Mit Blockchain zum Rave.

„Cryptorave“-Szene nennt sich die selbsternannte Subkultur, die ihre Anhänger via Blockchain-Technologie erreichen möchte. Eigentlich soll es bei der Cryptorave-Szene um Anonymität gehen und um dezentralisierte Raves nur für ein spezielles Netzwerk an „Freuden“ bzw. Szenekennern. Also um einen Techno-Underground, der nicht unbedingt komerziell vermarktet werden will. Definitiv ein interessanter Ansatz via Darknet und Blockchains Informationen über Partys zu verteilen bzw. mit Cryptowährungen Partys zu finanzieren. Das macht Sinn, wenn eine Szene wirklich Underground sein möchte.

Leider habe ich innerhalb von einer Minute die Veranstalter der Berliner Cryptoraves im Netz gefunden mit Namen und Fotos. Es riecht ein wenig nach einem geschickten Marketing in der übersatten Clubkultur. Die sich einer guten Idee bedient und den übersättigten Konsumenten das Gefühl gibt etwas besonderes zu sein. So mein kritischer Gedanke dazu.

Wie kommst du nun zum exklusiven Rave?

Du registrierst dich auf einer entsprechenden Cryptorave-Website. Hier kommst du zur Berliner Cryptorave-Website.

Nun musst du eine Stunde "minen" um den Eintritt zu erschürfen. Weitere sechs Stunden um die Location zu erfahren und nach elf Stunden hast du einen Gästelistenplatz ergattert. Das heißt, du darfst die Website die ganze Zeit nicht verlassen, während des Mining-Prozesses. Angeblich ist die Website nicht fiktiv und du schürfst wirklich nach Coins und Informationen. Die erschürfte Währung geht anschließend in einen kollektiven Korb der Veranstalter zur Finanzierung der Raves.

Die Veranstalter der deutschen Cryptoraves sind zum einem das Künstlerkollektiv „Mediengruppe Bitnik“, welches in Zürich und London ansässig ist und Kunst im Netz macht. Die andere Hälfte ist das Kunstprojekt „Omsk Social Club“. Wobei sich dieser "Kunst-Club" als posthuman bezeichnet, das bedeutet als körperlos und Abhilfe mit den Raves gegen kollektive Einsamkeit schaffen möchte.

Das Line Up des 5. Berliner Cryptorave tritt klanglich mit ihren Sets in die Fußstapfen des Techno der frühen 90er Jahre als Techno tatsächlich noch eine Subkultur darstellte. Die DJs heißen unter anderem Bit-Tuner und Donna Maya. Wer jetzt neugierig geworden ist, ob hier wirklich von Undergorund die Rede sein kann, sollte noch schnell bei der Berliner Cryptorave-Website vorbeischauen und anfangen zu minen. Denn morgen abend steigt ein Rave in Berlin.

Quelle: Noizz.de