Leider wurde bei der Abstimmung massiv geschummelt.

Vielleicht waren wir ein bisschen zu naiv, glaubten zu sehr an die Ehrlichkeit der Teilnehmer. Aber der „Bohemian Rhapsody“-Contest, den wir letzte Woche zusammen mit der Deutschen POP gestartet hatten, ist leider vorerst gescheitert.

Zahlreiche Teilnehmer hatten uns zum Start des Kinofilms „Bohemian Rhapsody“ ihre Cover-Version eines Queen-Songs zugeschickt – als Video oder einfache Audiofile. Fünf von ihnen hatten es ins Finale geschafft. Wir erstellten ein Voting, um herauszufinden, wer bei unseren Nutzern am besten ankommt.

Der Gewinner sollte ein Stipendium bei der Deutschen POP bekommen. Wert: 11.988 Euro.

Das Voting lief gut an, wir freuten uns über die vielen Stimmen. Aber irgendwann wurden es ein wenig zu viele – und auf den Fuß beschwerte sich ein Teilnehmer, dass die Konkurrenten schummeln würden: Über Nacht würden sie plötzlich zig Tausend Stimmen mehr haben – unmenschlich viele Stimmen mehr.

Das Ergebnis des „Bohemian Rhapsody“-Contest – leider ungültig Foto: Noizz.de

Wir beobachteten das Phänomen und mussten zugeben: Es stimmte. Allerdings stimmte es für so gut wie alle Teilnehmer. Fast alle bekamen derart viele Stimmen, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen konnte. Es mussten Bots auf das Voting losgelassen worden sein. Wenn man Cache nämlich löschte, konnte man ein zweites, drittes, x-tes Mal seine Stimme abgeben. Für einen Menschen ein mühsames Unterfangen, bei dem man nie auf Hunderttausende Stimmen kommen würde, für einen Bot überhaupt kein Problem.

Jetzt, am Ende des Votings, haben wir uns einmal angeschaut, wie viele Stimmen tatsächlich erschummelt worden sind. Und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass mehr als 80 Prozent der Stimmen nicht von Menschen abgegeben worden sind.

Da es sich für uns so darstellt, dass kaum einer der Teilnehmer keine Bot-Stimmen bekommen hat, sehen wir uns gezwungen, das Voting als ungültig zu erklären. Für diejenigen, die mit Fleisch und Blut abgestimmt haben und zusammen mit ihren Freunden und Bekannten dafür gekämpft haben, auf den ersten Platz zu kommen – und das Stipendium zu gewinnen –, tut es uns unheimlich leid.

Aber es hat sich mindestens eine Person nicht an die Spielregeln gehalten – und vielleicht hat die Person es sogar so aussehen lassen, als ob die anderen Teilnehmer mit denselben unfairen Mitteln gestritten hätten.

Was uns angeht, müssen wir uns leider geschlagen geben: Gegen eine Armee von Einsen und Nullen haben wir keine Chance.

Was wir aber können, worin wir unbestechlich sind: im Kritik üben. Unsere Musikredaktion kann gute von schlechter Musik unterscheiden – und dasselbe gilt für die Deutsche POP. Deshalb haben wir uns gemeinsam entschieden, dass eine Jury den Sieger küren wird – bestehend aus der Musikredaktion von NOIZZ, der Deutschen POP und 20th Century Fox.

Das ist fair und schließt Wahlbetrug aus. Keiner der Teilnehmer wird benachteiligt. Und es gewinnt derjenige das Stipendium, der wirklich der beste ist. Wer das sein wird, darüber verständigen wir uns in den kommenden sieben Tagen. Und hoffen, dass jeder der Teilnehmer mit dem Ergebnis leben kann.

Quelle: Noizz.de