Eine volle Wucht.

Alyona Sawranenko, so der bürgerliche Name der Musikerin, reißt gerade alles ab. In jüngster Vergangenheit: das Gretchen in Berlin. Der Club ist DIE urbane Hochburg, wenn es um Ausnahme-Hip-Hop geht. Hier finden die wohl bedeutendsten Hip-Hop-Urban-UK-Parties der Hauptstadt statt. Weg vom Mainstream, aber (oder genau deshalb?) immer auf den Punkt. So auch heute.

Alyona Alyona beehrt den Laden und setzt damit ihren totalen Erfolgskurs fort. In der Ukraine ist sie längst ein Star, ihre Videos werden millionenfach auf YouTube geklickt. Beim diesjährigen Reeperbahn Festival gewann die 27-Jährige den bedeutenden Anchor Award. Bis vor Kurzem war Alyona noch Kindergärtnerin, die einfach Hip-Hop mochte. Irgendwann fing sie an, selbst welchen zu machen. Authentisch spittet sie über ihre Heimatstadt, Frauenbilder und was sie sonst noch so beschäftigt. Live ist sie für ihre treibende Energie und sprühende Funken bekannt. Uns hat sie auch überzeugt:

Die Vorband an diesem Abend ist eine alte, neue Bekannte des Hauses: Die Leipziger Rapperin Yetundey haben wir im Mitte des Jahres für das NOIZZ-Format „Yung Deutschrap“ interviewt. Die Newcomerin reißt ab! Mit ihrer Bühnenpräsenz, mit ihren Moves, die nur allzu gut auf die Beats passen, mit ihrer teasenden Art, auf das Publikum einzugehen. Sie rappt, sie singt – auf Englisch, Französisch und Deutsch. Diese Frau ist die volle Wucht – und wird es nicht müde, ihre Leidenschaft für den Hauptact anzukündigen. "Ich liebe diese Frau", haucht Yetundey ins Mikro. "Wir auch!", kreischen wir innerlich.

>> Die ukrainische Rap-Sensation Alyona Alyona im NOIZZ-Interview – über ihren Sound und ihr Publikum

Dann ist es endlich soweit: The Queen has entered the Stage. Im Klitschko’schen Boxermantel kommt die Ukrainerin auf die Bühne. Die Menge tobt, das Mic funktioniert nicht. Ups. Ein Fail, den die Künstlerin gemeinsam mit ihrer Back-up-Rapperin Stella Zekri zu überspielen weiß. Verstehen tun wir von dem anscheinend lässigen Bühnensmalltalk rein gar nichts. Russisch gehört jetzt nicht zu unserem Sprachskillset.

Ist aber auch egal: Nach holprigem Einstieg bietet Alyona Alyona letztendlich den Abriss, den Yetundey nur Minuten zuvor so gewissenhaft vorbereitet hat. Die Songs schallen uns in die Gehörgänge. Alyona Alyona bringt die Coolness und Confidence, die wir aus ihren Musikvideos kennen auf die Bühne in Berlin und zentriert sie geradewegs in unsere Köpfe. Die Menge geht ab, die Energie ergreift den Raum, wir sind mittendrin. Wie Klitschko in seinen besten Zeiten, verpasst Alyona Alyona einen gezielten Haken nach dem anderen – und schlägt alle K.o.! Am Ende bleibt nur zu sagen: Wahnsinnig gut – von der werden wir noch viel hören!

Checkt hier außerdem unsere Bilder des Abends:

Quelle: Noizz.de