Der Prozess gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker und seine drei seiner Brüder geht am Mittwoch mit der Befragung von Bushido weiter. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten Straftaten zum Nachteil des Rappers vor. Bushido muss nun erneut gegen seinen ehemaligen Musik-Partner aussagen.

Der 42-jährige Bushido, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt, ist in dem Prozess am Landgericht der Hauptstadt Nebenkläger und Zeuge. Er soll im Dezember 2017 und Januar 2018 bedroht, beschimpft, eingesperrt und mit einer Wasserflasche sowie einem Stuhl attackiert worden sein.

Arafat A.-Ch. und Bushido galten einst als Partner im Musikgeschäft.

Arafat wollte Bushidos Ende der Geschäftsbeziehung nicht akzeptieren

Laut Anklage kam es zu den Straftaten, nachdem Bushido 2017 die Geschäftsbeziehungen auflöste. Arafat Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido eine Millionenzahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert.

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Bushido hat schon an mehreren Prozesstagen als Zeuge ausgesagt. Er verglich seine Beziehung zu dem Clanchef mit einer Zwangsheirat und sprach von unfreiwilligen Zahlungen an ihn. Es sei auch zu mehreren gemeinsamen Immobiliengeschäften gekommen.

Arafat Abou-Chaker und sein Anwalt beim ersten Prozesstag.

Der Prozess wird nach der Beerdigung der Mutter von Abou-Chaker fortgesetzt

Erste Kontakte zu Arafat Abou-Chaker gab es laut Bushido bereits 2004. Der Clanchef habe ihm geholfen, als sein damaliges Plattenlabel einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen sollte. Arafat Abou-Chaker habe einem der Gesellschafter eine Ohrfeige verpasst und ihn am Ohr gepackt.

Der Prozess war Mitte September auf Antrag der Verteidigung unterbrochen worden. Der Mutter der Angeklagten ging es schlecht, die Frau starb wenig später. Sie wurde in Berlin im Beisein Hunderter Trauergäste beerdigt.

[Zusammen mit dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de