Alleine auf Spotify gibt es mehr als 30 Millionen Songs – die könnt ihr natürlich alle durchsuchten, aber womit anfangen? Wir haben bei Künstler*innen nachgefragt, welche Songs bei ihnen im Moment rauf und runter gespielt werden. Das Newcomer-Duo Cari Cari reist mit uns ein bisschen in die Vergangenheit.

Ob Oasis, Modern Talking, The Civil Wars, Sonny und Cher oder Simon & Garfunkel – die Geschichte zeigt, dass man es als Duo nicht gerade leicht hat. Umso bemerkenswerter, dass es doch immer wieder Zweiergespanne in der Musikwelt versuchen und als geschlossenes Team auftreten. Es scheint eine Königsdisziplin der Bandkonstellationen zu sein, und gleichzeitig zieht uns diese einzigartige, spürbare Spannung zwischen zwei Menschen immer wieder in einen ganz besonderen Bann. So auch Cari Cari.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Cari Cari lassen 60er auf Zeitgeist treffen

Als Stephanie Widmer und Alexander Köck 2011 aufeinander trafen, war augenblicklich Musik im Spiel und zwischen den beiden Österreicher entstand eine gemeinsame Vision eines Sounds. Als Grundlage scheint eine tiefe Bewunderung für den Rock’n’ Roll der 60er-Jahre durch ihre Adern zu pulsieren, die Cari Cari mit einer großen Portion Neugier und Zeitgeist versehen. Obwohl die musikalischen Höhepunkte ihrer Idole wie Nancy Sinatra weit in der Vergangenheit liegen, hat sich das Duo nicht der Nostalgie hingegeben, sondern viel eher der Wanderlust. Zusammen ergibt das eine Funken sprühenden Charakter der Aufbruchsstimmung und der leichtfüßigen Abenteuerlust, den Cari Cari schließlich auf dem Debütalbum "Anaana" 2018 manifestiert hat.

Damit treffen sie einen Nerv, der in so vielen von uns schlummert. Sei es Australien, London, Hamburg oder Wien, die zwei Vagabunden scheinen ständig auf Achse zu sein und lassen sich in den Stimmungen der Orte treiben. So gehören das Didgeridoo und eine Maultrommel zur festen Instrumentalausstattung des Duos. Sie paaren diese Elemente mit satten Beats, die das urbane London in der Sommerhitze pulsieren lassen.

>> Lil Halima allein zu Haus: Über Kunst, Kristalle und Renovierungsarbeiten

DIY-Projekte und Mamas Platten

Eigentlich hätte in nur wenigen Wochen ein imposantes Konzert gemeinsam mit dem Filmorchester Babelsberg stattfinden sollen, doch das wurde vorerst aufgeschoben. Stattdessen hat Stephanie ihre Backdrums neu bemalt und Bilder des Videos zu "Summer Sun" übertragen.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Instagram
Um mit Inhalten aus Instagram und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Die DIY-Künstler gehen ihre Bildsprache genauso im Alleingang an, wie ihre Musik. "Ich glaube, uns tut das vielleicht ganz gut. Wir lieben es, live zu spielen, und tun uns schwer mit Nein-Sagen. Durch die Situation müssen wir nichts absagen und sind gezwungen im Studio zu tüfteln", erzählt Alexander lachend im Gespräch mit NOIZZ. "Ich bin mir auf jeden Fall sicher, dass sich unser Sound durch Corona verändern wird". Denn auch die weltweiten Touren der beiden haben sich auf ihre Musik niedergeschlagen und ihren Einfluss gehabt.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Corona-Pause hinterlässt Spuren

Die letzten Jahre waren primär vom Touren geprägt und wie viele Kolleg*innen nutzen die beiden ihre aktuelle Zwangspause auch zum Verschnaufen. Gleichzeitig lernen sie Musik wieder von einer neuen Seite kennen. "Die letzten Jahre waren wir die meiste Zeit auf Tour und haben dadurch oft unaufmerksam Musik im Bus gehört. Jetzt haben wir mehr Zeit und können die Plattensammlungen unserer Eltern nach Schätzen durchsuchen", erklärt Alex das momentane Verhältnis zur Musik.

>> Poppy Ajudha allein zu Haus: Auf der Suche nach Glück und Selbstliebe in unsicheren Zeiten

Doch nicht nur das Bewusstsein hat sich geändert, sondern auch die Technologie, denn die Zeit zu Hause ermöglicht es, sich wieder voll und ganz auf analoge Projekte zu stürzen."Wir haben für unser Studio eine alte Zweispur-Bandmaschine bekommen und dazu so zwanzig bespielte Magnettonbänder. Die haben wir durchgehört: Da waren von Dixieland bis Motown einige Schätze dabei. So über eine Bandmaschine Musik hören, ist wirklich besonders", berichtet Stephanie. Und das zeigt sich auch klar in der Songauswahl von Cari Cari, denn darauf sammeln sich kleine Meisterwerke, die etwas vergraben in den Kisten unserer Eltern darauf warten, entstaubt und neu aufgelegt zu werden.

Den Soundtrack von Cari Cari für ein bisschen Oldschoolfeeling und Wanderlust findest du auf der NOIZZ-Spotify-Seite.

  • Quelle:
  • Noizz.de