Auf einem Instagram-Foto hat die Sängerin einen deutlich dunkleren Teint als sonst.

Musikjournalistin Helen Fares übt öffentlich Kritik an Shirin David. In ihren Augen betreibt der YouTube-Star Cultural Appropriation – also die Aneignung visueller oder kultureller Merkmale beispielsweise schwarzer Menschen, etwa durch das Tragen von traditionellen Frisuren oder Kleidung. Auch Blackfacing, das dunkler Schminken der eigenen Haut, wirft sie ihr vor. Gegenüber NOIZZ wehrt sich Shirin gegen den Vorwurf.

In ihrer Instagram-Story postete Helen Fares ein Bild aus der Story von Shirin, mit deutlich dunklerem Teint, als noch in anderen Beiträgen. Es handelt sich dabei um die Ankündigung zu ihrem neuen Musikvideo.

"Habt ihr nicht erkannt? Ich auch nicht. Das ist Shirin David, die sich als schwarze Frau inszeniert", kommentiert die Moderatorin. "Alter, setz dir doch bitte keine Afroperücken auf den Kopf! Was soll das denn? Und mal dich doch bitte nicht Schwarz an und inszenier dich nicht als schwarze Frau!", wendet sich die Musikjournalistin direkt an die Rapperin und Sängerin.

Die Instagram-Story von Helen Fares Foto: Instagram / helen_fares

Es fällt tatsächlich auf, dass Shirin ihrem Vorbild Nicki Minaj visuell immer näher kommt. Nur ist Nicki eben eine schwarze Frau, die daher auch Looks und Frisuren trägt, die an Menschen anderer Herkunft unter den Punkt Cultural Appropriaton fallen könnten. Schließlich wurden afrikanische und amerikanische Frauen sowie Latinas für genau solches Aussehen oder Verhalten jahrelang diskriminiert. Gerade in den USA hat Blackface mit den sogenannten Minstrel Shows zur Zeit der Sklaverei eine grausame Tradition, in die sich 2019 hoffentlich niemand mehr einreichen möchte.

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Auf die Nachfrage von NOIZZ versucht Shirin, die Kritik an ihrer Optik in den Kontext zu setzen. "Um ehrlich zu sein, habe ich für mein neues Musikvideo zu 'On Off' [Body-Make-up] ausprobiert und fand und finde es immer noch unglaublich schön", so die 24-Jährige. "Dass daraus ein Skandal gemacht werden soll, finde ich mehr als schade." Ihre Fans würden sie schon immer liebevoll "Originale Bräune" nennen, da sie so gerne zu Selbstbräuner greife.

"Falls sich jemand aufgrund der dunklen Farbe des diesmal gewählten Body-Make-ups verletzt fühlt, weise ich ausdrücklich daraufhin, dass dies nicht meine Absicht war und schicke eine dicke Umarmung", möchte Shirin das Problem gegenüber NOIZZ aus der Welt räumen. Ob die Halb-Iranerin nun wirklich bewusst Blackfacing betrieben hat oder ihren musikalischen Vorbilder einfach zu sehr nacheifert, sei dahingestellt.

Dennoch fühlen sich viele Menschen von Cultural Appropriation zu Recht verletzt, weshalb man gerade als öffentliche Figur wie Shirin David wohl immer zweimal hinschauen sollte, um solche Kritik in Zukunft zu vermeiden.

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Quelle: Noizz.de