Die finnische Sängerin zu ihren Live-Auftritten, neuem Material und ihrer Heimat Skandinavien.

Die 22-jährige Alma-Sofia Miettinen, kurz Alma, hat sich binnen kürzester Zeit in den EDM-Himmel katapultiert. Mit wenigen Songs und viel harter Arbeit schaffte sie es, über ihr Heimatland Finnland hinaus berühmt zu werden und die Welt zu bereisen - das letzte Jahr ist Alma nur getourt und hat sogar bereits auf dem Coachella gespielt. Bald soll ihr Debütalbum erscheinen, von welchem sie bei unserem Interview die ganze Zeit schwärmt. Kurz nach ihrer Show im Berliner Columbia-Theater sprachen wir mit ihr über ihr Leben und ihre Musik.

NOIZZ: Wenn man sich deine Musik anhört oder auch Mitschnitte deiner Live-Auftritte, spürt man, wie du von Energie überquillst! Woher nimmst du diese, obwohl du ja ständig unterwegs bist?

Alma: Oft bin ich kurz vor den Auftritten total platt vor Müdigkeit. Aber wenn ich die ausrastende Menge vor mir sehe, kriege ich unglaublich viel Energie von ihnen ab. Ich kann so verdammt müde sein, aber wenn ich auf die Bühne gehe, dann machen mich die Leute wach! Wenn ich kleinere Auftritte habe, baue ich kleine persönliche Verbindungen zu vielen Menschen auf, für eine ganz kurze Zeit. Alleine ihr Geschrei, es ist einfach eine direkte, krasse Energie da!

Du hast die letzten Monate damit verbracht, konstant zu touren. Wann findest du die Zeit, noch an neuem Material zu arbeiten?

Alma: Ich mache die ganze Zeit Musik! Im Tourbus, überall. Die Tour hat aber grade in Berlin aufgehört, das war unsere letzte Show. Wir haben noch eine Handvoll Festivalshows und dann fahre ich zurück nach Los Angeles. Dann werde ich an meinem neuen Album arbeiten. Wenn Leute Leidenschaft innehaben, können sie nicht aufhören, das zu tun, was sie lieben. Und so ist es bei mir.

Wie schnell schreibt man einen Hit?

Alma: Keine Ahnung, um ehrlich zu sein! Ich schreibe ja nicht mit der Intention, einen Hit zu produzieren. Ich schreibe einfach meine Gefühle auf, die dann zu Songs werden. Manchmal dauert es 12 Stunden, manchmal nur 30 Minuten. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, für welchen Song ich nur eine halbe Stunde und für welchen ich mehrere Tage gebraucht habe.

Ich habe das Gefühl, dass Skandinavien grade die Quelle guter Popmusik ist. Habt ihr irgendwas im Wasser, oder wie erklärst du das?

Alma: Ich glaube, es geht einfach um die Kultur und den Umgang. Wir sind alle sehr ehrlich. Menschen suchen immer nach etwas, das sie noch nicht gehört haben. Wir haben schon ganz viel aus Amerika, aus Großbritannien, sogar aus Deutschland gesehen und gehört. Jetzt wollen die Leute etwas Neues, etwas Spannendes. Und genau das können die skandinavischen Musiker bieten.

Was ist das interessanteste an den Skandinaviern?

Alma: Für mich sind diese Menschen sehr inspirierend – ihre Mystik, ihre Düsternis. Sie offenbaren sich nicht komplett beim ersten Treffen, beim ersten Hören. Du musst das ganze Album hören, um einen skandinavischen Musiker zu checken. Am besten auch mehrmals. Und das mag ich. Sie geben dir kleine Teile ihrer selbst, die du dann zusammenfügen musst. Sie öffnen sich nicht so schnell. Und das macht die Musik auch so spannend.

Du warst dieses Jahr bei Coachella, das ist sozusagen der große Festival-Olymp. Gibt es noch ein großes Ziel, das du erreichen willst?

Alma: Ich lebe nicht von Ziel zu Ziel. Grade will ich einfach, dass mein Album rauskommt und dass die Leute es lieben. Ich will einfach glücklich sein und Musik machen.

Kannst du uns ein wenig spoilern, wovon die neuen Songs handeln werden?

Alma: Es geht darum, dass ich realisiere, dass ich sein kann, wer ich bin. Mehr kann ich aber nicht verraten!

Quelle: Noizz.de