5 Dinge, die ich auf dem Konzert gelernt habe.

Ich sage es lieber gleich vorweg: Ich habe keine Ahnung von HipHop oder Rap – wo ist noch mal der Unterschied? Ich kenne die Szene und ihre Spielregeln nicht, und die Leute sind mir suspekt. Trotzdem wurde ich eingeladen, mir ein exklusives Konzert der Peadpod Foundation anzusehen. Die wurde von den Black Eyed Peas gegründet. Von denen hatte ich schon mal gehört.

Die Black Eyed Peas spielen an diesem Abend eine Live Jam Session mit hochkarätigen, deutschsprachigen Gästen, wie es in der Einladung heißt. Cro, BRKN und DJ Ammo sollen mit dabei sein. 

Die BEP spielen an diesem Abend ohne Fergie Foto: Philipp Blanke

Mit ihrer Stiftung, der Peadpod Foundation wollen die Black Eyed Peas weltweit Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten durch die einzige weltweit verstandene Sprache miteinander verbinden: Musik. Die Stiftung unterstützt diverse soziale Projekte für Kinder weltweit: Wohnen, Gesundheitswesen, Bildung und musikalische beziehungsweise künstlerische Bildung.

An einem Montagabend Anfang Juli finde ich mich also im Columbia Theater in Berlin wieder und warte auf Will.i.am und seine Kombo. Was ich jetzt noch nicht weiß: Ich werden eine ganze Reihe sehr besondere Momente erleben ... Hier kommt meine Top 5:

1. Informiere dich über Auftrittszeiten

Um 19.30 Uhr ist Einlass, um 19.40 Uhr bin ich drin. Es ist warm und stickig, und meine leere Wasserflasche, die ich mit reinnehmen wollte, um sie drinnen aufzufüllen, wird mir am Eingang abgenommen. Klar, sowas ist ja gefährlich ... Ich frage diverse Leute vom Veranstalter und Personal und erfahre, dass es vor 22 Uhr nicht losgeht. Ich habe also über zwei Stunden Zeit mir die Leute anzusehen. Was mir auffällt: Männerhandtaschen von Gucci und zerrissene Hosen. Der letzte Schrei?

2. Man kann auch zu Party-Hits knutschen

Irgendwann ist das Konzert in vollem Gange, und ich bin überrascht. Will.i.am springt erstaunlich leichtfüßig rum, tänzelt und freestylt spontan immer mal wieder einfach so zehn Minuten am Stück. Hut ab. Ich dachte, der produziert nur noch hin und wieder einen Track, spielt Golf oder zählt Geld. Aber als die Black Eyed Peas Hits spielen wie "Let Get It Started" oder "Pump It" (beide Songs kenne ich sogar) und ich erwartete, dass man tanzt, springt, abgeht, fangen alle Pärchen um mich herum an zu knutschen. Ich traue mich folglich auch nicht zu springen, aber ich wippe mit ...

3. Cro kann Klavier spielen

Wird jeder wissen, der sich ein bisschen mit ihm beschäftigt hat. Ich wusste es nicht. Meine Eltern wollten immer, dass ich Klavier lerne. Hat nie geklappt. Bei ihm offenbar schon. Respekt.

Cro performt einige Songs mit BEP Foto: Philipp Blanke

4. BRKN ist cool

Den Berliner Rapper BRKN, der an diesem Abend mit auf der Bühne steht, musste ich erst mal googeln. Auch er spielt mehrere Instrumente. Außerdem hat er einen Bachelor-Abschluss in Architektur. Er hat Pech mit dem Mikro, das pfeift ziemlich ... Aber seine Texte scheinen fast poetisch zu sein. Es geht unter anderem um Bordeaux.

BRKN rappt über Bordeaux Foto: Philipp Blanke

5. Lena Meyer-Landrut wird nicht die neue Fergie

Nach rund zwei Stunden coolem Jam-Session-Konzert kommt das große Finale. Die Black Eyed Peas, an diesem Abend übrigens ohne Fergie, dafür mit einer jungen philippinischen Sängerin als weibliche Verstärkung, performen ihren großen Hit "Where Is The Love?". Plötzlich kommt Lena Meyer-Landrut auf die Bühne und singt mit. Wie passt die hierher? Sie stand auf keiner Ankündigung, keiner hatte sie zuvor erwähnt.

Lena Meyer-Landrut und die BEP. Sieht man auch nicht alle Tage Foto: Philipp Blanke

Gelungene Überraschung einerseits, anderseits irgendwie merkwürdig. Sonderlich wohl scheint sie sich auch nicht zu fühlen, denn während die Black Eyed Peas weiter springen und tänzeln, steht sie etwas steif auf der Bühne. Als gegen 23.30 Uhr Will.i.am das Publikum verabschiedet, schleicht Lena sich fast aus dem Rampenlicht. Offenbar heute Abend nicht ganz ihr Milieu.

Nun, nicht jeder kann so schnell mit Hip-Hop warm werden wie ich ...

Quelle: Noizz.de