Er bringt in jedem Fall das "Brot nach Hause".

Dunkle Gläser im Gesicht, dunkles, schulterlanges Haar, das sich auf die muskulösen Schultern legt. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, Apache 207 sei der kleine Bruder von Meme-Legende Salt Bae, der sich 2017 durch das Streuen von Salz zum viralen Internet-Phänomen gemacht hat. Ist er aber nicht. Der Ludwigshafener streut kein Salz in exzentrischen Posen auf hauchzartes Fleisch, nein. Er rappt und singt, und wenn er den Mund aufmacht, ertönt eine soulige Stimme à la Xavier Naidoo.

Wer ist dieser Typ, dessen Songs seit Wochen und Monaten einen Stammplatz in den YouTube-Trends gebucht haben?

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"Und, Mama, bin ich einmal wieder nicht daheim, will ich, dass du bitte keine Träne weinst, denn ich bring Brot nach Hause."

Lyrics aus "Brot nach Hause": Das Teil ist ein fetter Hit und man merkt sofort, womit man es zu tun hat: Mit einem charismatischen Hünen, der Soul, Vintage und moderne Urban-Fashion unter einen Hut packt und neben seiner eindrucksvollen Erscheinung vor allem mit zwei Dingen punktet: einer richtig schönen Stimme und Ohrwurm-Melodien.

Die Produktionen seiner Songs reichen von Eurodance über Dancehall bis hin zu Trap und sind stilistisch eher auf ein breites Publikum zugeschnitten. Jeder Song ist zielstrebig produziert, poppig und damit erinnert das Projekt Apache 207 an die Rapcrew SXTN, die sich 2016 und 2017 – mit einem überragenden Produzenten im Rücken – durch einen ganz eigenen Sound und Stil in die Herzen unzähliger Fans sangen und rappten.

Wirklich interessant wird die Musik des Baden allerdings erst bei den Vocals: Hier verbindet er moderne Rap-Flows mit R'n'B und Soul und hat damit ein Alleinstellungsmerkmal, das man so bisher noch nicht gehört hat.

Den offensichtlichen Massappeal seiner Kunst kann man mögen oder nicht. So oder so: Apache 207 ist einzigartig, bringt neue musikalische Einflüsse in Deutschrap, droppt Hit nach Hit und trägt die sickste Frisur seit Rin wie Paul von Tekken rumläuft.

Wie schön wär das, den Artikel hier enden lassen zu können, und sich einfach auf eine steile Karriere eines talentierten Newcomers zu freuen. Leider gibt es auch die Schattenseiten: einen extrem sexistischen ersten Song von Juni 2018 ("Kleine Hure") und eine Form Kultureller Aneignung im Musikvideo "Roller".

"Was bringt's dir wenn du reiche Jungs kennst?

Wenn du nach einem One Night Stand

Dann mit Wichse im Gesicht in deren Benz sitzt?

Du weißt nicht, dass das was du bist

Dasselbe wie 'ne Nutte ohne Stolz ist

Wenn die Patte stimmt, dringt bei dir eine Horde ein

Deshalb fallen mir auch für die Hook nur drei Worte ein

Du kleine Hu-Hu-ure"

Gegen diese Art von Sexismus und Chauvinismus wehrt sich Deutschrap seit Jahren.

Apache 207 als Indianer verkleidet in "Roller" Foto: YouTube / Apache 207

Im Video zu "Roller" sieht man den Rapper als Indianer verkleidet. Warum Kulturelle Aneignung überhaupt nicht klar geht, könnt ihr euch hier durchlesen:

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Im November geht Apache übrigens zusammen mit Bausa auf Tour. Dessen Texte haben gerade erst im Juli wieder für negative Kritik gesorgt. Auf seinem Feature im Track "Vossi Bop" rappt der Diamant-Rapper:

"Ich lass' keine Hurentochter ungefickt

Alle wollen meinen Dick

Sogar Lesben werden umgedreht"

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Quelle: Noizz.de