Ein Festival gegen Landflucht? Nice idea.

Die wählen rechts, sind fremdenfeindlich und nie geht da was ab - Vorurteile über das Brandenburger Landleben gibt's genug. Dass aber in der Kleinstadt Storkow, außerhalb von Berlin, tote Hose ist, lässt sich schnell widerlegen.

Zugegeben, eine Metropole ist die von Seen und Feldern umringte Stadt nicht - trotzdem drücken sich dort die Musiker die Klinke in die Hand. Vom 23. bis zum 25. August steigt in hier zum fünften Mal das alínæ lumr-Festival (sprich: Alinä Lumre). Und das hat eine wichtige Message:

Wie so viele Kleinstädte in Brandeburg durchlebt Storkow einen schwierigen Strukturwandel. Landflucht, leerstehende Häuser und Arbeitslosigkeit sind die Folge. Doch durch das Festival soll gezeigt werden, wie viel mehr das Land und die Kleinstadt zu bieten haben.

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Dafür werden nicht nur internationale und nationale Musikerinnen und Musiker wie Núria Graham, Sophie Hunger, Blumfeld oder den großartigen Curtis Harding geholt. Das Festival führt seine Besucher auch durch die Stadt und bietet Workshops und Kulturprogramm wie Rundgänge und Kino an.

Darüber hinaus präsentiert sich dieses malerische Städtchen zwischen Burg, See und kleinem Marktplatz so verzaubert hübsch, das man gewillt ist, sich direkt irgendwo hier in Storkow sein eigenes kleines Stück Land zu kaufen. Verklären wir jetzt wiederum das Landleben, wenn wir uns vorstellen, wie wir unsere Rüben anbauen und morgens auf dem Weg zum Bäcker jeden beim Vornamen grüßen und Nachmittags zum Summen der Bienen in unserer Hängematte liegen? Ja, ganz sicher. Aber was wir nicht verklären: Ein Wochenende auf dem alínæ lumr ist ganz sicher wie drei Tage in einer Ausgabe vom Landlust-Magazin zu leben. Nur mit sehr guter Musik. Und mit coolen Leuten. Und einer Menge Dancemoves. Wir freuen uns!

Tickets und den Grund, warum du unbedingt Badesachen mitnehmen musst, gibt's auf der offiziellen Website des Festivals.

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Quelle: Noizz.de