Dabei ist der Rapper bereits als Headliner eingeladen.

Eigentlich war alles in trockenen Tüchern Bielefelder Campus-Festival: Das Line-up steht fest, über 15.000 Besucher erwartete das Organisationsteam, am 21. Juni sollte das Open Air dann stattfinden. Dann aber geschah etwas, was offenbar niemand so richtig verstand: Der Studierendenausschuss (AStA) der Universität Bielefeld distanzierte sich von Headliner Cro - obwohl der AStA diesen vermutlich selbst eingeladen hatte.

Auf Facebook posteten die Studierendenvertreter, "keinen Bock auf Cro" zu haben. Seine Texte seien "sexistisch und von Gewaltphantasien geprägt", dahinter läge ein Gesellschafts- und Geschlechterbild, das "kaum gesehen würde", da es "eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Verhältnissen, wie Sexismus, voraussetzen" würde.

Der Ausschuss verglich Cro mit Künstlern wie Kollegah oder Straßenbande 187. „Sexismus kommt in der Gesellschaft gut an und verkauft sich gut. Vertiefte Diskussionen über Sexismus werden kaum geführt und wenn, dann anhand einiger weniger Textbeispiele.“, schreibt der AStA weiter.

Auch Kollegah war bereits wegen Sexismus in der Kritik. Foto: kollegahderboss / Instagram

Vor allem das jüngste Album von Cro sei problematisch, da es um "Frauen, Sex, Geld und Ansehen" gehe. Frauen sehe der Musiker als Sexsymbole und „konsumierbare Objekte“. Aus all diesen Gründen hofften die Vertreter, "Rapper wie Cro ein letztes Mal auf dem Campus Festival gesehen zu haben."

Während der Post über 670 Likes hat, sind sich die Facebook-Nutzer nicht sicher, wie ernst der AStA die Message meint. Trotz sorgfältig nummerierter Fußnoten und Quellenangaben finden sich darunter Kommentare wie "Einfach nur wow. Wenn das vom Postillon gepostet worden wäre, hätte ich gesagt, 1a Satire über alles, was gerade falsch läuft in der ‚Gendersellschaft‘. Dass dieser Mist aber tatsächlich als Petition gegen Cro gedacht ist, macht einfach nur betroffen“ oder auch „Finde ich super, dass ihr euch mal in Satire probiert. Will schon fast das erste Mal sagen, dass mein Studienbeitrag, den ich ja an euch zahle, gut investiert ist. Bei euren sonstigen Aktionen weiß ich nicht immer ganz genau, ob ich lachen, oder mich für meine Uni fremdschämen soll. Jetzt musste ich aber schon richtig lachen!"

Wie der AStA den Post gemeint hat, ist unklar. An den darin angeführt Gedanken ist aber definitiv etwas dran!

Quelle: Noizz.de