"Die Musikbranche kann ein finsterer Ort sein."

Als durch die #MeToo-Bewegung rauskam, was Produzent Harvey Weinstein vielen Frauen angetan hatte, war die Welt geschockt. Dann kamen mehr Fälle von anderen Tätern ans Licht. Und noch mehr. Bis heute reißt der Strom von Anschuldigungen nicht ab, immer mehr Frauen trauen sich, ihre eigene Geschichte zu erzählen.

Allerspätestens seit dem Fall R. Kelly weiß die Welt, dass die Musikindustrie mindestens genauso betroffen ist, wie die Filmbranche. Das bestätigt jetzt auch Sängerin Bebe Rexha im Interview mit dem US-Magazin "Cosmopolitan": "Ich möchte für Frauen ein sicheres Umfeld kreieren", sagte die 30-Jährige und sprach über Dinge, die ihr passierten, als sie noch neu im Musikbusiness war.

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Als "schlimmste Nacht jemals" beschreibt Bebe Rexha einen Abend, an dem sie allein mit einem Produzenten und "fünf oder sechs" anderen Männern im Studio war. Sie habe schon gewisse Dinge über seine Vergangenheit gehört und es schließlich nicht mehr ausgehalten. "Ich dachte, ich werde gleich vergewaltigt", sagte sie. In einem abgeschlossenen Aufnahmeraum habe sie sich dann heimlich ein Taxi bestellt und sei so schnell wie möglich abgehauen.

Auch ein weiteres Erlebnis der Musikerin schockiert: Ein Produzent habe ihr zunächst die Füße massiert und dann versucht, sie auch oberhalb der Knie zu berühren, erzählte sie. Als sie daraufhin ihre Beine wegzog, habe der Mann gesagt: "Nein, ich mache, was ich will!" Er sei laut Rexha sehr berühmt gewesen. Ihr damaliges Management habe ihr gesagt: "Arbeite einfach mit ihm, du brauchst einen Hit!"

Gegenüber der Sängerin Kesha und deren Mutter zeigte sich Rexha sehr dankbar. Kesha hatte dem Produzenten Dr. Luke sexuelle Übergriffe vorgeworfen, war damit jedoch vor Gericht gescheitert. Rexha allerdings glaubt, dass die Anschuldigungen zutreffen. Bei einem Abendessen sei Keshas Mutter auf sie zugekommen und habe ihr zugeflüstert: "Mach's nicht!" und meinte damit eine Zusammenarbeit mit Dr. Luke. "Ich habe ihr vertraut und es war das Beste, was ich je gemacht habe", so Rexha. "Die Musikbranche kann ein finsterer Ort sein."

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Quelle: Noizz.de