Bei dem Clan-Chef Arafat Abou-Chaker wurde kürzlich eine Razzia durchgeführt. Er steht unter Verdacht, Steuern zu hinterziehen. Bei der Durchsuchung, die eigentlich nichts mit Bushidos Prozess zu tun hat, wurden allerdings auch handgefertigte Notizen des Berliners fotografiert. Diese spielen Bushido bei seinem Verfahren in die Hände. Hat der Rapper etwa von der Razzia gewusst?

Der Rapper Bushido muss im Prozess gegen den bekannten Berliner Clan-Chef weiter auf die Fortsetzung seiner Aussage warten. Hintergrund ist eine kürzlich durchgeführte Durchsuchung auf dem Villen-Grundstück des Hauptangeklagten Arafat Abou-Chaker.

Es ging laut Staatsanwaltschaft unter anderem um Ermittlungen wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung.

Notizen von Abou-Chaker sollen vernichtet werden

Die Verteidiger des Berliners hatten im Zusammenhang mit der Razzia eine Einstellung des Prozesses gegen Bushidos beantragt. Die Begründung: Es seien unter anderem handschriftliche Notizen fotografiert worden, die Abou-Chaker in einer Verhandlung Prozess relevant. Ein faires, rechtsstaatliches Verfahren sei unter diesen Umständen nicht mehr gegeben.

Arafat Abou-Chaker und Bushido bei einer Filmpremiere als noch alles gut war

Ein Finanzbeamter sagte am Montag als Zeuge, die Steuerfahndung werde die Fotos nicht verwenden. Sie sollten gelöscht werden. Die Durchsuchung habe nichts mit dem laufenden Prozess zu tun. Die Verteidiger verlangen darauf, die Steuerfahndung müsse die Fotos löschen, damit die Bilder elektronisch nicht mehr rekonstruierbar seien.

Bushidos Aussage verzögert sich weiterhin

Bushido, der von Personenschützern in den Gerichtssaal begleitet wird, hat vor rund sechs Wochen mit seiner Aussage vor dem Landgericht begonnen. Die Befragung des Musikers wurde durch den Antrag der Verteidiger nun aber unterbrochen. Es soll überprüft werden, wann und durch wen Bushido von der Razzia erfahren hat. Das Villengrundstück, auf dem diese durchgeführt wurde, haben der Rapper und sein ehemaliger Musikkollege vor Jahren gemeinsam erworben.

Ob der Rapper seine Zeugenaussage vor dem Landgericht Berlin am nächsten Prozesstag fortsetzen kann, blieb am elften Verhandlungstag am Montag zunächst offen. Der Prozess wird nach einer zweiwöchigen Pause am 26. Oktober fortgesetzt.

[Text: Zusammen mit dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de