das Video auf seinem Handy sucht, hakt Niko nach: „Findest du, dass die Vorwürfe wirklich komplett aus der Luft gegriffen sind?“

Kollegah: „Natürlich.“

Niko: „Es kommt doch aber nicht von ungefähr, dass dich ein Typ auf der Straße darauf anspricht und dir das vorwürft“

Kollegah: „Aber hat sich dieser Mensch wirklich damit auseinandergesetzt? Offensichtlich nicht – sonst würde er nicht seit zehn Minuten auf seinem Handy suchen, was er mir da eigentlich vorwirft.“

Der Rapper fängt mit dem Passanten an zu diskutieren, bis dieser sagt: „Hör mir doch zu, verdammt“ und darauf Kollegah antisemitisches, stereotypisches Verhalten vorwirft.

3. Kommt vielleicht bald ein Kollegah-Spielfilm?

Der Rapper designt Klamotten, kauft Immobilien und hat ein Buch sowie ein Fitnessprogramm auf den Markt gebracht. Alles mit Erfolg. Doch eine Sache fehlt, findet Niko: „Ich warte immer noch auf den großen Kollegah-Spielfilm!“

Der Rapper weckt dabei ein wenig Hoffnung. So war bereits ein Film mit ihm und Farid Bang passend zu dem Album „Jung Brutal Gutaussehend 3“ geplant: „‚JBG3 – The Movie‘ war so geil! Wir haben fast sieben Monate an diesem Drehbuch gearbeitet. Farid und ich und haben uns immer in einem Café getroffen. Aber dann kam der Echo dazwischen – und dann haben alle eher Abstand gehalten“, sagt er.

„Wenn die Leute dazu Bock haben, nehmen wir mal selbst ein bisschen Geld in die Hand. Aber sonst habe ich auch erstmal andere Sachen vor.“

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Ein „Kollegah, der Boss“-Film – für viele Fans ein Traum! Doch bis der King tatsächlich einen Spielfilm veröffentlicht, muss man sich mit dem Backspin-Video zufrieden geben. Immerhin hat das schon mal die richtige Länge: knapp zwei Stunden.

Quelle: Noizz.de

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