In seiner Biografie schwärmte Bushido noch von seiner Freundschaft mit dem Clanchef Arafat Abou-Chaker. Heute nennt er die Beziehung "Zwangsehe" – und packt über einen Knebelvertrag aus, der ihn noch über den Tod hinaus zu Zahlungen verpflichtete.

Der Prozess von Rapper Bushido gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker bringt immer krassere Details ans Licht. Im Zeugenstand sprach Bushido über die Beziehung zu Arafat – und versuchte zunächst zu erklären, warum er diese in seiner Biografie von 2008 so positiv darstellte.

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Lobendes Kapitel in der Biografie

So sagte der vorsitzende Richter in dem Prozess, er habe das Kapitel in dem Buch gelesen, das Abou-Chaker gewidmet war und den Titel "Arafat, der Große" trägt. Warum er die "Freundschaft" zu Abou-Chaker derartig lobte, erklärte der Rapper vor Gericht laut "Spiegel" so: "Es war mir unangenehm einzugestehen, wie die Zusammenarbeit wirklich zustande kam".

Arafat Abou-Chaker und Bushido bei einer Filmpremiere

Beziehung zu Abou-Chaker wie "Zwangsehe"

Dass er Arafat ab 2004 mit 30 Prozent an sämtlichen Einnahmen habe beteiligen müssen, habe er knapp 15 Jahre für sich behalten. Niemand habe gewusst, dass die Zusammenarbeit erzwungen und nicht freiwillig gewesen sei. In dem Zusammenhang verglich Bushido die Beziehung sogar mit einer Zwangsehe. Er habe gezahlt, weil er musste, nicht wollte, so Bushido. Arafat habe gar nicht drohen müssen, es sei auch so klar gewesen, dass es nicht bloß "Abmahnschreiben" gegeben hätte, hätte er nicht gezahlt.

Und zahlen sollte der Rapper wohl auch über seinen Tod hinaus. Denn für einen Immobilienkauf, während Bushido im Urlaub war, erteilte er Abou-Chaker eine Generalvollmacht – die der Clan-Chef jedoch auch für weitere Unterschriften missbrauchte, die nicht mit Bushido abgestimmt waren.

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Unter anderem eine Zusatzvereinbarung im Management-Vertrag unterschrieb Abou-Chaker im Namen des Rappers. Darin wurde festgehalten "dass er lebenslang an meinen Sachen verdient und die Ansprüche an seine Erben übergehen", so Bushido. "2015/16 verlangte er auch, beim Notar mein Testament aufzusetzen. Islamisch, nichts für meine Frau, er als Nachlass-Verwalter, Auszahlung an meine Kinder, wenn sie 25 Jahre alt sind. Das war der erste Versuch, über meinen Tod hinaus Ansprüche geltend zu machen. Von ihm gab es nie eine Generalvollmacht für mich. Im Dezember 2014 hatte ich persönlich mit Arafat abgeschlossen, nachdem meine Frau mich verlassen hatte. Die Generalvollmacht ließ mich in der Öffentlichkeit wie das Eigentum von Arafat dastehen."

Quelle: Noizz.de