Über den Dächern Paris', in barocken Kulissen zwischen Dämonen und Vampiren – die französische Singer-Songwriterin, weiß wie sie mit einem 14-Minuten-Kurzfilm in ihren Bann zieht. Dazu gibt es mit Christine and the Queens neuer EP "La Vita Nuova" sechs großartige Hymnen auf unser Seelenheil.

Héloïse Adelaïde Letissier lässt sich nicht auf irgendetwas festlegen. Will sie auch gar nicht. Das ist eine ziemliche Herausforderung in unserer Zeit, wo wir alle nach klaren Antworten suchen und uns gleichzeitig freier denn je fühlen – auch in Sachen Identitäten. Die französische Sängerin, die als Christine and the Queen verführerische, avantgardistische Songs zwischen Pop, R'n'B und Electro macht, erfindet sich immer wieder neu – und bleibt am Ende doch viel mehr sie selbst als andere Künstler*innen.

Mit ihrer Musik gilt Christine and the Queens als progressive Stimme der Transgender- und Queer-Community und hat daraus auch nie ein mysteriöses Geheimnis gemacht, es gehört zu ihr. Mal ist sie, wie in ihrem aktuellen Album, das 2018 erschienen ist, einfach nur "Chris", mal ist sie eben mehr Christine. Sie liebt Männer genauso wie Frauen, Pansexualität war schon immer ein essentieller Bestandteil ihrer künstlerischen, als auch persönlichen Identität. Nur konsequent also, dass sie mit ihren vielen Facetten auch in ihrer Musik spielt, deren Texte mal in französischer, mal in englischer Sprache verfasst sind.

Christine and the Queens

Ihr Stil ist so vielseitig wie Christine and the Queens selbst

Nun geht sie diesen Weg weiter und offenbart wieder eine neue Seite an sich. In ihrer neuen EP "La Vita Nuova" (auf deutsch: "Das neue Leben") zeigt sie die verletzliche Seite ihrer Seele, die düsteren Dämonen, die wir alle irgendwie in uns tragen, die wir hassen, mit denen wir klarkommen müssen – weil sie einfach zu uns gehören.

Mit der neuen Single "People, I've been Sad" Anfang des Monats hat uns Christine and the Queens schon einen Vorgeschmack darauf gegeben, wie das neue Leben denn für sie klingt. Nun folgen fünf weitere Songs, die dieses – keinesfalls einfältige – Gefühl in all seinen Facetten einfängt. Und genauso abwechslungsreich, pulsierend und zum Wahnsinnig-werden ist auch der Kurzfilm, den uns die Sängerin zur neuen EP mitliefert. Der Film portraitiert einen schmerzlichen Neuanfang, die Aussicht auf ein neues Leben, bei dem man Kraft schöpft aus extremer Verletzlichkeit.

Hier kannst du den spektakulären Kurzfilm zur EP "La Vita Nuova" sehen:

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Den Film hat Christine selbst konzipiert und stellt die Songs der EP in verschiedenen Sequenzen vor, fast wie eine Theater-Performance. Es ist eine intime Reise ins Innere der Künstlerin, bei der sie uns mitnimmt in die Opéra Garnier, das berühmte und opulente Pariser Opernhaus, in Geschichten von Geistern und mystischen Wesen einbettet. Es ist eine spektakuläre Kulisse für ebenso spektakuläre, dramatische Songs. Der perfekte Soundtrack, wenn du einfach mal loslassen willst.

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Gedreht wurde der Film von ihrem langjährigen Freund Colin Solal Cardo, der bereits Musikvideos für Robyn und Charli XCX umgesetzt hat, die Choreographie stammte von Ryan Heffington. "La Vita Nuova" ist Christines erstes Ausrufezeichen nach einer 18-monatigen Phase von Live-Shows, Kollaborationen und internationalen Auszeichnungen. Zuletzt veröffentlichte Christine and the Queens mit Charli XCX die Single "Gone“.

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Auf Spotify kannst du Christine and the Queens neuste EP natürlich auch hören:

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  • Quelle:
  • Noizz.de